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NAS - Expert für 6 Festplatten mit ECC-Ram, AES-Ni und IPMI

NAS - Expert für 6 Festplatten mit ECC-Ram, AES-Ni und IPMI

Dieser Vorschlag für ein NAS richtet sich an alle, die viel Wert Sicherheit legen - Safety first! Bis zu 16GB DDR3 ECC-Ram sorgen für eine hohe Dateiintegrität, der Intel Core i3-4160 mit AES-Ni (Ver- und Entschlüsselung via Hardware) kann auch große Datenmengen nahezu ohne Performanceverlust schützen.

Zudem verfügt das verwendete ASRock Rack E3C226D2I Mainboard neben 2 Intel Gigabit Schnittstellen auch über ein IPMI 2.0, mit dem das System auch im ausgeschalteten Zustand ferngesteuert werden kann. Ein Monitor ist also selbst während der Einrichtung überflüssig.



CPU, Mainboard und Arbeitsspeicher

Dieses NAS ist vollgepackt mit netten Features. Wichtigstes Bauteil ist hierbei das Mainboard, denn für eine ECC-Ram Unterstützung können wir nicht einfach ein normales Mainboard nutzen, sondern müssen zu Serverhardware greifen. Meine Wahl ist auf das ASRock Rack E3C226D2I mit dem Sockel 1150 gefallen, welches von ASRocks Serversparte ASRock Rack vertrieben wird und aktuell knapp 210 Euro kostet. Sicherheit und Funktionsumfang haben eben ihren Preis.

Auf sehr kleinem Raum (Mini-ITX) hat ASRock Rack sehr viele Features gepresst, die durch den Intel C226 Server-Chipsatz bedient werden. Neben 16GB DDR3 ECC-Ram im Dual-Channel Modus (1.35 + 1.5V) befindet sich ein PCIe 3.0 x16 Slot auf dem Mainboard, welcher z.B. mit einem Hardware-Raid Controller bestückt werden kann.

Die 6 SATA3 (6Gb/s) Ports unterstützen auf Wunsch auch Intels onBoard Raid, der mit den Raid-Leveln 0,1,5 und 10 umgehen kann. In unserer Anleitung verzichten wir allerdings auf den Intel onBoard Raid und benutzten stattdessen den Software-Raid Raid-Z von FreeNAS.

Neben den 2 Intel i210 Netzwerkschnittstellen, die sich auf Wunsch per Teaming/Link Aggregation zusammenfassen lassen, ist auch eine Realtek RTL8211E für dediziertes LAN management (IPMI) samt ASPEED AST2300 BMC Controller vorhanden, booten von Netzwerk-Images über PXE wird unterstützt.

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Anschlüsse
- VGA D-SUB
- 2x USB 2.0 (+2 USB 2.0 Header + 1 USB-A onBoard)
- 2x USB 3.0 (+1 USB 3.0 Header)
- 6x SATA 6G (max. ~550MB/s), Intel Raid
- 2x Intel i210 Gigabit LAN (Teaming, Wake-On-Lan, Wake-On-Wan, 802.3az EEE, PXE)
- 1x Realtek RTL8211E Management LAN
- 1x COM1 Serial Port
- 1x COM2 Serial Port Header

Das ASRock Rack E3C226D2I verfügt über einen eigenen Grafikcontroller, daher können auch Intel Xeon Prozessoren ohne integrierte Grafikeinheit problemlos genutzt werden. In unserer Anleitung nutzen wir einen Intel Core i3-4160 (Details: 2x 3.6GHz, HT, 54W TDP) der über die AES-Ni verfügt.

Auf dem Mainboard ist zudem ein TPM Header vorhanden, wer sich für die Sicherungsfunktion TPM interessiert, dem sei unser Artikel TPM einrichten und sinnvoll nutzen ans Herz gelegt. In diesem NAS wird TPM allerdings nicht genutzt.

