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NAS Eigenbau 2015 für 4 HDDs mit Intels Braswell und AES-Ni

NAS Eigenbau 2015 für 4 HDDs mit Intels Braswell und AES-Ni

Unsere neuste Anleitung für einen NAS Eigenbau fasst bis zu 4 Festplatten im 3,5 Zoll Format und eignet sich durch den einfachen Zusammenbau für Anfänger aber auch Fortgeschrittene Benutzer. Bei der Technik setzen wir auf die im Frühjahr 2016 vorgestellte Intel Braswell Refresh Architektur, die noch einmal etwas sparsamer als die Vorgängerarchitektur Bay-Trail ist.

Viele möchten ihre Daten aus Sicherheitsgründen lieber verschlüsseln. Hier sind viele Fertig-NAS Lösungen für den privaten Bereich dann schnell am Ende, denn eine Verschlüsselung ist rechenintensiv. Die neue Braswell Architektur unterstützt die AES-Ni und kann so ohne Leistungsverlust Daten schützen. Einen detaillierten Vergleich zwischen Braswell und Bay-Trail findet ihr auch bei uns.

Als Betriebssystem funktionieren theoretisch Windows 8.1, Windows Home Server, Windows Server und Linux. Wir empfehlen aber wie immer in unseren NAS-Anleitungen entweder OpenMediaVault welches auf einem Debian Linux basiert oder FreeNAS (FreeBSD) welches vor allem für Benutzer mit Verschlüsselungswunsch interessant ist.



CPU - Mainboard Kombination

Das neue ASRock J3160-ITX eignet sich ideal für ein kleines, sparsames NAS. Neben dem bereits mitgelieferten und in 14nm gefertigten Intel Celeron J3160 ist Platz für bis zu 16GB DDR3/DDR3L-1600 So-Dimm Arbeitsspeicher, wahlweise mit 1.35V oder 1.5V. Da das Mainboard ziemlich wählerisch ist was den Arbeitspeicher angeht (vor allem im Dual-Channel Modus), empfehlen wir die Kingston KVR16LS11/4.

Der Prozessor selbst kann durch seine geringe Abwärme ohne Probleme passiv gekühlt werden. Das Mainboard besitzt nun 4 SATA3 Ports und unterstützt auf Wunsch eine mPCIe W-LAN Karte. Außerdem ist ein PCIe 2.0 x1 Slot für eine kleine Erweiterungskarte vorhanden.

NAS Eigenbau 2015 für 4 HDDs mit Intels Braswell und AES-Ni

An der rückseitigen I/O Blende befinden sich 4 USB 3.0 und 2 USB 2 Ports sowie die LAN-Schnittstelle und mit HDMI, Display-Port und DVI 3 moderne Grafikausgänge.


NAS Eigenbau 2015 für 4 HDDs mit Intels Braswell und AES-Ni

Wer ein Gehäuse mit vorne liegenden USB-Ports verwenden möchte, kann weitere 2 USB 3.0 und 4 USB 2 Ports an das Mainboard anschließen. Ein TPM (Trusted Plattform Module) Header ist auch wieder vorhanden. Wir werden das TPM in dieser Anleitung nicht benutzen, wer sich aber dafür interessiert kann die Funktionsweise des TPM bei uns nachlesen.



Externes, Passives Netzteil mit PicoPSU

Um die Energieeffizienz zu erhöhen, setzen wir auf das beliebte 72W Trafo Transformator Netzteil von Salcar (14 Euro) mit einer PicoPSU-90 (33 Euro).

In der Kombination sind die beiden Komponenten zwar etwas teurer als ein internes Markennetzteil, wie z.B. einem be quiet! BN256 300W (33 Euro), allerdings lässt sich so der Verbrauch im Idle nochmal um ca. 4W senken (siehe Test: Internes vs. externes Netzteil).

