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Amazon FireTV Stick im Test

Ein knappes halbes Jahr nach dem Erscheinen des FireTV (siehe Test) legt Amazon mit dem (noch) kleineren FireTV Stick nach - mit nur 39 Euro ein echtes Schnäppchen !?

Abgespeckt hat der FireTV Stick nicht nur bei Größe, Gewicht und dem Preis, sondern auch bei der verbauten Hardware: Auf einen USB-Anschluss muss man genauso wie auf einen LAN-Anschluss verzichten, statt 4 Kerne sind nur 2 Kerne verbaut. Der Arbeitsspeicher wurde von 2GB auf 1GB halbiert, zudem fehlt der mitglieferten Bluetooth Fernbedienung die Sprachsuche.

Wir haben uns angeschaut ob der Amazon FireTV Stick trotz dieser Diät zu überzeugen weiß und vergleichen den Stick auch mit seinem größeren Bruder: dem normalen FireTV.
Amazon FireTV Stick im Test


Lieferumfang

Neben dem FireTV Stick selbst liegt noch eine kurze HDMI-Verlängerung, eine Bluetooth Fernbedienung, eine Kurzanleitung sowie 2 AAA-Batterien und ein 9W Netzteil (5.0V, 1.8A) bei. Die HDMI-Verlängerung soll zusätzlich zur einfacheren Installation an den TV auch die W-LAN Empfangsqualität verbessern.

Amazon FireTV Stick im Test



Ersteindruck und Verarbeitung

Wie auch der größere Bruder ist der Stick sehr gut verarbeitet und ist nur etwas größer als ein typischer USB-Stick.

Die Fernbedienung ist klein und Handlich ohne billig zu wirken. Inkl. Batterien bringt die Fernbedienung nur 57g auf die Waage. Die Tasten haben ein deutliches Feedback (Klacken) was aber noch in Ordnung geht. Das Netzteil wird mittels eines USB-Kabels mit dem Stick verbunden und kommt auch ganz in schwarz daher.

Die Fernbedienung verfügt über ein Steuerkreuz (hoch/runter/links/rechts), Return/OK, Zurück, Startseite, Einstellungen/Rechtsklick, Play/Pause, Zurückspulen und Vorspulen. Wie bereits geschrieben verfügt die Fernbedienung nicht über eine Sprachsuch-Taste, eine Sprachfernbedienung kann bei Bedarf für 30 Euro nachgekauft werden.

Außerdem besteht die Möglichkeit sein Android oder Apple Smartphone in eine Sprachfernbedienung zu verwandeln, die App ist kostenlos in den App-Stores erhältlich.



Anschlüsse

Der Stick selbst verfügt über einen HDMI 1.4b mit HDCP Eingang für Videos bis 1080p/60Hz sowie über einen Micro-USB-Port, an dem das Netzteil angeschlossen wird. Weitere Anschlüsse sind nicht vorhanden.

Amazon FireTV Stick im Test



Ersteinrichtung

Der HDMI-Stick kann direkt oder durch Benutzung der HDMI-Verlängerung mit dem TV verbunden werden. Amazon selbst empfiehlt die HDMI-Verlängerung zu benutzen, da so die W-LAN Empfangsqualität verbessert wird. Über ein USB-Kabel sammt Netzteil wird der FireTV Stick mit Strom versorgt.

Nach dem kurzen Start erscheint die Erstkonfiguration, wo Sprache und das W-LAN eingestellt wird. Anschließend läd der FireTV Stick ein Update herunter. Dieser Vorgang dauert je nach Netzwerkgeschwindigkeit maximal 5 Minuten, anschließend wird ein kurzer Netzwerkgeschwindigkeitstest durchgeführt.

Danach ist die Einrichtung abgeschlossen sofern der FireTV direkt über euer Amazon Konto erworben wurde - dieses ist nämlich schon voreingestellt. Ansonsten ist natürlich ein Wechsel auf ein anderes Amazon Konto möglich.