Beim Arbeitsspeicher haben wir zum Kingston KVR16E11/8 (8GB DDR3-1600, ECC, CL11, 1.5V) gegriffen, der für seine gute Kompatibilität bekannt ist und ca. 85 Euro für einen 8GB Riegel kostet. Achtet beim Kauf unbedingt auf die Produktbezeichnung (diese muss ein E enthalten), damit ihr wirklich ECC Ram kauft. Die günstigeren Riegel mit einem N in der Bezeichnung sind ungeeignete Non-ECC Speicher!

Wir benutzen in dieser Anleitung FreeNAS, welches sehr Arbeitsspeicher-hungrig ist. 8GB solltet ihr mindestens einbauen. Je großer euer Raid-Verbund, desto mehr Arbeitsspeicher ist sinnvoll, mit der Maximalbestückung von 16GB kommt ihr aber auch bei größeren Raids gut aus.



Systemfestplatte - SSD oder SLC-Stick empfehlenswert

Um möglichst keinen der 6 SATA-Ports mit einer System-SSD zu belegen, greife ich auf einen USB-Stick mit SLC-Speicherzellen (wichtig!) wie den WINKOM-USB 3.0 Memory-Stick 16 GB oder den Mach Xtreme MX-ES series MXUB3SES als Systemdatenträger zurück. Durch den USB-A Port kann der Stick dann direkt auf das Mainboard gesteckt werden.

Leider sind USB-Sticks mit SLC-Speicherzellen recht selten und teuer. Warum dies so ist und wo der Unterschied zu einem normalen MLC-USB-Stick ist, könnt ihr hier nachlesen: USB mit SLC-Speicherzellen als Systemfestplatte - Ein SSD Ersatz ?.

Als Alternative - wenn ihr z.B. nicht alle 6 SATA-Ports für Datenfestplatten benötigt - empfehle ich eine kleine SSD wie die Intel SSDSA2CT040G310 (40GB). Solltet ihr euch für FreeNAS entscheiden, empfehlen wir aktuell keinen SLC-Stick weil FreeBSD Probleme mit der Kompatibilität von SLC-Sticks hat. Unter OpenMediaVault funktionieren die SLC-Sticks hingegen einwandfrei.



Das richtige Gehäuse

Hier habt ihr die Qual der Wahl: Das Mainboard passt in ein kleines Mini-ITX Gehäuse. Wenn ihr allerdings 6 Datenfestplatten einbauen möchtet, ist eine gute Belüftung der Festplatten sehr wichtig. Wenn ihr euch also wirklich für ein Mini-ITX Gehäuse entscheidet, achtet auf die Belüftungsmöglichkeiten.

Wem die Gehäusegröße nicht so wichtig ist, dem empfehle ich das Fractal Design Define R5. Mit 115 Euro ist das Gehäuse zwar recht teuer, überzeugt aber durch die einfach Aufnahme von bis zu 8 Festplatten (3,5 Zoll), die von 2 sehr leisen 140mm Lüftern optimal gekühlt werden.

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Zudem verfügt das Gehäuse über eine eingebaute Lüftersteuerung (5/7/12V) an die maximal 3 Lüfter angeschlossen werden können. Die beiden beiliegenden 140mm Lüfter sind wirklich sehr leise.

Wem das Fractal Design Define R5 zu teuer ist, dem empfehle ich den Xigmatek Asgard Midi-Tower, dem mit nur 37 Euro wirklich eine günstige Lösung ist und 7 3,5 Zoll Festplatten aufnehmen kann.

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Netzteil

Bei einem NAS für 6 oder mehr Festplatten empfehle ich ein effizientes ATX-Netzteil und keine Pico-PSU, wie wir sie in unseren kleineren NAS-Anleitungen empfehlen. Der Grund ist, dass normale ATX-Netzteile erst ab einem bestimmten Leistungsbereich (meistens größer 35W) wirklich effizient arbeiten.

