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NAS Eigenbau 2015 für 4 HDDs mit Intels Braswell und AES-Ni

NAS Eigenbau 2015 für 4 HDDs mit Intels Braswell und AES-Ni

Unsere neuste Anleitung für einen NAS Eigenbau fasst bis zu 4 Festplatten im 3,5 Zoll Format und eignet sich durch den einfachen Zusammenbau für Anfänger aber auch Fortgeschrittene Benutzer. Bei der Technik setzen wir auf die im Sommer 2015 vorgestellte Intel Braswell Architektur, die noch einmal etwas sparsamer als die Vorgängerarchitektur Bay-Trail ist.

Viele möchten ihre Daten aus Sicherheitsgründen lieber verschlüsseln. Hier sind viele Fertig-NAS Lösungen für den privaten Bereich dann schnell am Ende, denn eine Verschlüsselung ist rechenintensiv. Die neue Braswell Architektur unterstützt die AES-Ni und kann so ohne Leistungsverlust Daten schützen. Einen detaillierten Vergleich zwischen Braswell und Bay-Trail findet ihr auch bei uns.

Als Betriebssystem funktionieren theoretisch Windows 8.1, Windows Home Server, Windows Server und Linux. Wir empfehlen aber wie immer in unseren NAS-Anleitungen entweder OpenMediaVault welches auf einem Debian Linux basiert oder FreeNAS (FreeBSD) welches vor allem für Benutzer mit Verschlüsselungswunsch interessant ist.



CPU - Mainboard Kombination

Das neue ASRock N3150-ITX eignet sich ideal für ein kleines, sparsames NAS. Neben dem bereits mitgelieferten und in 14nm gefertigten Intel Celeron N3150 ist Platz für bis zu 16GB DDR3/DDR3L-1600 So-Dimm Arbeitsspeicher, wahlweise mit 1.35V oder 1.5V. Da das Mainboard ziemlich wählerisch ist was den Arbeitspeicher angeht (vor allem im Dual-Channel Modus), empfehlen wir die Kingston KVR16LS11/4.

Der Prozessor selbst kann durch seine geringe Abwärme ohne Probleme passiv gekühlt werden. Das Mainboard besitzt nun 4 SATA3 Ports und unterstützt auf Wunsch eine mPCIe W-LAN Karte. Außerdem ist ein PCIe 2.0 x1 Slot für eine kleine Erweiterungskarte vorhanden.

NAS Eigenbau 2015 für 4 HDDs mit Intels Braswell und AES-Ni

An der rückseitigen I/O Blende befinden sich 4 USB 3.0 und 2 USB 2 Ports sowie die LAN-Schnittstelle und mit HDMI, Display-Port und DVI 3 moderne Grafikausgänge.


NAS Eigenbau 2015 für 4 HDDs mit Intels Braswell und AES-Ni

Wer ein Gehäuse mit vorne liegenden USB-Ports verwenden möchte, kann weitere 2 USB 3.0 und 4 USB 2 Ports an das Mainboard anschließen. Ein TPM (Trusted Plattform Module) Header ist auch wieder vorhanden. Wir werden das TPM in dieser Anleitung nicht benutzen, wer sich aber dafür interessiert kann die Funktionsweise des TPM bei uns nachlesen.



Externes, Passives Netzteil mit PicoPSU

Um die Energieeffizienz zu erhöhen, setzen wir auf das beliebte 72W Trafo Transformator Netzteil von Salcar (14 Euro) mit einer PicoPSU-90 (33 Euro).

In der Kombination sind die beiden Komponenten zwar etwas teurer als ein internes Markennetzteil, wie z.B. einem beQuiet System Power 7 300W (38 Euro), allerdings lässt sich so der Verbrauch im Idle nochmal um ca. 4W senken (siehe Test: Internes vs. externes Netzteil).

Wer lieber ein internes Netzteil verwenden möchte, dem empfehle ich das oben genannte beQuiet System Power 7 300W. Wer sich für das externe Netzteil und die PicoPSU-90 entscheidet, dem möchte ich unsere ATX Blende schwarz ans Herz legen, die zwar nicht billig ist, dafür aber das Gehäuse vor Dreck schützt und auch gut aussieht.