Im Anschluss lässt sich eine Kindersicherung mit PIN-Eingabe aktivieren, dann können neue Filme nur mit PIN gekauft werden. Außerdem muss die PIN vor dem Abspielen jedes Filmes eingegeben werden. Auch z.B. ein versehentlicher Kauf eines Filmes lässt sich so ausschließen. Das Prinzip wirkt ausgereift und durchdacht.

Ein ca. 5 Minuten langes (und gut verständliches) Video in deutscher Sprache erklärt die Grundfunktionen des Amazon FireTV Sticks. Danach sollten auch Anfänger und wenig versierte Benutzer mit dem FireTV Stick zurechtkommen.



Oberfläche

Über die Oberfläche lassen sich Filme und Serien auswählen sowie Apps und Spiele installieren. Die Oberfläche wirkt aufgeräumt und ist intuitiv nutzbar. Auch Kinder oder wenig versierte Benutzer sollten kein Problem mit der Bedienung des Amazon FireTVs haben.

Amazon FireTV Stick im Test
Hinweis: Für die Benutzung der App Kodi ist ein manueller Sideload von Kodi erforderlich.



Verfügbare Filme und Serien

Amazon wirbt mit der Verfügbarkeit von 13.000 Filmen und Serien. Fest steht: Die Auswahl ist riesig. Damit man den vollen Funktionsumfang des FireTVs nutzen kann ohne dabei arm zu werden ist ein Jahresabo von Prime (49 Euro/Jahr) sinnvoll. Dann stehen die meisten Filme und Serien kostenlos zur Verfügung und können unbegrenzt im Flatrate Prinzip abgerufen werden.

Neuere Filme sind häufig noch nicht über Amazon Prime abrufbar. Hier hat man dann je nach Film die Möglichkeit den Film zu Kaufen oder zu Leihen. Letzteres ist günstiger als der Kauf, allerdings muss der geliehene Film dann innerhalb von 30 Tagen angesehen werden. Nach dem erstmaligen Abspielen eines geliehenen Filmes ist dieser 48-Stunden lang abrufbar.

Kauft man einen Film (meist doppelt bis dreimal so teuer wie die Leihgebühr), kann man den Film oder die Serie beliebig oft ohne Zeitlimit abrufen. Filme und Serien lassen sich auch zu einer persönlichen Watchlist hinzufügen - damit hat man seine Favoriten immer im Blick und kann die Videos dann später anschauen.

Amazon FireTV Stick im Test

Im Standard erhält man über die Leihen oder Kaufen Option Videomaterial in HD. Ist dies nicht gewünscht, kann jeder Film auch - meist um 2 Euro vergünstigt - in SD Qualität angesehen werden. Zu jedem Film zeigt der FireTV zudem eine Kundenbewertung sowie das IMDb Rating, eine Kurzbeschreibung und eine Auflistung der Schauspieler an. Es lässt sich bei Kinofilmen über die "X-Ray" genannte Funktion sogar der passende Soundtrack anzeigen.Wählt man hier einen Musiktitel aus, springt der FireTV automatisch zu der Stelle im Film in dem das Musikstück abgespielt wird - cool !

Leider sind über den FireTV noch keine 3D-Filme verfügbar. Maximal sind Filme mit 1080p/60fps und Dolby Digital Plus 7.1 möglich, DTS wird nicht unterstützt. Solltet ihr euch für einen Sideload entscheiden, sind über Kodi dann auch 3D-Filme abspielbar.

Von den angegeben 8GB speicher sind real nur 5,6GB verfügbar, frei zur Verfügung stehen davon 5,1GB. Dies sollte für eine große Menge an Apps und Spielen ausreichen.



Sprachsteuerung

Die Amazon Sprachsteuerung durchsucht Amazon Prime / Instant Video nach dem Suchwort. Das funktioniert erstaunlich gut, auch englische Namen oder Genres wie "Thriller" oder "Horror" sind kein Problem. Wie bereits geschrieben verfügt die mitgelieferte Fernbedienung nicht über ein Mikrofon. Die Sprachsuche ist nur über eine zusätzliche Fernbedienung oder die kostenlose Smartphone App verfügbar.