Wir benutzen seit längerem Netzteile von Be quiet. Für dieses NAS empfehle ich das Be quiet! BN140 System Power 7. Das kleine 300W-Netzteil ist vollkommend ausreichend. Die Effizienz wird mit guten 87% angegeben, alle gängigen Schutzschaltungen wie Überhitzungsschutz, Überstromschutz, Überspannungsschutz, Unterspannungsschutz sowie ein Kurzschlussschutz sind vorhanden. 36 Euro kostet das Be quiet! BN140 System Power 7 - 300W aktuell.

Das Netzteil besitzt 4x SATA-Power, für 6 Festplatten sind also 2x Wentronic Internes Stromadapterkabel (SATA Kupplung auf 2x SATA Stecker) für je 2,59 Euro erforderlich.



Festplatten

Das wichtigste in einem NAS sind natürlich die Festplatten. Bei mir kommen 3 Festplatten vom Typ Western Digital Red mit je 3TB in einem Raid-Z zum Einsatz, diese Festplatten eignen sich durch eine auf NAS-Systeme optimierte Firmware besonders gut für unser System. So unterstützen die WD Red Festplatten z.B. TLER (Time-Limited-Error-Recovery). Diese Funktion sorgt durch eine Kommunikation mit dem Raid-Controller für eine höhere Stabilität.



Zusammenbau

Egal für welches Gehäuse ihr euch entscheidet - der Zusammenbau ist denkbar einfach. Der Prozessor wird in den Sockel des Mainboards gesetzt, der beiliegende CPU-Lüfter muss danach nur aufgesteckt werden und rastet in den 4 Löchern des Mainboards ein. Wärmeleitpaste muss nicht installiert werden, da der Intel CPU-Lüfter bereits ein Wärmeleitpad besitzt.

Selbst wenig versierte Anwender sollten die Komponenten in unter einer Stunde zusammenbauen können. Besondere Bios-Einstellungen müssen nicht vorgenommen werden, das System ist nach dem Zusammenbau direkt einsatzbereit.

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Betriebssystem

Ihr könnt auf diesem NAS ein Betriebssystem euer Wahl installieren. Da es sich mit dem ASRock Rack E3C226D2I um ein Server-Mainboard handelt, werden nahezu alle Plattformen (Windows Server 2008 R2, 2012, Linux Server, CentOS, FreeBSD) sowie auch VMWare ESXi 5.1/5.5 unterstützt.

Vergleich der NAS-Betriebssysteme

Ihr könnt auf diesem NAS ein Betriebssystem euer Wahl installieren. Auch Windows 8.1 oder Windows 10 (Preview Version) sind möglich, da Microsoft ab Windows 8 mit den Windows Storage Spaces einen eigenen Software-Raid ermöglicht. Windows Home Server ist aktuell nur noch schwer oder gebraucht zu bekommen, ist aber auch eine gute Möglichkeit.

OpenMediaVaultFreeNAS
Basis OSDebian 7 (Wheezy)FreeBSD 9.3
Raid-LevelJBOD, 0, 1, 5, 6, 100, 1, Raid-Z (5), Raid-Z2 (6), Z3
DateisystemeExt3, Ext4, XFS, JFSZFS, UFS
Arbeitsspeichermin. 2GBmin. 8GB
BedienungWeboberfläche, KonsoleWeboberfläche, Konsole
SchwierigkeitEinfachFortgeschritten
AnleitungJa, vollständigJa, vollständig


Ich verwende in dieser Anleitung das NAS Betriebssystem FreeNAS welches auf FreeBSD setzt. Die Bedienung wird über eine Weboberfläche vorgenommen. FreeNAS beherrscht perfekt die Verschlüsselung per Daten und kann dafür auf die Hardwarefeatures des Prozessors zurückgreifen.

Eine vollständige und stets aktuelle Schritt-für-Schritt Anleitung zur Installation von FreeNAS findet ihr natürlich auch bei uns.



ECC vs. Non-ECC Arbeitsspeicher in FreeNAS

Immer öfter wird empfohlen ECC-Ram zu benutzen, der Single-Bit Flips (also Fehler im Speicher) erkennen und beheben kann. Werden diese Fehler unbemerkt auf die Festplatten geschrieben, kann es zu einer Datenkorruption kommen. Zwar prüft und repariert sich das ZFS-Dateisystem - korrekt eingestellt - in regelmässigen Abständen selbst, ein Restrisiko bleibt aber bestehen.