Als gutes 4-Bay NAS Gehäuse hat sich das Cooler Master Elite 120 Advanced etabliert, welches über einen gummierten Einlass verfügt, über den dann die Stromversorgung des externen Netzteiles an die PicoPSU-90 angeschlossen werden kann. Handwerkliche Tätigkeiten wie Bohren usw. entfallen damit komplett.



Systemfestplatte - SSD oder SLC-Stick empfehlenswert

Als Festplatte für das Betriebssystem empfiehlt sich eine SSD, da die Lese- und Schreibzugriffe bei Linux schon etwas mehr sind und ein normaler USB-Stick mit MLC-Speicherzellen dann oft nicht lange durchhält. Aktuell eignen sich hierfür die Transcend SSD370 32GB SSD (31 Euro) oder die Kingston SS200S3 30GB SSD (57 Euro) aufgrund des geringen Preises am Besten.

Das ASRock N3150-ITX besitzt wie bereits erwähnt insgesamt 4 SATA Ports. Solltet ihr keinen freien Festplattenslot im Gehäuse mehr freihaben, kann eine SSD auch mit Klebeband fixiert werden, da diese keine Vibrationen abgibt und auch nicht entkoppelt werden muss.

Da das Mainboard nur über 4 SATA-Ports verfügt, gibt es eine noch bessere Lösung für den Systemdatenträger, die allerdings etwas teurer ist. Dazu benötigt man einen USB-Stick mit SLC-Speicherzellen (wichtig!), hier haben sich die Sticks von MX-Technology bewährt: MXUB3SES-8G (24 Euro) oder MXUB3SES-16G (38 Euro). Welchen ihr hier wählt ist euch überlassen, sowohl OpenMediaVault als auch FreeNAS kommen mit 8GB aus, der 16GB Stick ist allerdings deutlich schneller.

Dazu bietet sich der Delock USB 3.0 PinHead auf 2x USB 3.0 Adapter (3 Euro) an, damit man den USB-Stick in das Gehäuse verfrachten kann.

Mit letzterer Lösung kann man alle 4 SATA-Ports für Datenfestplatten nutzen. Leider sind USB-Sticks mit SLC-Speicherzellen deutlich teurer. Warum dies so ist und wo der Unterschied zu einem normalen MLC-USB-Stick ist, könnt ihr hier nachlesen: USB mit SLC-Speicherzellen als Systemfestplatte - Ein SSD Ersatz ?.

Achtung: Die SLC-Sticks funktionieren aktuell NICHT unter FreeBSD (FreeNAS, NAS4Free). Unter OpenMediaVault gibt es hingegen keine Probleme. Für FreeBSD könnt ihr entweder einen normalen USB-Stick oder eine kleine SSD benutzen.



Festplatten

Bei den Datenfestplatten empfehlen wir die Western Digital Red, die mit einer speziellen Firmware ausgestattet sind und mit 3 Jahren Garantie sowie dem Raid-Feature TLER (Time Limited Error Recovery) punkten. TLER (bei Seagate auch ERC genannt) sorgt für eine höhere Stabilität der Festplatten in einem Raid-Verbund und kann dafür sorgen, dass einzelne Festplatten bei einem Lese- oder Schreibfehler nicht sofort aus dem Raid-Verbund entfernt werden. Auch die Seagate NAS Festplatten verfügen über so ein Feature.

Generell würde ich empfehlen lieber größere aber weniger Festplatten zu benutzen - also lieber 3x 6TB als 4x 4TB - der Preis pro TB ist fast identisch und die Energieaufnahme ist bei weniger Festplatten natürlich geringer. Einen Vergleich aktueller Datenfestplatten findet ihr auch bei uns.

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Vergleich der NAS-Betriebssysteme

Ihr könnt auf diesem NAS ein Betriebssystem euer Wahl installieren. Auch Windows 8.1 oder Windows 10 (Preview Version) sind möglich, da Microsoft ab Windows 8 mit den Windows Storage Spaces einen eigenen Software-Raid ermöglicht. Windows Home Server ist aktuell nur noch schwer oder gebraucht zu bekommen, ist aber auch eine gute Möglichkeit. Für unsere Empfehlung OpenMediaVault oder auch für FreeNAS findet ihr ausführliche Schritt-für-Schritt Anleitungen bei uns.