Amazon FireTV Stick im Test

Nach der Genre Suche "Horror" schlägt der FireTV Filme vor die zum Suchwort passen. Leider lassen sich nicht direkt Filme per Sprachkommando abspielen, man gelangt immer zuerst zu den Suchvorschlägen - von hier kann man die Filme aber mit einem weiteren Klick starten.

Es gibt außerdem die Möglichkeit nach Schauspielern zu suchen. So zeigt der Befehl "Zeige alle Filme mit Hugh Jackman" alle Filme an wo dieser Schauspieler mitspielt.

Amazon FireTV Stick im Test



Technische Daten

KomponenteAmazon FireTV StickAmazon FireTV
SOCBroadcom Capri 28155Qualcomm Snapdragon 8064
Prozessor2x ARM A9 Dualcore, 2x ? GHzQualcomm Krait 300 Quadcore, 4x 1.7GHz
Arbeitsspeicher1GB LPDDR2, 533MHz2GB LPDDR2, 533MHz
GrafikkarteVideoCore4Qualcomm Adreno 320
SSD
8GB eMMC NAND Flash
Ethernet / LANnicht vorhandenAtheros AR8152-B 100Mbit/s
WLAN
802.11 b/g/n Mimo (2 Antennen)
Bluetooth3.04.0
Kühlung
Komplett passiv / lautlos
Gewicht25g281g
Abmessungen8,5 x 2,5 x 1,5 cm11,5 x 11,5 x 1,8 cm
Preis39 Euro99 Euro



Stromverbrauch

Der Amazon FireTV Stick ist nochmal sparsamer als sein großer Bruder und verbraucht im Menü nur 1,3W, rund 1W weniger als der große Bruder. Bei der Filmwiedergabe werden nur geringe 1,6 bis 2,9W abgerufen - absolute Spitzenwerte.

Wie schon der normale FireTV lässt sich auch der kleine FireTV Stick nicht ganz ausschalten (es sei denn man kappt den Strom). Einen "Kaltstart" inkl. geladenen Menü erledigt der FireTV Stick übrigens in schnellen 34 Sekunden.

Der Stick verfügt allerdings über einen Ruhemodus, in dem aber nur das Bildsignal getrennt wird. Der Verbrauch beträgt hier 1,1W - das ist noch in Ordnung. Positiv ist, dass der Stick nur 1 Sekunde braucht um aus dem Ruhemodus aufzuwachen, d.h. der Stick ist sofort wieder einsatzbereit.

Leider funkt die W-LAN Schnittstelle auch im Ruhemodus - automatisierte Tools wie z.B. "AutoShutDown" von OpenMediaVault erkennen den Stick im Ruhemodus also leider als aktives Gerät.

Die guten Verbrauchswerte haben wir mit der neusten Firmware Version ermittelt, bei der ersten Version war der Verbrauch noch fast 1W höher. Achtet also darauf über das Einstellungsmenü auf die neuste Version zu aktualisieren.



Immer noch kein 24Hz bei Kinofilmen

Leider ist es immer noch nicht möglich Filme in nativen 24Hz abzuspielen. Der FireTV spielt Filme und Serien immer in 1080p bei 60Hz ab, was z.B. bei Kameraschwenks zu einem leichten Ruckeln führen kann. Dies hängt auch stark vom abgespielten Material ab, es ist aber reproduzierbar. Ob dies als sehr störend empfunden wird hängt vom Betrachter ab.



Fazit

Der Amazon FireTV Stick ist mit 39 Euro einer der günstigsten Mediaplayer und mit der günstigste Einstieg in die Amazon Instant Video Welt. Obwohl Amazon im Gegensatz zu dem normalen FireTV die Hardware zusammengeschrumpft hat, läuft der FireTV Stick im normalen Betrieb gut und flüssig.

Ein großes Manko ist allerdings der Verzicht auf eine kabelgebundene Anbindung. Zwar funktionierte das W-LAN in unserem Test erstaunlich gut aber spätestens wenn man größere Videodateien wie unkomprimiertes Material über Kodi anschauen möchte, muss der FireTV Stick einige Sekunden lang zwischenspeichern. Auch auf einen USB-Port für die Anbindung von externen Datenträgern muss man verzichten.