ECC-Ram bietet Schutz vor Single-Bit Flips und ist Non-ECC Ram eigentlich immer vorzuziehen. Dies gilt nicht nur für FreeNAS. ECC-Ram ist ca. 10-20% teurer als Non-ECC Ram. Da FreeNAS allerdings sehr Arbeitsspeicher-hungrig ist, werden selbst für kleinere NAS-Systeme mindestens 8GB Arbeitsspeicher empfohlen.

Das Hauptproblem bei ECC ist allerdings, dass nur wenige Mainboards mit ECC Ram umgehen können. ECC-Ram wird seit Jahren in allen Servern und Enterprisegeräten eingesetzt, für den Heimbereich hat sich dieser Arbeitsspeichertyp allerdings bisher nicht etabliert. Daher muss man dann auf Server- oder Workstation-Mainboards ausweichen, die meist 100 Euro teurer als vergleichbare Mainboards für die private Nutzung sind.

Wie hoch ist das Risiko einer Datenkorruption in FreeNAS ? Umfangreiche Studien gibt es meines Wissens nach (noch) nicht, denn durch die Selbstprüfung anhand von Checksummen im ZFS-Dateisystem können auftretende Fehler automatisch behoben werden.

Fakt ist, dass ein Risiko vorhanden ist. Google hat zusammen mit der Universität von Toronto über 2 Jahre lang erforscht, wieviele Fehler "Bit-Flips" im Arbeitsspeicher auftreten und wieviele davon repariert werden können (ECC). Allerdings wurde hier mit DDR bzw. DDR2 getestet und nicht mit aktuellem DDR3 bzw. DDR4 Speicher.

Über alle 6 überwachten Server hinweg waren 8% der Arbeitsspeicher-Riegel von einfachen Bit-Flips betroffen, 92% hingegen nicht. Bei den 8% die betroffen waren, wurden im Durchschnitt 4000 Fehler pro Jahr erzeugt. Die Chance auf einen Multi-Flip Fehler, der auch von ECC-Ram nicht mehr behoben werden kann, lag im Durchschnitt bei sehr geringen 0,2% pro Jahr. Jeder 2te Server war mindestens 1x pro Jahr von einem Fehler im Arbeitsspeicher betroffen.

Dabei darf man natürlich nicht vergessen, dass hier Produktivserver von Google getestet wurden, die unglaublich große Mengen an Daten zu bewältigen haben. Für ein eigenes, kleines NAS im privaten Bereich ist die Wahrscheinlichkeit aufgrund der deutlich reduzierten Datenmengen um ein vielfaches geringer.

Soll man nun also ECC-Ram einsetzen oder mit einem kleinen Risiko leben ? Einer der Mitentwickler des ZFS-Dateisystems, Matt Ahren, schreibt dazu:

Theres nothing special about ZFS that requires/encourages the use of ECC RAM more so than any other filesystem. If you use UFS, EXT, NTFS, btrfs, etc without ECC RAM, you are just as much at risk as if you used ZFS without ECC RAM. I would simply say: if you love your data, use ECC RAM. Additionally, use a filesystem that checksums your data, such as ZFS.
Quelle


Zu Deutsch: Das Risiko, eine Dateikorruption in einem ZFS-System durch einen Fehler im Arbeitsspeicher zu erhalten ist genauso hoch wie in jedem anderen Dateisystem auch.



IPMI - Intelligent Platform Management Interface

Durch das IPMI könnt ihr jederzeit per Remote auf euer NAS zugreifen - egal ob es eingeschaltet oder ausgeschaltet ist. Per Java-Anwendung ist es möglich einen virtuellen Monitor zu erzeugen, der sich so verhält als ob er real an das NAS angeschlossen wäre. Um diesen virtuellen Zugang nutzen zu können, benötigt ihr die aktuellen Java-Runtimes. Zum kostenlosen Java Runtime Download.