Wer lieber ein internes Netzteil verwenden möchte, dem empfehle ich das oben genannte be quiet! BN256 300W. Wer sich für das externe Netzteil und die PicoPSU-90 entscheidet, dem möchte ich unsere ATX Blende schwarz ans Herz legen, die zwar nicht billig ist, dafür aber das Gehäuse vor Dreck schützt und auch gut aussieht.

Als gutes 4-Bay NAS Gehäuse hat sich das Cooler Master Elite 120 Advanced etabliert, welches über einen gummierten Einlass verfügt, über den dann die Stromversorgung des externen Netzteiles an die PicoPSU-90 angeschlossen werden kann. Handwerkliche Tätigkeiten wie Bohren usw. entfallen damit komplett.



Systemfestplatte - SSD oder SLC-Stick empfehlenswert

Als Festplatte für das Betriebssystem empfiehlt sich eine SSD, da die Lese- und Schreibzugriffe bei Linux schon etwas mehr sind und ein normaler USB-Stick mit MLC-Speicherzellen dann oft nicht lange durchhält. Aktuell eignen sich hierfür die Transcend SSD370 32GB SSD (31 Euro) oder die Kingston SS200S3 30GB SSD (77 Euro) aufgrund des geringen Preises am Besten.

Das ASRock J3160-ITX besitzt wie bereits erwähnt insgesamt 4 SATA Ports. Solltet ihr keinen freien Festplattenslot im Gehäuse mehr freihaben, kann eine SSD auch mit Klebeband fixiert werden, da diese keine Vibrationen abgibt und auch nicht entkoppelt werden muss.

Da das Mainboard nur über 4 SATA-Ports verfügt, gibt es eine noch bessere Lösung für den Systemdatenträger, die allerdings etwas teurer ist. Dazu benötigt man einen USB-Stick mit SLC-Speicherzellen (wichtig!), hier haben sich die Sticks von MX-Technology bewährt: MXUB3SES-8G (20 Euro) oder MXUB3SES-16G (38 Euro). Welchen ihr hier wählt ist euch überlassen, sowohl OpenMediaVault als auch FreeNAS kommen mit 8GB aus, der 16GB Stick ist allerdings deutlich schneller.

Dazu bietet sich der Delock USB 3.0 PinHead auf 2x USB 3.0 Adapter (3 Euro) an, damit man den USB-Stick in das Gehäuse verfrachten kann.

Mit letzterer Lösung kann man alle 4 SATA-Ports für Datenfestplatten nutzen. Leider sind USB-Sticks mit SLC-Speicherzellen deutlich teurer. Warum dies so ist und wo der Unterschied zu einem normalen MLC-USB-Stick ist, könnt ihr hier nachlesen: USB mit SLC-Speicherzellen als Systemfestplatte - Ein SSD Ersatz ?.

Achtung: Die SLC-Sticks funktionieren aktuell NICHT unter FreeBSD (FreeNAS, NAS4Free). Unter OpenMediaVault gibt es hingegen keine Probleme. Für FreeBSD könnt ihr entweder einen normalen USB-Stick oder eine kleine SSD benutzen.



Festplatten

Bei den Datenfestplatten empfehlen wir die Western Digital Red, die mit einer speziellen Firmware ausgestattet sind und mit 3 Jahren Garantie sowie dem Raid-Feature TLER (Time Limited Error Recovery) punkten. TLER (bei Seagate auch ERC genannt) sorgt für eine höhere Stabilität der Festplatten in einem Raid-Verbund und kann dafür sorgen, dass einzelne Festplatten bei einem Lese- oder Schreibfehler nicht sofort aus dem Raid-Verbund entfernt werden. Auch die Seagate NAS Festplatten verfügen über so ein Feature.

Generell würde ich empfehlen lieber größere aber weniger Festplatten zu benutzen - also lieber 3x 6TB als 4x 4TB - der Preis pro TB ist fast identisch und die Energieaufnahme ist bei weniger Festplatten natürlich geringer. Einen Vergleich aktueller Datenfestplatten findet ihr auch bei uns.