Auch wenn der Zweikernprozessor nur halb so schnell wie im normalen FireTV ist, lassen sich trotzdem einige Spiele installieren und auch flüssig spielen. Dann macht auch der optional erhältliche Amazon Fire-Gamecontroller (40 Euro) Sinn. Wer liebäugelt häufiger mal ein Spielchen anzuwerfen, dem empfehle ich trotzdem den normalen FireTV, der sich durch die Lan-Schnittstelle und die doppelten Prozessorkerne besser als Spielekonsole eignet.

Amazon hat seine Hausaufgaben gemacht und viele Kritikpunkte seit dem Erscheinen des normalen FireTVs behoben. Die aktuellste Firmware basiert übrigens auf Android 4.2.2. So lassen sich die Geräte nun über ein "Home" Menü (Home-Taste mindestens 3 Sekunden drücken) manuell in den Ruhezustand versetzen. Die Geräte wechseln nach 30 Minuten Inaktivität auch automatisch in diesen Stromspar-Modus. Über das Menü lässt sich der FireTV nun auch neustarten.

Wem die wirklich umfangreichen Funktionen noch nicht ausreichen, der kann seinen Amazon FireTV oder FireTV Stick mit unserer Anleitung - Kodi per Sideload installieren noch flexibler machen.

Richtig perfekt läuft Kodi allerdings nicht. Es funktioniert alles und es läuft stabil, hier und da kommt es aber (zumindest auf dem FireTV Stick) zu kleineren Rucklern im Menü. 1080p Filme und Serien spielt der FireTV (hochskaliert nach 60Hz) aber ziemlich flüssig ab. Eine (allerdings teurere) Alternative ist ein Kodi Mediaplayer im Eigenbau.

Schlussendlich bleibt ein guter Mediaplayer mit einem sehr guten Preis-Leistungsverhältnis. Wem Amazon Instant Video und Netflix (hierfür gibt es eine App) ausreicht, der kann bedenkenlos zugreifen. Auch für erste Erfahrungen mit Kodi ist der Amazon FireTV Stick ausreichend.


PositivNegativ
Sehr einfache EinrichtungKein natives 24Hz
Sehr günstigVideoqualität ausbaufähig, keine 3D-Filme (Ausnahme Kodi)
Ausgereifte SprachbedienungKeine Unterstützung für externe USB-Medien
Riesige Filmauswahl
Mit Gamecontroller als Konsole nutzbar
Lautlos, Sehr sparsam und günstig
HDMI-CEC fähig




4 Kommentare

Von Oggy am 26.05.2016
Besucher

Ein sehr guter Test.
Der Fire TV Stick ist in meinen Augen großartig.
Gern rate ich jeden Interessieren zum Kauf. Besitze selbst einen und bin sehr zufrieden.

Von Stefan am 04.06.2015
Technikaffe.de Team

1884 Beiträge
@the_maker71: Das war eine "Ente", auch bei offiziellen Updates wird kein gerootetes Gerät bschädigt (Quelle).

Von the_maker71 am 04.06.2015
Besucher

wie sieht das denn rechtlich aus, dass seit dem letzten firmware update amazon sich das recht herausnimmt das ding per efuse unbrauchbar zu machen?
ich hab das ding ja nicht gemietet oder geleast, sondern gekauft. ich bin besitzer und eigentümer. kann amazon da einfach so her gehen und mein eigentum zerstören? den zugang zu den amazon serivces einstellen sicherlich, aber sachbeschädigung?
wäre schön gewesen wenn darüber auch ein wörtchen in dem artikel verloren worden werde. vor allem für "maker", die das ding gerne rooten würden.

Von Waldi am 28.04.2015
Besucher

Übrigens beherrscht der stick auch miracast. Sodass es möglich ist seinen Windows Desktop drahtlos zu spiegeln.

Gruß
Waldi

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Über den Autor
Stefan ist 33 Jahre alt, wohnt bei Hamburg und arbeitet als IT-Administrator in einer japanischen Firma. Stefan ist eines der drei Gründungsmitglieder von Technikaffe und schreibt seit April 2013 rund um die Themen Server, Netzwerk und Programmierung.