Danach könnt ihr euch auf die IP-Adresse des IPMI mit eurem Browser verbinden. Der Standard-Login lautet "admin" mit identischem Passwort. Zum IPMI stellt ASRock ein umfangreiches Handbuch zur Verfügung.

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Ich habe via IPMI z.B. einwandfrei die FreeNAS Konsole benutzen können, dies kann z.B. dann sinnvoll sein wenn sich die normale Weboberfläche von FreeNAS durch einen Fehler nicht mehr erreichen lässt. FreeNAS selbst unterstützt das IPMI über eine LAN-Brücke. D.h. es muss theoretisch nur 1 LAN-Kabel (über die normale Netzwerkschnittstelle) mit dem Mainboard verbunden werden. Das IPMI ist dann nach dem Start von FreeNAS zusätzlich über eine eigene IP-Adresse erreichbar.

Da diese Methode allerdings einige Einschränkungen mit sich bringt, bietet es sich an das IPMI mit einem eigenen Netzwerkkabel zu verbinden.



Stromverbrauch

Ein wichtiger Punkt bei einem NAS oder Home-Server ist der Stromverbrauch. Daher sind alle von uns ausgewählten Komponenten sehr sparsam:

SituationVerbrauchBemerkung
Ausgeschaltet, IPMI aktiv2,8W
Im Betrieb (ohne Festplatte)25W
Im Betrieb (mit 3 ruhenden WD Red 3TB Festplatten)30W
Im Betrieb (mit 3 aktiven WD Red 3TB Festplatten)39W




Zusammenstellung

Hier haben wir alle Komponenten noch einmal zusammen aufgelistet.

KomponenteNamePreis
ProzessorIntel Core i3-4160 (2x 2.6GHz, HT, AES)118 Euro
MainboardASRock Rack E3C226D2I210 Euro
ArbeitsspeicherKingston KVR16E11/8 - 8GB DDR3-1600 CL11 1.5V85 Euro
System-StickMach Xtreme MX-ES series MXUB3SES44 Euro
System-Stick (alternativ)WINKOM-USB 3.0 Memory-Stick 16 GB40 Euro
System-SSD (alternativ)Intel SSDSA2CT040G310 (40GB)40 Euro
NetzteilBe quiet! BN140 System Power 736 Euro
GehäuseFractal Design Define R5115 Euro
Gehäuse (alternativ)Xigmatek Asgard Midi-Tower37 Euro

Zubehör (ab 5 Festplatten)Wentronic Internes Stromadapterkabel (SATA Kupplung auf 2x SATA Stecker)3 Euro

DatenfestplattenWestern Digital Red, Preis je TB Kapazität42 Euro

SummeGünstigste Zusammenstellung ohne Datenfestplatten526 Euro



Fazit

Etwas über 500 Euro kostet das NAS aus dieser Anleitung in der Basisversion mit einem Intel Core i3-4160, 8GB DDR3 ECC Ram und dem ASRock Rack E3C226D2I Server-Mainboard. Die zahlreichen Features und Sicherheitsfunktionen kosten Geld. Geld das allerdings sinnvoll angelegt ist. Die meisten von uns hatten sicherlich schon einmal einen Datenverlust zu vermelden - sei es eine defekte Festplatte, ein verlorener USB-Stick oder ein fehlerhafter Raid-Verbund.

Diese Bauanleitung richtet sich vor allem an Personen, die wichtige Daten vorhalten möchten und dabei maximale Sicherheit wünschen. Ein Backup ersetzt aber auch ein professionelles System mit ECC-Ram nicht.

FreeNAS ist der ideale Partner dieses Hardware-Gespannes und überzeugt mich vor allem durch seine Verschlüsselungsfunktionen. Allerdings profitieren auch andere Dateisysteme wie das in OpenMediaVault genutzte EXT4 von ECC-Ram, hier fehlt allerdings die Verschlüsselungsfunktion (die sich manuell aber nachrüsten lässt).