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Vergleich der NAS-Betriebssysteme

Ihr könnt auf diesem NAS ein Betriebssystem euer Wahl installieren. Auch Windows 8.1 oder Windows 10 sind möglich, da Microsoft ab Windows 8 mit den Windows Storage Spaces einen eigenen Software-Raid ermöglicht. Windows Home Server ist aktuell nur noch schwer oder gebraucht zu bekommen, ist aber auch eine gute Möglichkeit. Für unsere Empfehlung OpenMediaVault oder auch für FreeNAS findet ihr ausführliche Schritt-für-Schritt Anleitungen bei uns.

OpenMediaVaultFreeNAS
Basis OSDebian 7 (Wheezy)FreeBSD 9.3
Raid-LevelJBOD, 0, 1, 5, 6, 100, 1, Raid-Z (5), Raid-Z2 (6), Z3
DateisystemeExt3, Ext4, XFS, JFSZFS, UFS
Arbeitsspeichermin. 2GBmin. 8GB
BedienungWeboberfläche, KonsoleWeboberfläche, Konsole
SchwierigkeitEinfachFortgeschritten
AnleitungJa, vollständigJa, vollständig




Zusammenbau

Dank des bereits montierten Prozessors ist der Zusammenbau sehr einfach und auch von Anfängern schnell zu bewältigen. Nur der Arbeitsspeicher muss in das Mainboard eingesteckt werden. Die PicoPSU-90 wird dann auf den internen Power-Connector gesteckt. Wundert euch nicht, dass die 4 redundanten Stromkontakte nicht benutzt werden: diese werden nicht benötigt.

Die Datenfestplatten können ohne Schrauben mit 2 Schienen in das Cooler Master Elite 120 Advanced (45 Euro) Gehäuse geschoben werden. Die PicoPSU-90 verfügt nur über einen SATA-Power Stecker, der aber mit einem oder mehreren InLine SATA Strom-Y-Kabel SATA (2 Euro) ausgebaut werden kann.

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Stromverbrauch

Wie immer folgt hier eine detaillierte Aufstellung des Energieverbrauches von diesem NAS. Alle Messwerte wurden mit der Konfiguration: Externes Netzteil + PicoPSU erreicht, der Verbrauch mit einem internen Netzteil ist ca. 4W höher. Gemessen haben wir mit einem Voltcraft Energy Logger 4000.

ZustandBemerkungVerbrauch

Idlekeine Datenfestplatten9,7W
Standbykeine Datenfestplatten3,1W
Standby2 Datenfestplatten Western Digital Red3,3W
Standby4 Datenfestplatten Western Digital Red3,5W

Idle (Spindown *)2 Datenfestplatten Western Digital Red15,5W
Idle (Spindown *)4 Datenfestplatten Western Digital Red21,2W

Idle2 aktive Datenfestplatten Western Digital Red19,1W
Idle4 aktive Datenfestplatten Western Digital Red28,6W

Lesen (1Gbit/s)2 aktive Datenfestplatten Western Digital Red22,7W
Lesen (1Gbit/s)4 aktive Datenfestplatten Western Digital Red35,4W

Schreiben (1Gbit/s)2 aktive Datenfestplatten Western Digital Red25,3W
Schreiben (1Gbit/s)4 aktive Datenfestplatten Western Digital Red41,1W

* Spindown bedeutet, dass sich die Festplatten im StandBy mit geparkten Lese-/Schreibköpfen befinden.

Wie man sieht sind wir mit unserem externen 72W Netzteil fast schon übermotorisiert:Wir konnten maximal einen Verbrauch von 41,1W messen. Der Peak-Wert beim Booten betrug laut Messung maximal etwa 55W für ca. 2-3 Sekunden. Auch nach mehrstündigen Betrieb wird das Netzteil maximal "handwarm" (gemessen: 35°C).



Temperaturen

Hier findet ihr von mir eine Übersicht der gemessenen Temperaturen nach 10 Stunden Betrieb bei einer Raumtemperatur von 21°C.

