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Amazon FireTV im Test - Was kann der kleine Mediaplayer ?

Mit dem FireTV bringt der Onlinehändler Amazon seinen ersten Mediaplayer heraus. In unserem Test klären wir ob der Hype um das günstige Abspielgerät gerechtfertigt ist und zeigen was der Amazon FireTV noch alles kann.

Ausgestattet ist der nur 11,5 x 11,5cm kleine Amazon FireTV mit neuster Hardware: Dem Qualcomm Snapdragon Quadcore Prozessor (4x 1,7GHz) stehen 2GB LPDDR2 Arbeitsspeicher, 8GB eMMC NAND Flashspeicher sowie WLAN nach 802.11n (2 Antennen) und Bluetooth 4.0 zur Seite. Abzüglich des Android Betriebssystems stehen dem Benutzer 5,5GB Speicher zur Verfügung.

Amazon FireTV im Test - Was kann der kleine Mediaplayer ?

Der Speicher wird aber nie knapp, denn der FireTV soll Medien nicht abspeichern, sondern aus einem Online-Stream abspielen. Daher ist eine Internetverbindung obligatorisch. Für eine flüssige Videowiedergabe von HD-Inhalten wird eine Internetbandbreite von mindestens 6Mbps empfohlen.



Lieferumfang

Neben dem FireTV selbst liegt noch eine Bluetooth Fernbedienung mit Sprachsteuerung, eine Kurzanleitung sowie 2 AAA-Batterien und ein 15W Netzteil (5.95V, 2.5A) bei.

Amazon FireTV im Test - Was kann der kleine Mediaplayer ?



Ersteindruck und Verarbeitung

Der Amazon FireTV ist sehr gut verarbeitet. Er zeigt sich in einem schlichten Schwarz und ist mit 11,5 x 11,5 x 1,8 cm schön klein. Das Gerät verfügt über eine kleine, weiße Power-LED an der Front, die Netzwerkschnittstelle verfügt - untypisch - über keine LEDs.

Die Fernbedienung ist klein und Handlich ohne billig zu wirken. Inkl. Batterien bringt die Fernbedienung nur 68g auf die Waage. Die Tasten haben ein deutliches Feedback (Klacken) was aber noch in Ordnung geht. Auch das Netzteil ist in kommt in Schwarz. Insgesamt erinnert die Aufmachung und Verarbeitung der Kabel und des Netzteils unweigerlich an Apple.

Die Fernbedienung verfügt über ein Steuerkreuz (hoch/runter/links/rechts), Return/OK, Zurück, Startseite, Einstellungen/Rechtsklick, Play/Pause, Zurückspulen, Vorspulen sowie über einen Button um die Sprachsteuerung zu starten.



Anschlüsse

Hier zeigt sich der FireTV spartanisch: Ein HDMI 1.4b mit HDCP Eingang für Videos bis 1080p/60Hz, 1x Optischer Audio-Out, 1x 100Mbit Ethernet (RJ45) sowie 1 USB 2.0 Anschluss. Mehr gibt es nicht. An den USB-Anschluss dürfen nur Tastaturen, Mäuse und Gamecontroller angeschlossen werden, USB-Sticks und USB-Festplatten werden nicht unterstützt.

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Hinweis: Es gibt die Möglichkeit USB-Sticks und Festplatten zu Verwenden, hierfür muss der FireTV aber gerootet werden.



Ersteinrichtung

Nachdem der Amazon FireTV mit dem TV via HDMI-Kabel (nicht im Lieferumfang enthalten) sowie mit Strom und Netzwerk (alternativ ist auch WLAN möglich) verbunden wurde, kann es losgehen. Sobald der FireTV mit dem Strom verbunden wird, startet der Mediaplayer selbstständig - einen Ein/Aus Schalter gibt es nicht.

Die Einrichtung ist sehr einfach. Zuerst wählt man die gewünschte Sprache aus. Anschließend prüft der FireTV ob eine Internetverbindung vorhanden ist - ansonsten muss das WLAN eingerichtet werden. Anschließend aktualisiert sich der Amazon FireTV selbstständig auf die neuste Version.