Vergesst nicht, euch unsere Detaillierte Installationsanleitung für FreeNAS durchzulesen, hier wird auch noch einmal das IPMI und das zusammenfassen von mehreren Netzwerkschnittstellen erklärt.

Das ASRock Rack E3C226D2I Mainboard mit seinen vielen Features und dem IPMI hat mich vor allem durch die leichte Bedienung positiv überrascht. Zwar ist hier etwas mehr Einarbeitungszeit einzuplanen als bei einem Standard-Mainboard für den Heimbereich, wirklich überfordern tut aber auch das Profi-Mainboard nicht.

Einziger Nachteil ist der um ca. 10W höhere Stromverbrauch im Vergleich zu unserem NAS - Advanced, welches auch 6 Datenfestplatten (allerdings ohne ECC-Ram) aufnehmen kann.

Wem dieser Vorschlag nicht zusagt, dem empfehle ich unsere NAS Übersicht mit zahlreichen Bauanleitungen.

Update vom 30.06.2015: Bei einigen sehr alten Bios Versionen kann es zu Problemen mit dem Standby-Modus (S3) kommen. Bitte aktualisiert euer Bios auf die neuste Version. Am einfachsten ist es, die Instant Flash Bios Version von der ASRock Rack Webseite herunterzuladen und dann auf einem USB-Stick zu entpacken. Diesen schließt ihr dann an das Mainboard an und führt das Update direkt aus dem Bios aus.

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Update vom 03.07.2015: Offiziell gibt ASRock Rack keinen Support für die S3 / Standby Funktion.



87 Kommentare

Von Hubert am 02.01.2018
Besucher

Hallo,

seit langer Zeit betreibe ich auch ein NAS mit dem E3C226D2I mit Debian / ZFS.

Ich habe bisher das BIOS L2.02s drauf, dass mir damals nach mehrmaliger Nachfrage zugeschickt wurde, in dem S3 "suspend to ram" funktioniert.

Allerdings habe ich Probleme mit USB 3.0 und ständig USB Verbindungsunterbrechungen (dmesg zeigt ständig hardware resets und es kommt zu Dateisystemfehlern beim schreiben).

1. Hast du ggf. auch solche USB Probleme bemerkt?
2. Kannst du mir die MD5 von deiner runtergeladenen BIOS 3.30 Datei sagen? Möchte wissen, obs die gleiche ist, die noch angeboten wird von ASRock, weil du sagst, dass bei dir S3 100% funktioniert. Nicht dass die eine neuere hochgeladen haben wo S3 nicht mehr funktioniert...

Von Stephan am 24.12.2017
Besucher

Das in dieser Beschreibung aufgezeigte NAS scheint absolut großartig für unsere Bedürfnisse zugeschnitten.

Aber eine Frage bleibt dennoch:

Kann man an den SATA-Anschlüssen auf dem Mainboard "ASRock Rack E3C226D2I" auch größere HDDs anschließen als die erwähnten 3TB, so zum Beispiel 6, 8, oder 10TB? Das wäre natürlich super!

Bitte helft uns hierbei mit Eurer Erfahrung
Danke für Eure Hilfe!

Von Christoph am 01.10.2017
Besucher

Hallo zusammen,

ihr habt hier wirklich eine sehr hilfreiche und übersichtliche Seite aufgebaut! Vielen Dank für die vielen Informationen, so konnte ich auch mein eigenes FreeNAS System aufsetzen.

Das System läuft nun auch soweit, allerdings bin ich mit meiner Netzwerkkonfiguration noch nicht zufrieden bzw. zerschieße sie mir, wenn ich Kleinigkeiten ändern möchte.

Mein System entspricht dem oben angebenen mit FreeNAS-11.0-U4 und einem i3-4370T.

Jetzt wollte ich Link Aggregation aktivieren, aber bisher ohne Erfolg.
Vor den ersten Aktionen, konnte ich mein NAS und IPMI über jeweils zwei IP-Adressen erreichen, jetzt funktioniert nur noch eine.