KomponenteMax. Temperatur
externes Netzteil35°C
PicoPSU37°C
CPU (Kühlkörper)32°C
Arbeitsspeicher30°C
Mainboard44°C
Datenfestplatten31°C

Die Temperaturen habe ich in einem offenen Testaufbau ohne Gehäuse ermittelt. Sorgt bei eurem Gehäuse bitte dafür, dass mindestens 1 Lüfter für Frischluft sorgt, am Besten sollte der Luftstrom über eure Datenfestplatten gehen, da diese am empfindlichsten sind.



Transfergeschwindigkeit

Gemessen habe ich mit großen MKV-Datei von mindestens 1,5GB. Dabei hat das NAS durchschnittlich 106MB/s beim Schreiben auf das NAS und 85MB/s beim Lesezugriff erreicht (Raid1). In einem Raid 5/6 dürfte die Geschwindigkeit noch etwas zunehmen - aber auch in einem Raid1 aus 2 Festplatten ist die Geschwindigkeit gut und beim Schreiben fast am Maximum von 1Gbit LAN.

NAS Eigenbau 2015 für 4 HDDs mit Intels Braswell und AES-Ni

AktionGeschwindigkeitCPU-Auslastung
Lesen85 MB/s25%
Schreiben106 MB/s35%



Interner Raid-Benchmark

Ich habe einen Raid-5 Verbund aus 4 Festplatten vom Typ Western Digital Red mit je 6TB einem kleinen Linux-Benchmark unterzogen, den ich euch nicht vorenthalten möchte:

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OpenMediaVault oder FreeNAS ?

Diese beiden NAS Betriebssysteme unterscheiden sich sehr stark voneinander. Deutlich einfacher in der Bedienung ist OpenMediaVault, welches normale Raid-Level und das verbreitete Ext4 Dateisystem von Linux benutzt. Auch Anfänger kommen sehr schnell mit OpenMediaVault zurecht.

Zudem funktioniert AutoShutDown und WOL perfekt unter OpenMediaVault. Mit diesem Feature versetzt sich das NAS automatisch in den Standby Modus sobald keine aktiven Clients / PCs mehr im Netzwerk sind. Welche PCs auf Aktivität überprüft werden bevor sich das NAS schlafenlegt, kann man sehr einfach festlegen.

Aus diesem Standby Modus (in dem das NAS nur rund 3W verbraucht) lässt sich das NAS mit einem WOL-Paket aufwecken und ist dann in ca. 10 Sekunden wieder voll einsatzbereit. Ein WOL-Paket kann man aus Windows, Linux oder MacOS senden, sogar die MediaPlayer Software Kodi beherrscht dies von Haus aus. Die Konfiguration von AutoShutDown und WOL wird in unserer OpenMediaVault Komplettanleitung detailliert beschrieben.

Damit eignet sich OpenMediaVault ideal um ein immer bereites NAS mit sehr geringen Energiekosten zu betreiben. Der aktuell einzige Nachteil an OpenMediaVault ist, dass sich Daten aktuell noch nicht verschlüsseln lassen.

FreeNAS hingegen beherrscht die Verschlüsselung von Daten wie kein anderes System. Dank des auf Datenintegrität optimierten ZFS-Dateisystems werden alle Daten maximal geschützt. Allerdings ist FreeNAS bzw. das ZFS-Dateisystem sehr Arbeitsspeicher hungrig, das Minimum liegt hier bei 8GB, bei größeren Raids (mehr als 12TB) wird meist sogar zu 16GB Arbeitsspeicher geraten.

Zudem ist FreeNAS eher für Firmen und professionelle Anwender entwickelt worden und beherrscht den Übergang zwischen Standby und Aktiv deutlich schlechter als OpenMediaVault. Um auch unter einem 24/7 FreeNAS System Energie zu sparen, werden die Festplatten nach längerer Inaktivität in einen Ruhemodus versetzt. Mit 4 ruhenden Festplatten ist ein Verbrauch von knapp über 20W realistisch.