Danach ist die Einrichtung abgeschlossen sofern der FireTV direkt über euer Amazon Konto erworben wurde - dieses ist nämlich schon voreingestellt. Ansonsten ist natürlich ein Wechsel auf ein anderes Amazon Konto möglich.

Im Anschluss lässt sich eine Kindersicherung mit PIN-Eingabe aktivieren, dann können neue Filme nur mit PIN gekauft werden. Außerdem muss die PIN vor dem Abspielen jedes Filmes eingegeben werden. Das Prinzip wirkt ausgereift und überdacht.



Oberfläche

Über die Oberfläche lassen sich Filme und Serien auswählen sowie Apps und Spiele installieren. Die Oberfläche wirkt aufgeräumt und ist intuitiv nutzbar. Auch Kinder oder wenig versierte Benutzer sollten kein Problem mit der Bedienung des Amazon FireTVs haben.

Amazon FireTV im Test - Was kann der kleine Mediaplayer ?
Hinweis: Für die Benutzung der App Kodi/XBMC ist ein manueller Sideload von Kodi/XBMC erforderlich.



Verfügbare Filme und Serien

Amazon wirbt mit der Verfügbarkeit von 13.000 Filmen und Serien. Fest steht: Die Auswahl ist riesig. Damit man den vollen Funktionsumfang des FireTVs nutzen kann ohne dabei arm zu werden ist ein Jahresabo von Prime (49 Euro/Jahr) sinnvoll. Dann stehen die meisten Filme und Serien kostenlos zur Verfügung und können unbegrenzt im Flatrate Prinzip abgerufen werden.

Neuere Filme sind häufig noch nicht über Amazon Prime abrufbar. Hier hat man dann je nach Film die Möglichkeit den Film zu Kaufen oder zu Leihen. Letzteres ist günstiger als der Kauf, allerdings muss der geliehene Film dann innerhalb von 30 Tagen angesehen werden. Nach dem erstmaligen Abspielen eines geliehenen Filmes ist dieser 48-Stunden lang abrufbar.

Kauft man einen Film (meist doppelt bis dreimal so teuer wie die Leihgebühr), kann man den Film oder die Serie beliebig oft ohne Zeitlimit abrufen.

Amazon FireTV im Test - Was kann der kleine Mediaplayer ?

Im Standard erhält man über die Leihen oder Kaufen Option Videomaterial in HD. Ist dies nicht gewünscht, kann jeder Film auch - meist um 2 Euro vergünstigt - in SD Qualität angesehen werden. Zu jedem Film zeigt der FireTV zudem eine Kundenbewertung sowie das IMDb Rating, eine Kurzbeschreibung und eine Auflistung der Schauspieler an. Leider sind über den FireTV noch keine 3D-Filme verfügbar. Maximal sind Filme mit 1080p/60fps und Dolby Digital Plus 7.1 möglich, DTS wird nicht unterstützt.



Sprachsteuerung

Die Sprachsteuerung wird per Tastendruck auf der Fernbedienung gestartet und durchsucht dann Amazon Prime / Instant Video nach dem Suchwort. Das funktioniert erstaunlich gut, auch englische Namen oder Genres wie "Thriller" oder "Horror" sind kein Problem.

Amazon FireTV im Test - Was kann der kleine Mediaplayer ?

Nach der Genre Suche "Horror" schlägt der FireTV Filme vor die zum Suchwort passen. Leider lassen sich nicht direkt Filme per Sprachkommando abspielen, man gelangt immer zuerst zu den Suchvorschlägen - von hier kann man die Filme aber mit einem weiteren Klick starten.

Es gibt außerdem die Möglichkeit nach Schauspielern zu suchen. So zeigt der Befehl "Zeige alle Filme mit Hugh Jackman" alle Filme an wo dieser Schauspieler mitspielt.

Amazon FireTV im Test - Was kann der kleine Mediaplayer ?

Mir ist bisher kein Mediaplayer untergekommen wo man so schnell zum Ziel kommt - die Suchfunktion ist wirklich klasse.