Im Reiter Schnittstellen werden mir keine Schnittstellen angezeicht und wenn ich eine Schnittstelle hinzufüge, erreiche ich das NAS nicht mehr bzw. muss local per Monitor und Tastatur am NAS die Einstellungen neu setzen. Woran kann es liegen, dass mir dort keine Schnittstellen angezeigt werden?
Als hinzufügbare Schnittstellen habe ich igb0, igb1 und tap0 zur Verfügung.

Leider kann ich die Remote Funktion des IPMI auch nicht nutzen, folgende Fehlermeldung bekommen ich:
"Nicht signierte Anwendung fordert uneingeschränkten Zugriff auf das System an
Die folgende Ressource ist mit einem schwachen Signaturalgorithmus MD5withRSA signiert und wird als unsigniert behandelt: http://x.x.x.201:80/Java/release/JViewer.jar"
Gibt es aktuell ein sinnvolles Firmware Update für die IPMI Schnittstelle? Ich bin leider nicht fündig geworden bzw. die gefundenen wurden vom System nicht angenommen.

Fragen über Fragen, ich hoffe ihr könnt mir helfen!
Nochmal vielen Dank für die Website, ich empfehle euch gerne weiter!

Grüße
Christoph

Von Rainer am 07.09.2017
Besucher

Hallo Stefan,
Ich nutze das System mit dem ASRock Rack E3C226D2I wie von Dir beschrieben seit einiger Zeit mit OMV als Betriebssystem. Da mir die SATA Ports ausgehen, möchte ich von einer SATA SSD als Betriebssystem-und Bootlaufwerk auf eine m.2 ssd in einem PCIe Adapter umsteigen. USB als Bootlaufwerk möchte ich nicht nutzen, weil ich das Bootlaufwerk auch in einer Partition für die PLEX Datenbank nutze. Ist es möglich mit bspw. einer Samsung 960 EVO M.2 in einem PCIe Adapter auf einem E3C226D2I mit OMV zu booten?
Viele Grüße und vorab herzlichen Dank,
Rainer

Von Stefan am 03.05.2017
Technikaffe.de Team

1884 Beiträge
@Blub646:

1. ECC-Unterstützung gibt es nur mit den Intel "C" Chipsätzen (dein Mainboard bietet keinen ECC-Support).
2. T-Varianten vom Prozessor lohnen sich nur wenn bei dir die Kühlmöglichkeiten begrenzt sind, sparsamer sind diese nicht.

Von Blub646 am 02.05.2017
Registrierter Benutzer

2 Beiträge
Hi,

Ich hab noch kein NAS zusammen gestellt und wollte mich für die tollen Anleitungen Serh herzlich Bedanken! Was würdet ihr von einer etwas anderen Hardware halten:

GIGABYTE GA-Z270N-WIFI ~145€
Cpu zum Beispiel: Intel Pentium G4500T ~80€

Das müsste billiger sein und das Motherboard hat echt nette Anschlussmöglichkeiten. Oder übersehe ich etwas?

lg
Blub646

Von Stefan am 25.04.2017
Technikaffe.de Team

1884 Beiträge
@Balu: Korrekt. Wir haben hier den Nachfolger getestet.

Von Balu am 24.04.2017
Besucher

Die Updates von 2015 lassen mich vermuten, dass die Beschreibung nicht unbedingt dem aktuellen "Stand der Technik" entspricht?

Von Stefan am 03.04.2017
Technikaffe.de Team

1884 Beiträge
@Jonas: Nein, mit dem Board kann ich dir leider nicht weiterhelfen.

Von Jonas am 02.04.2017
Besucher

Hi Technikaffen,

habt ihr auch Erfahrung mit dem Asrock MT-C224 ? http://www.asrockrack.com/general/productdetail.asp?Model=MT-C224#Specifications

Da es auch FreeBSD unterstützt und bis 32 GB geht, sollte es doch auch nutzbar sein? Da ich auch Nextcloud und Minecraftserver für die Kids auf Freenas laufen lasssen will, sind vielleicht auf DAuer 16GB etwas wenig.