OpenMediaVaultFreeNAS
Basis OSDebian 7 (Wheezy)FreeBSD 9.3
Raid-LevelJBOD, 0, 1, 5, 6, 100, 1, Raid-Z (5), Raid-Z2 (6), Z3
DateisystemeExt3, Ext4, XFS, JFSZFS, UFS
Arbeitsspeichermin. 2GBmin. 8GB
BedienungWeboberfläche, KonsoleWeboberfläche, Konsole
SchwierigkeitEinfachFortgeschritten
AnleitungJa, vollständigJa, vollständig




Zusammenbau

Dank des bereits montierten Prozessors ist der Zusammenbau sehr einfach und auch von Anfängern schnell zu bewältigen. Nur der Arbeitsspeicher muss in das Mainboard eingesteckt werden. Die PicoPSU-90 wird dann auf den internen Power-Connector gesteckt. Wundert euch nicht, dass die 4 redundanten Stromkontakte nicht benutzt werden: diese werden nicht benötigt.

Die Datenfestplatten können ohne Schrauben mit 2 Schienen in das Cooler Master Elite 120 Advanced (49 Euro) Gehäuse geschoben werden. Die PicoPSU-90 verfügt nur über einen SATA-Power Stecker, der aber mit einem oder mehreren InLine SATA Strom-Y-Kabel SATA (2 Euro) ausgebaut werden kann.

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Stromverbrauch

Wie immer folgt hier eine detaillierte Aufstellung des Energieverbrauches von diesem NAS. Alle Messwerte wurden mit der Konfiguration: Externes Netzteil + PicoPSU erreicht, der Verbrauch mit einem internen Netzteil ist ca. 4W höher. Gemessen haben wir mit einem Voltcraft Energy Logger 4000.

ZustandBemerkungVerbrauch

Idlekeine Datenfestplatten9,7W
Standbykeine Datenfestplatten3,1W
Standby2 Datenfestplatten Western Digital Red3,3W
Standby4 Datenfestplatten Western Digital Red3,5W

Idle (Spindown *)2 Datenfestplatten Western Digital Red15,5W
Idle (Spindown *)4 Datenfestplatten Western Digital Red21,2W

Idle2 aktive Datenfestplatten Western Digital Red19,1W
Idle4 aktive Datenfestplatten Western Digital Red28,6W

Lesen (1Gbit/s)2 aktive Datenfestplatten Western Digital Red22,7W
Lesen (1Gbit/s)4 aktive Datenfestplatten Western Digital Red35,4W

Schreiben (1Gbit/s)2 aktive Datenfestplatten Western Digital Red25,3W
Schreiben (1Gbit/s)4 aktive Datenfestplatten Western Digital Red41,1W

* Spindown bedeutet, dass sich die Festplatten im StandBy mit geparkten Lese-/Schreibköpfen befinden.

Wie man sieht sind wir mit unserem externen 72W Netzteil fast schon übermotorisiert:Wir konnten maximal einen Verbrauch von 41,1W messen. Der Peak-Wert beim Booten betrug laut Messung maximal etwa 55W für ca. 2-3 Sekunden. Auch nach mehrstündigen Betrieb wird das Netzteil maximal "handwarm" (gemessen: 35°C).



Temperaturen

Hier findet ihr von mir eine Übersicht der gemessenen Temperaturen nach 10 Stunden Betrieb bei einer Raumtemperatur von 21°C.

KomponenteMax. Temperatur
externes Netzteil35°C
PicoPSU37°C
CPU (Kühlkörper)32°C
Arbeitsspeicher30°C
Mainboard44°C
Datenfestplatten31°C

Die Temperaturen habe ich in einem offenen Testaufbau ohne Gehäuse ermittelt. Sorgt bei eurem Gehäuse bitte dafür, dass mindestens 1 Lüfter für Frischluft sorgt, am Besten sollte der Luftstrom über eure Datenfestplatten gehen, da diese am empfindlichsten sind.



Transfergeschwindigkeit

Gemessen habe ich mit großen MKV-Datei von mindestens 1,5GB. Dabei hat das NAS durchschnittlich 106MB/s beim Schreiben auf das NAS und 85MB/s beim Lesezugriff erreicht (Raid1). In einem Raid 5/6 dürfte die Geschwindigkeit noch etwas zunehmen - aber auch in einem Raid1 aus 2 Festplatten ist die Geschwindigkeit gut und beim Schreiben fast am Maximum von 1Gbit LAN.