Verfügbarkeit

Wer aktuell einen Amazon FireTV bestellt, muss sich über einen Monat lang gedulden: Amazon kommt mit der Auslieferung des FireTVs nicht hinterher. Über Verkaufszahlen schweigt sich Amazon aus, alleine in den USA sollen dieses Jahr aber 6 Millionen FireTVs verkauft worden sein. Bei einem Preis von knapp 100 Euro verwundert dies nicht wirklich, einen so flexiblen Mediaplayer bekommt man aktuell nur von Amazon.



Technische Daten

KomponenteBeschreibung
SOCQualcomm Snapdragon 8064
ProzessorQualcomm Krait 300 Quadcore, 4x 1.7GHz
Arbeitsspeicher2GB LPDDR2, 533MHz
GrafikkarteQualcomm Adreno 320
SSD8GB eMMC NAND Flash
Ethernet / LANAtheros AR8152-B 100Mbit/s Fast ethernet controller
WLANQualcomm Atheros QCA6234XH 802.11 b/g/n Mimo (2 Antennen)
Bluetooth4.0
KühlungKomplett passiv / lautlos
Gewicht281g
Abmessungen11,5 x 11,5 x 1,8cm
Preis99 Euro




Stromverbrauch

Im Menü selbst genehmigt sich der Amazon FireTV sehr geringe 2,2W. Bei der Filmwiedergabe werden maximal 3,5W fällig, im Spielemodus sind es maximal 7W. Das sind wirklich rekordverdächtige Werte und hätte dem FireTV die Note 1 in dieser Rubrik eingebracht. Allerdings hat es Amazon verpasst dem FireTV einen Ausschalter zu spendieren, so dass dieser nur in einen Pseudo-Standby Modus versetzt werden kann (das Videosignal via HDMI wird deaktiviert) in dem immer noch 1,7W fällig werden.

Allerdings kann der FireTV nicht manuell in diesen Modus versetzt werden, dies geschieht automatisch nach 30 Minuten Inaktivität. Positiv ist, dass der Amazon FireTV in weniger als 1 Sekunde wieder einsetzbar ist.



Fazit

Noch nie ist mir ein Fazit so schwer gefallen. Der Amazon FireTV ist ein toller Mediaplayer, der mit Amazon Prime zum idealen Familien-Entertainment-Center wird. Wer lieber Netflix benutzt, kann auch dies nun per App tun. Andere Größen wie Spotify, tunein oder auch die ARD/ZDF Mediatheken werden ebenso unterstützt.

Dank schneller Hardware und optional erhältlichem Amazon Fire-Gamecontroller (40 Euro) lässt sich der FireTV sogar als Spielekonsole nutzen. Und zuletzt die Sprachsteuerung die wirklich gefällt - eigentlich der ideale Mediaplayer. Eigentlich. Die HD-Videoqualität ist ordentlich aber noch lange nicht auf BluRay Niveau - hier fehlt es wie bei allen anderen Streaming-Anbietern auch an Bitrate. Ebenso fehlen 3D Filme noch im Angebot von Amazon Prime.

Am meisten hat uns allerdings der fehlende Ausschalter genervt, 1.7W im Standby sind nicht zeitgemäß und passen auch nicht zu dem sonst sehr sparsamen Gerät. Der Umstand das Amazon keine externen USB-Medien zulässt ist nachvollziehbar (hier handelt es sich eben um ein subventioniertes Gerät welches durch das Leihen oder Kaufen von Filmen finanziert werden soll ) aber nervig.

Positiv ist, dass sich die meisten Negativpunkte (bis auf den Verbrauch im Standby) relativ leicht beheben lassen: Durch die Installation der App "Kodi / XBMC", der wohl bekanntesten Mediaplayer-Software. Wir zeigen in unserer Anleitung - Kodi / XBMC per Sideload wie die Installation in wenigen Minuten und ohne Rooten des FireTVs gelingt.

Aber auch ohne die Installation von zusätzlicher Software ist der Amazon FireTV aktuell einer der besten Mediaplayer und ungeschlagen was das Preis- Leistungsverhältnis anbelangt. Wer in die Streaming Welt eintauchen möchte, macht mit dem Amazon FireTV nichts falsch. Eine (allerdings teurere) Alternative ist ein Kodi Mediaplayer im Eigenbau.