Kann man das Board MT-C224 auch verwenden, statt dem vorgeschlagenen. Kostet tut es etwa dasselbe.

Gruss Jonas

Von Stefan am 31.03.2017
Technikaffe.de Team

1884 Beiträge
@Obri: Es wird teilweise empfohlen Festplatten aus unterschiedlichen Chargen (z.B. von Unterschiedlichen Händlern) zu beziehen um einen Totalausfall durch einen Chargenfehler auszuschließen. Musst Du selbst wissen ob das für dich wichtig ist.

Von Obri am 31.03.2017
Besucher

Hallo,

Danke :-)
eine Frage hätte ich noch zu den HDDs. Macht es nicht Sinn, 2 Fabrikate zu mischen. Also eine WD Red und eine Seagate?
Ansonsten hätte ich doch 2 Platten im Raid, die unter Umständen fast gleichzeitig ausfallen. Dann nutzt das Raid ja nicht mehr sooo viel...

Gibt es da bekannte Probleme, beim Mischen verschiedener Platten im ZFS Raid (Mirroring)? Und wenn ja, was ist dann bei Ausfall einer Platte, wenn es den verbauten Plattentyp nicht mehr gibt?

Vielen Dank schonmal und viele Grüße

Obri

Von Stefan am 23.03.2017
Technikaffe.de Team

1884 Beiträge
@Obri: Die genannte CPU wird einwandfrei unterstützt (4th Gen Core i3).

Von Obri am 22.03.2017
Besucher

Hallo Technikaffen,

erstmal vielen Dank für eure viele Arbeit und die informative Seite.
Ich möchte mir die NAS Expert aufbauen. Mir viel jedoch auf, dass laut Asrock (http://www.asrockrack.com/general/productdetail.asp?Model=E3C226D2I#CPU) die im Text genannte CPU i3-4160 von Mainboard nicht unterstützt wird.
Hat sich hier eventuell ein Tippfehler eingeschlichen?
Ich würde ungern auf die Nase fallen ;-)

Viele Grüße

Obri

Von Stefan am 01.03.2017
Technikaffe.de Team

1884 Beiträge
@davidak: Kann ich dir nicht sagen, allerdings hatten in der Vergangenheit immer wieder Besucher Probleme mit den SLC-Sticks (auch mit anderen Betriebssystemen), weswegen wir aktuell von den SLC-Sticks abraten und zu einer USB 3.0 zu M.2 Lösung raten.

Von davidak am 28.02.2017
Besucher

>Solltet ihr euch für FreeNAS entscheiden, empfehlen wir aktuell keinen SLC-Stick weil FreeBSD Probleme mit der Kompatibilität von SLC-Sticks hat

Ist das in Version 9.10.2-U1 noch aktuell?

Von Stefan am 08.02.2017
Technikaffe.de Team

1884 Beiträge
@Morktral: Der Syba Controller ist gut und günstig :)

Von Morktral am 08.02.2017
Besucher

@technikaffen, danke erstmal für den Hinweis.
Gut geht bei mir immer vor günstig... Gibts auch einen "guten" Tipp? :)

Von Stefan am 23.01.2017
Technikaffe.de Team

1884 Beiträge
@Morktral: Wenn Du einfach nur günstig mehr SATA-Ports benötigst, empfehlen wir die Syba PCI-Express-Controller-Karte.

Von Morktral am 22.01.2017
Besucher

Welche Zusatzkarte sollte ich verwenden wenn ich mehr als die 6 Festplatten betreiben möchte?
GIbts da ne Empfehlung von euch?

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Über den Autor
Stefan ist 33 Jahre alt, wohnt bei Hamburg und arbeitet als IT-Administrator in einer japanischen Firma. Stefan ist eines der drei Gründungsmitglieder von Technikaffe und schreibt seit April 2013 rund um die Themen Server, Netzwerk und Programmierung.