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AktionGeschwindigkeitCPU-Auslastung
Lesen85 MB/s25%
Schreiben106 MB/s35%



Interner Raid-Benchmark

Ich habe einen Raid-5 Verbund aus 4 Festplatten vom Typ Western Digital Red mit je 6TB einem kleinen Linux-Benchmark unterzogen, den ich euch nicht vorenthalten möchte:

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OpenMediaVault oder FreeNAS ?

Diese beiden NAS Betriebssysteme unterscheiden sich sehr stark voneinander. Deutlich einfacher in der Bedienung ist OpenMediaVault, welches normale Raid-Level und das verbreitete Ext4 Dateisystem von Linux benutzt. Auch Anfänger kommen sehr schnell mit OpenMediaVault zurecht.

Zudem funktioniert AutoShutDown und WOL perfekt unter OpenMediaVault. Mit diesem Feature versetzt sich das NAS automatisch in den Standby Modus sobald keine aktiven Clients / PCs mehr im Netzwerk sind. Welche PCs auf Aktivität überprüft werden bevor sich das NAS schlafenlegt, kann man sehr einfach festlegen.

Aus diesem Standby Modus (in dem das NAS nur rund 3W verbraucht) lässt sich das NAS mit einem WOL-Paket aufwecken und ist dann in ca. 10 Sekunden wieder voll einsatzbereit. Ein WOL-Paket kann man aus Windows, Linux oder MacOS senden, sogar die MediaPlayer Software Kodi beherrscht dies von Haus aus. Die Konfiguration von AutoShutDown und WOL wird in unserer OpenMediaVault Komplettanleitung detailliert beschrieben.

Damit eignet sich OpenMediaVault ideal um ein immer bereites NAS mit sehr geringen Energiekosten zu betreiben. Der aktuell einzige Nachteil an OpenMediaVault ist, dass sich Daten aktuell noch nicht verschlüsseln lassen.

FreeNAS hingegen beherrscht die Verschlüsselung von Daten wie kein anderes System. Dank des auf Datenintegrität optimierten ZFS-Dateisystems werden alle Daten maximal geschützt. Allerdings ist FreeNAS bzw. das ZFS-Dateisystem sehr Arbeitsspeicher hungrig, das Minimum liegt hier bei 8GB, bei größeren Raids (mehr als 12TB) wird meist sogar zu 16GB Arbeitsspeicher geraten.

Zudem ist FreeNAS eher für Firmen und professionelle Anwender entwickelt worden und beherrscht den Übergang zwischen Standby und Aktiv deutlich schlechter als OpenMediaVault. Um auch unter einem 24/7 FreeNAS System Energie zu sparen, werden die Festplatten nach längerer Inaktivität in einen Ruhemodus versetzt. Mit 4 ruhenden Festplatten ist ein Verbrauch von knapp über 20W realistisch.



Braswell Display Fix für OpenMediaVault

Mit einigen Braswell Mainboards gibt es zur Zeit das Problem, das OpenMediaVault ohne angeschlossenen Monitor nicht startet. Da viele ihr NAS sicherlich ohne Monitor betreiben ist dies natürlich ein Problem. Die ASRock N3150-ITX und ASRock N3700-ITX Mainboards sind davon auch betroffen.

Abhilfe schafft ein kleiner Eingriff in den Linux Bootloader, danach startet dann OpenMediaVault auch ohne angeschlossenen Monitor. Und so gehts:

1. Startet OpenMediaVault (mit Monitor).
2. Meldet euch in der Konsole mit dem Benutzer root und euren, während der OpenMediaVault Installation vergebenen, Passwort an.
3. Gebt nano /etc/default/grub ein
4. Entfernt das # vor dem Eintrag GRUB_TERMINAL=console

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5. Speichert die Änderung mit STRG + O und schließt die Datei dann mit STRG + X
6. Die Änderungen müssen nun nochmals mit update-grub gespeichert werden.



Häufige Fragen rund um OpenMediaVault

Frage: Ist der Raid später erweiterbar ?
Antwort: Ja (Raid 0,5,6)

Frage: Kann man den Raid bei einem Festplattenausfall wiederherstellen ?
Antwort: Ja, defekte Festplatte austauschen und die Wiederherstellungsfunktion in OMV benutzen.