PositivNegativ
Sehr einfache EinrichtungKein Ausschalter, 1.7W im Standby
Schnelle HardwareVideoqualität ausbaufähig, keine 3D-Filme
Ausgereifte SprachbedienungKeine Unterstützung für externe USB-Medien
Riesige Filmauswahl
Mit Gamecontroller als Konsole nutzbar
Lautlos, Sehr sparsam und günstig
HDMI-CEC fähig



6 Kommentare

Von Markus am 14.04.2015
Besucher

Moin!
Seit kurzem lässt sich der fireTV manuell in den Ruhemodus schicken:
HOME ca. 2sek drücken und ein kleines Menü erscheint.

Gruß,
Markus

Von Matthias am 17.11.2014
Besucher

Die ~2W empfinde ich jetzt nicht als so großes Problem. Vor nicht all zu kurzer Zeit hatten wir alle noch mehrere 100 Watt an Glühbirnen im Haushalt verbaut... ;)

An sich finde ich die Kiste ganz toll, auch wenn XBMC nicht so läuft, wie ich mir das vorgestellt habe (siehe Kommentar im XBMC Beitrag). Was mir gar nicht so gefällt, und mir hier im Artikel etwas gefehlt hat, ist die Tatsache das Android keine Unterstützung bietet Aenderungen der Bildwiederholrate an das Ausgabegerät weiterzureichen. Also wird sich da auch in Zukunft nichts am Fire TV ändern. Man muss am Fire TV fest einstellen, ob man nun 1080p in 50 oder 60Hz haben will. Nun sind jedoch die verschiedenen Streams von Amazon alle mit unterschiedlichen Bildwiederholfrequenzen versehen (24, 50, 60Hz), und je nachdem was man am Fire TV fest eingestellt hat ruckelt nun mal der eine oder andere Stream sichtbar über den Screen. Und vor jedem Film manuell den passenden Modus raussuchen ist auch keine Lösung...

Von Stefan am 10.11.2014
Technikaffe.de Team

1440 Beiträge
@Dom: Eine unkomprimierte Bluray hat maximal 45.000 Kbit/s. Die 100Mbit Schnittstelle macht 100.000 KBit/s. Also kein Problem. Klar bessere Hardware wäre schön nur dann geht auch der Preis hoch. Für ihren ersten Mediaplayer ist der Amazon FireTV jedenfalls echt gut gelungen - mehr geht natürlich immer :)

Von Dom am 10.11.2014
Besucher

Was mir gerade auffällt, eine Untouched Blu Ray Iso wird man wohl nicht streamen können weil kein GB Ethernet verbaut ist ?! Der Speicher kann auch schnell eng werden wenn man viel damit spielen will.

Vielleicht schafft Amazon die eierlegende Wollmichsau mit einem möglichen Nachfolger, mit Ausschaltknopf, Wlan AC, GB Ethernet, mehr Speicher und eventuell mehr Power für 4k und HD-Soundformaten. Das alles bei dem Preis und Energieverbrauch, wäre WOW.

Von Stefan am 09.11.2014
Technikaffe.de Team

1440 Beiträge
@Dom: Ja, diese Lösung verwenden denke ich recht viele. Sorgen um die Hardware musst Du dir da glaube ich nicht machen. Ist halt nur Schade das Amazon diese Funktionalität nicht mit eingebaut hat.

Von Dom am 09.11.2014
Besucher

Man könnte ja den FireTV an eine Steckdose anschliessen welche man mit ner Fernbedienung ausschalten kann um das Problem mit dem Standby-Verbrauch zu umgehen. Allerdings bin ich mir nicht sicher ob das "harte" Ausschalten irgendwann zu Problemen mit dem Flashspeicher führen würde oder mache ich mir da unnötig sorgen?

PS: Bin gespannt was der FireTV-Stick so kann, hoffentlich kommt der bald bei uns raus.

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Stefan ist 33 Jahre alt, wohnt bei Hamburg und arbeitet als IT-Administrator in einer japanischen Firma. Stefan ist eines der drei Gründungsmitglieder von Technikaffe und schreibt seit April 2013 rund um die Themen Server, Netzwerk und Programmierung.