Braswell Display Fix für OpenMediaVault

Mit einigen Braswell Mainboards gibt es zur Zeit das Problem, das OpenMediaVault ohne angeschlossenen Monitor nicht startet. Da viele ihr NAS sicherlich ohne Monitor betreiben ist dies natürlich ein Problem. Die ASRock J3160-ITX und ASRock N3700-ITX Mainboards sind davon auch betroffen.

Abhilfe schafft ein kleiner Eingriff in den Linux Bootloader, danach startet dann OpenMediaVault auch ohne angeschlossenen Monitor. Und so gehts:

1. Startet OpenMediaVault (mit Monitor).
2. Meldet euch in der Konsole mit dem Benutzer root und euren, während der OpenMediaVault Installation vergebenen, Passwort an.
3. Gebt nano /etc/default/grub ein
4. Entfernt das # vor dem Eintrag GRUB_TERMINAL=console

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5. Speichert die Änderung mit STRG + O und schließt die Datei dann mit STRG + X
6. Die Änderungen müssen nun nochmals mit update-grub gespeichert werden.



Häufige Fragen rund um OpenMediaVault

Frage: Ist der Raid später erweiterbar ?
Antwort: Ja (Raid 0,5,6)

Frage: Kann man den Raid bei einem Festplattenausfall wiederherstellen ?
Antwort: Ja, defekte Festplatte austauschen und die Wiederherstellungsfunktion in OMV benutzen.

Frage: Kann man den Systemdatenträger austauschen ohne Daten auf dem Raid zu verlieren ?
Antwort: Ja, der Raid ist unabhängig vom Systemdatenträger.

Frage: Kann man die Hardware (CPU, Mainboard, Arbeitsspeicher) austauschen, ohne Daten auf dem Raid zu verlieren ?
Antwort: Ja, der Raid ist unabhängig von der verwendeten Hardware.

Frage: Ich habe Probleme mit der Installation von OMV (Grub-Bootloader)!
Antwort: Der OMV Systemdatenträger muss als erstes Laufwerk angeschlossen sein (/sda). Alle Datenfestplatten sollten während der Installation abgeklemmt werden.

Frage: Unterstützt OpenMediaVault eine Verschlüsselung der Daten ?
Antwort: Aktuell noch nicht. Zwar unterstützt Linux seit Juli 2015 die Verschlüsselung des Ext4 Dateisystems, es ist aber noch unbekannt wann OpenMediaVault dies auch unterstützt. Wer aktuell nicht auf eine Verschlüsselung der Daten verzichten möchte, dem empfehlen wir FreeNAS.



Häufige Fragen rund um FreeNAS

Frage: Ist ein Raid-Z (5) bzw. Raid-Z2 (6) später erweiterbar ?
Antwort: Nein, dies ist einer der Nachteile am ZFS-Dateisystem.

Frage: Wird unbedingt ein System mit ECC-Arbeitsspeicher benötigt ?
Antwort: ECC wird bei FreeNAS von vielen empfohlen. In der Tat kann ECC-Arbeitsspeicher Single-Bit Flips selbstständig korrigieren und erhöht so die Datenintegrität. Dies gilt für jedes Dateisystem, nicht nur für ZFS. ZFS verfügt über eine eigene Integritätsprüfung mit Checksummen und kann einfache Fehler so selbstständig beheben.

Je wichtiger die auf dem NAS gespeicherten Daten, je sinnvoller wird auch der Einsatz von ECC-Arbeitsspeicher, der allerdings auch ein ECC-fähiges Mainboard (samt CPU) vorraussetzt. Kleinere Systeme können unserer Meinung nach auch ohne ECC-Speicher betrieben werden, eine detailliertere Erklärung findet ihr in unserer FreeNAS Schritt-für-Schritt Anleitung.