Frage: Kann man den Systemdatenträger austauschen ohne Daten auf dem Raid zu verlieren ?
Antwort: Ja, der Raid ist unabhängig vom Systemdatenträger.

Frage: Kann man die Hardware (CPU, Mainboard, Arbeitsspeicher) austauschen, ohne Daten auf dem Raid zu verlieren ?
Antwort: Ja, der Raid ist unabhängig von der verwendeten Hardware.

Frage: Ich habe Probleme mit der Installation von OMV (Grub-Bootloader)!
Antwort: Der OMV Systemdatenträger muss als erstes Laufwerk angeschlossen sein (/sda). Alle Datenfestplatten sollten während der Installation abgeklemmt werden.

Frage: Unterstützt OpenMediaVault eine Verschlüsselung der Daten ?
Antwort: Aktuell noch nicht. Zwar unterstützt Linux seit Juli 2015 die Verschlüsselung des Ext4 Dateisystems, es ist aber noch unbekannt wann OpenMediaVault dies auch unterstützt. Wer aktuell nicht auf eine Verschlüsselung der Daten verzichten möchte, dem empfehlen wir FreeNAS.



Häufige Fragen rund um FreeNAS

Frage: Ist ein Raid-Z (5) bzw. Raid-Z2 (6) später erweiterbar ?
Antwort: Nein, dies ist einer der Nachteile am ZFS-Dateisystem.

Frage: Wird unbedingt ein System mit ECC-Arbeitsspeicher benötigt ?
Antwort: ECC wird bei FreeNAS von vielen empfohlen. In der Tat kann ECC-Arbeitsspeicher Single-Bit Flips selbstständig korrigieren und erhöht so die Datenintegrität. Dies gilt für jedes Dateisystem, nicht nur für ZFS. ZFS verfügt über eine eigene Integritätsprüfung mit Checksummen und kann einfache Fehler so selbstständig beheben.

Je wichtiger die auf dem NAS gespeicherten Daten, je sinnvoller wird auch der Einsatz von ECC-Arbeitsspeicher, der allerdings auch ein ECC-fähiges Mainboard (samt CPU) vorraussetzt. Kleinere Systeme können unserer Meinung nach auch ohne ECC-Speicher betrieben werden, eine detailliertere Erklärung findet ihr in unserer FreeNAS Schritt-für-Schritt Anleitung.

Frage: Kann man den Systemdatenträger austauschen ohne Daten auf dem Raid zu verlieren ?
Antwort: Ja, der Raid ist unabhängig vom Systemdatenträger.

Frage: Kann man die Hardware (CPU, Mainboard, Arbeitsspeicher) austauschen, ohne Daten auf dem Raid zu verlieren ?
Antwort: Ja, der Raid ist unabhängig von der verwendeten Hardware.



Liste aller benötigten Komponenten

Hier haben wir alle Komponenten noch einmal zusammen aufgelistet.

KomponenteNameBemerkungPreis
CPU+MainboardASRock N3150-ITX84 Euro
ArbeitsspeicherKingston KVR16LS11/4 4GB DDR3L-160016 Euro
System-SSDTranscend SSD370 32GB SSD31 Euro
System-SSD (alternativ)Kingston SS200S3 30GB SSD57 Euro
System-USB (alternativ)Mach Xtreme MXUB3SES-8G 8GB SLCnur für OpenMediaVault!24 Euro
System-USB (alternativ)Mach Xtreme MXUB3SES-16G 16GB SLCnur für OpenMediaVault!38 Euro
GehäuseCooler Master Elite 120 Advancedinkl. 120mm Fan49 Euro

Externes Netzteil72W Trafo Transformator Netzteil72W, Salcar14 Euro
Spannungswandler ATXPicoPSU-9033 Euro
KabelInLine SATA Strom-Y-Kabel SATA1 pro Festplatte2 Euro
ZubehörATX Blende schwarz15 Euro
Zubehör (alternativ)ATX Blende silber15 Euro
ZubehörDelock USB 3.0 PinHead auf 2x USB 3.0 Adapter3 Euro

Internes Netzteil (alternativ)beQuiet System Power 7 300W4x SATA Power, 80+ Bronze38 Euro

DatenfestplattenWestern Digital WD20EFRX NAS 2TBTLER91 Euro
DatenfestplattenWestern Digital WD30EFRX NAS 3TBTLER114 Euro
DatenfestplattenWestern Digital WD40EFRX NAS 4TBTLER150 Euro
DatenfestplattenWestern Digital WD50EFRX NAS 5TBTLER209 Euro
DatenfestplattenWestern Digital WD60EFRX NAS 6TBTLER250 Euro

DatenfestplattenSeagate ST2000VN000 NAS HDD 2TBERC85 Euro
DatenfestplattenSeagate ST3000VN000 NAS HDD 3TBERC112 Euro
DatenfestplattenSeagate ST4000VN000 NAS HDD 4TBERC148 Euro
ZubehörSharkoon SSD Montagerahmenfür eine 4te Datenfestplatte7 Euro

Summe (ohne Datenfestplatten und 4GB Ram)ab 250 Euro



Fazit

Wer ein schnelles 4-Bay NAS sucht, wird mit unserer NAS Basic 2.0 Lösung sicherlich glücklich. Das System ist vor allem sehr sparsam, ein HP Microserver Gen 8 mit alter Ivy Bridge Architektur verbraucht mehr als das doppelte im Idle. Der Zusammenbau unserer NAS Basic 2.0 Lösung ist sehr einfach und auch von Anfängern ohne Probleme machbar.

Intels neue Braswell Arrchitektur mit AES-Ni ist noch effizienter als die Vorgängerarchitektur Bay-Trail, zudem bietet das neue ASRock Mainboard nun auch 4 vollwertige SATA3 Ports. Wird nur der vordere 120mm Gehäuselüfter benutzt, ist dieses NAS zudem noch angenehm leise.

Weiterführende Links: OpenMediaVault - Komplettanleitung zur Installation.

Weitere NAS Anleitungen findet ihr hier: 4-Bay bis 16-Bay Eigenbau-NAS Vorschläge.


299 Kommentare

Von Stefan am 18.05.2016
Technikaffe.de Team

1401 Beiträge
@Chrija: Hört sich für mich nach einem Hardware-defekt an. Welche Komponente nun aber Schuld hat ist schwer zu sagen. Wenn Du noch kannst, würd eich Mainboard PicoPSU und Netzteil einmal komplett durchtauschen / zurückschicken.

Von Chrija am 17.05.2016
Besucher

Hallo zusammen!

Zunächst mal: Vielen Dank und großes Lob für den tollen Artikel und die vielen, sehr detailierten und hilfreichen Beiträge hier!

Da ich als NAS-Neuling auch endlich ein solches haben wollte, habe ich mich vor einigen Tagen rangesetzt und das hier vorgeschlagene Projekt für 4 HDDs, mit Intels Braswell und AES-Ni sowie externem Netzteil über PicoPSU-90 weitestgehend identisch aufgebaut. Als Systemplatte kommt bei mir allerdings eine SSD von SanDisk mit 120GB zum Einsatz. Zum einen wollte ich nun hier mal kurz feedback geben, zum anderen bräuchte ich aber auch unbedingt Hilfe, da ich grad absolut nicht mehr weiterkomme:

Der mechanische Aufbau mit dem Cooler Master Elite 120 Advanced war wirklich sehr unproblematisch, die Installation allerdings aus mehreren Gründen bei mir schon eher beschwerlich: Irgendwie wollte das Board ständig meine Peripheriegeräte nicht richtig erkennen, also selbst USB-Tastatur und Maus nicht, so dass ich nicht mal in das BIOS gelangen konnte, zum anderen wurde bei jedem Neustart die Festplatte nicht mehr gefunden. Schließlich zeigte sich, dass das wohl an meiner gewählten Konstruktion via Delock USB 3.0 PinHead auf einen SATA III Adapter für die 2.5" SSD lag. Nachdem ich den dann rausgeschmissen hatte und die SSD direkt an einen der SATA-Anschlüsse hängte, lief es endlich glatt durch. Allerdings sehr ärgerlich, da ja eigentlich der Plan war, die vier SATAs für die großen Platten zu nutzen. Schon blöd. Dazu hier meine erste Frage, ob Euch da was zu einfällt als alternative Lösung.

Die zweite Sache, die ich allerdings wirklich noch sehr beunruhigender finde, ist die Tatsache, dass ich nun, während und nachdem ich alle updates installiert hatte und dabei war das OMV einzurichten, mehrere völlig unvorhersehbare Total-Blackouts hatte: Ich meine damit NAS aus, beide Lüfter aus, Bildschirm schwarz, Netzteil-LED aus. Und zwar von einer Zehntel-Sekunde auf die andere! Was ist da los? Es gibt so auf den ersten und zweiten Blick keine Wackelkontakte, habe auch den Aufbau denke ich mechanisch ordentlich durchgeführt. Da anscheinend bei KlausF (s.o.) ein ähnlicher Fehler auftrat, habe ich auch schon das BIOS zurückgesetzt, aber ohne Erfolg. Immer wieder fällt sporadisch das ganze Teil aus. Irgendwie nicht sehr beruhigend. Das kann doch eigentlich nur am Netzteil oder Board liegen, oder? Manmal brauchte ich auch quasi mehrere Male bis die ganze Kiste nach einer solchen Geschichte wieder starten wollte. (also PowerBtn gedrückt: nichts, nochmal: wieder nichts. Stecker raus und wieder rein: Ahh, läuft. !?!) Ich habe aktuell keine weiteren Verbraucher dran, Temperaturen sind auch völlig im Rahmen bei unter 30 °C, RAM ist der empfohlene von Kingston. Was kann man da machen, bzw. den Fehler weiter eingrenzen? Woher weiß ich, ob es das externe Netzteil oder die PSU ist? Kann es was ganz anderes sein?!?!

Freue mich über jedwede Hilfe!

Dank und Gruß,
der Chrija

Von Kubunter am 07.05.2016
Besucher

Alles klar, Meßfehler meinerseits.
Habe eben nochmals mit einem Energiemeßgerät nachgemessen.
Entschuldige die erzeugte Verwirrung!

Von Kubunter am 07.05.2016
Besucher

So, heute gemessen.
Ohne Festplatten, NAS idle: 23W
Ohne Festplatten im Standby: 6,4W
Kann mir nun wirklich nicht vorstellen, woher diese Abweichungen kommt.
Im Einsatz ist die 90W PicoPSU.

Von Stefan am 06.05.2016
Technikaffe.de Team

1401 Beiträge
@Kubunter: Nein, eine falsche Bios Einstellung kann man wohl ausschließen. Mess mal wirklich ohne alle Datenfestplatten, vielleicht liegt es ja doch an den Festplatten.

Von Kubunter am 05.05.2016
Besucher

@Stefan
Das ist ja genau das Problen, kann mir auch nicht so richtig erklären an was das liegen kann.
Gibt es eine BIOS-Einstellung die ich eventuell falsch gesetzt habe?

Von Stefan am 05.05.2016
Technikaffe.de Team

1401 Beiträge
@Kubunter: Komisch, aber irgendwas scheint da ja nicht zu stimmen. 7W im Standby ist ja viel zu hoch.

Von Kubunter am 05.05.2016
Besucher

Vielen Dank für deine Antwort.
Ich messe mit einem 400€ Multimeter direkt die Stromaufnahme in Reihe.
Denke nicht das es am Meßgerät oder an der Meßmethode liegt.

Von Stefan am 05.05.2016
Technikaffe.de Team

1401 Beiträge
@Kubunter: Ist eher unwahrscheinlich das es an den Festplatten liegt. Meistens liegt es am Energiemessgerät, denn die günstigen messen gerade im unteren Bereich sehr ungenau.

Von Kubunter am 05.05.2016
Besucher

Habe das System jetzt so aufgebaut.
Leider komme ich nur auf 7W im Standby (gemessen mit Meßadapter und Multimeter).
Bei mir sind zum Test 2 Samsung 500GB Festplatten eingebaut und nicht die WD Red.
Kann das der Grund sein?
Vielen Dank

Von Stefan am 01.05.2016
Technikaffe.de Team

1401 Beiträge
@Oska: Ein zusätzlicher Controller wie die Syba PCI-Express-Controller-Karte ist möglich. Die SSD dann z.B. mit Klebeband irgendwo hin kleben wo noch Platz ist.

Von Oska am 01.05.2016
Besucher

Hi,

erstmal danke für den tollen Artikel.
Da laut eurer Aussage ja nur 4 SATA Slots zur Verfügung stehen und man noch eine Systemplatte benötigt habt ihr ja den Vorschlag mit dem USB Stick angeboten.
Da ich unter Umständen Windows oder ein Dualsystem auf dem NAS haben möchte erscheint mir die Größe des Sticks zu klein und ich überlege eine SSD Systemplatte einzubauen, allerdings ohne einen der 4 Slots zu belegen damit diese für die Hauptplatten frei bleiben.
Wäre es umsetzbar den PCi Slot mit einer SATA Karte zu bestücken und an diese eine bootfähige SSD anzuschließen?
Zum Bsp. diese hier:
Syba PCI-Express-Controller-Karte

Danke u. Grüße
Oska

Von Stefan am 30.04.2016
Technikaffe.de Team

1401 Beiträge
@Christian: Kühleroberseite bis Platinenunterseite sind ca. 4,1 cm.

Von Christian am 30.04.2016
Besucher

Super Artikel, danke! Auf diese Hardwarebasis plane ich jetzt auch, ein NAS-System aufzubauen. Ich würde das Ganze allerdings gerne lautlos (also nur SSDs) und möglichst klein aufbauen. Ist der CPU-Kühler vom Mainboard sehr hoch? Auf dem Bild mit der Seitenansicht mit den Ports wurde das natürlich weggeschnitten...

Von Stefan am 29.04.2016
Technikaffe.de Team

1401 Beiträge
@KlausF: Das ist ja das Problem. Bis auf das Gigabyte GA-N3150N-D3V gibt es kein Braswell Mini-ITX Board mit 4x SATA3.

Von KlausF am 29.04.2016
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Hi
Was kann man denn noch so empfehlen in ähnlicher Preis/Leistungsklasse?
Stromverbrauch sollte ähnlich gering sein. Eine andere Firma wäre auch ok.
Vom CPU her sollte es ähnlich gut sein.

LG

Von Stefan am 28.04.2016
Technikaffe.de Team

1401 Beiträge
@Kubunter: Der Verbrauchsunterschied beträgt 10% (1,35V zu 1,5V), wird so bei 0,1-0,2W liegen (geschätzt).

Von Stefan am 28.04.2016
Technikaffe.de Team

1401 Beiträge
@KlausF: Am Arbeitsspeicher wird es ziemlich sicher nicht liegen. Auf dem Board sind definitiv SATA3 Ports verbaut. Auch hier hat der Arbeitsspeicher keinen Einfluss auf die Geschwindigkeit. Der Kingston Ram von dir ist gut für das Board geeignet. Mit deinem USB 3 Problem (vorne Full-Speed hinten nicht) würde ich mich direkt an ASRock wenden oder zu einem anderen Mainboard greifen, manchmal sind einfach Inkopatibilitäten zwischen verschiedenen Komponenten vorhanden, dass kann man nie zu 100% ausschließen.

Von Kubunter am 28.04.2016
Besucher

Hallo Stefan,
zuerst einmal vielen Dank für den Artikel.
Was ist der ungefähre Verbrauchsunterschied zwischen 4GB DDR3 und 4GB DDRL?
Dankeschön,
Gruß

Von KlausF am 28.04.2016
Besucher

Hallo nochmal
Ich habe noch einen Test gemacht um inkompatibilität auszuschließen.
Ich habe eine normale externe Festplatte via USB 3.0 an die hinteren Anschlüße probiert. Doch das selbe Ergebnis.
Nur der USB 2.0 Anschluß geht problemlos.

Kann es vielleicht sein, das da manches nicht so funktioniert, weil ich nur einen
Ram-Riegel habe? ALso kein DualChannel.
Ich habe mir diesen Ram hier gekauft.

8GB (1x 8192MB) Kingston ValueRAM DDR3L-1600 SO-DIMM CL11-11 Single
(laut Rechnung, auf den Ram steht aber KVR16LS11/8)

Ich habe das BIOS nochmals zurück gesetzt und
ich kann nirgendwo sehen,das es SATA3 ist.

Brauch ich für SATA3 DualChannel?
Für das USB Problem sollte das zwar theoretisch keine auswirkungen haben aber keine Ahnung?

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Über den Autor
Stefan ist 33 Jahre alt, wohnt bei Hamburg und arbeitet als IT-Administrator in einer japanischen Firma. Stefan ist eines der drei Gründungsmitglieder von Technikaffe und schreibt seit April 2013 rund um die Themen Server, Netzwerk und Programmierung.