Frage: Kann man den Systemdatenträger austauschen ohne Daten auf dem Raid zu verlieren ?
Antwort: Ja, der Raid ist unabhängig vom Systemdatenträger.

Frage: Kann man die Hardware (CPU, Mainboard, Arbeitsspeicher) austauschen, ohne Daten auf dem Raid zu verlieren ?
Antwort: Ja, der Raid ist unabhängig von der verwendeten Hardware.



Liste aller benötigten Komponenten

Hier haben wir alle Komponenten noch einmal zusammen aufgelistet.

KomponenteNameBemerkungPreis
CPU+MainboardASRock J3160-ITX93 Euro
ArbeitsspeicherKingston KVR16LS11/4 4GB DDR3L-160020 Euro
System-SSDTranscend SSD370 32GB SSD31 Euro
System-SSD (alternativ)Kingston SS200S3 30GB SSD77 Euro
System-USB (alternativ)Mach Xtreme MXUB3SES-8G 8GB SLCnur für OpenMediaVault!20 Euro
System-USB (alternativ)Mach Xtreme MXUB3SES-16G 16GB SLCnur für OpenMediaVault!38 Euro
GehäuseCooler Master Elite 120 Advancedinkl. 120mm Fan45 Euro

Externes Netzteil72W Trafo Transformator Netzteil72W, Salcar14 Euro
Spannungswandler ATXPicoPSU-9033 Euro
KabelInLine SATA Strom-Y-Kabel SATA1 pro Festplatte2 Euro
ZubehörATX Blende schwarz15 Euro
Zubehör (alternativ)ATX Blende silber15 Euro
ZubehörDelock USB 3.0 PinHead auf 2x USB 3.0 Adapter3 Euro

Internes Netzteil (alternativ)be quiet! BN256 300W4x SATA Power, 80+ Bronze33 Euro

DatenfestplattenWestern Digital WD20EFRX NAS 2TBTLER92 Euro
DatenfestplattenWestern Digital WD30EFRX NAS 3TBTLER112 Euro
DatenfestplattenWestern Digital WD40EFRX NAS 4TBTLER157 Euro
DatenfestplattenWestern Digital WD50EFRX NAS 5TBTLER231 Euro
DatenfestplattenWestern Digital WD60EFRX NAS 6TBTLER249 Euro

DatenfestplattenSeagate ST2000VN000 NAS HDD 2TBERC84 Euro
DatenfestplattenSeagate ST3000VN000 NAS HDD 3TBERC90 Euro
DatenfestplattenSeagate ST4000VN000 NAS HDD 4TBERC136 Euro
ZubehörSharkoon SSD Montagerahmenfür eine 4te Datenfestplatte7 Euro

Summe (ohne Datenfestplatten und 4GB Ram)ab 250 Euro



Fazit

Wer ein schnelles 4-Bay NAS sucht, wird mit unserer NAS Basic 2.0 Lösung sicherlich glücklich. Das System ist vor allem sehr sparsam, ein HP Microserver Gen 8 mit alter Ivy Bridge Architektur verbraucht mehr als das doppelte im Idle. Der Zusammenbau unserer NAS Basic 2.0 Lösung ist sehr einfach und auch von Anfängern ohne Probleme machbar.

Intels neue Braswell Arrchitektur mit AES-Ni ist noch effizienter als die Vorgängerarchitektur Bay-Trail, zudem bietet das neue ASRock Mainboard nun auch 4 vollwertige SATA3 Ports. Wird nur der vordere 120mm Gehäuselüfter benutzt, ist dieses NAS zudem noch angenehm leise.

Weiterführende Links: OpenMediaVault - Komplettanleitung zur Installation.

Weitere NAS Anleitungen findet ihr hier: 4-Bay bis 16-Bay Eigenbau-NAS Vorschläge.


341 Kommentare

Von Stefan am 29.09.2016
Technikaffe.de Team

1559 Beiträge
@Jedrek: Sorry damit habe ich keine Erfahrung.

Von David am 29.09.2016
Besucher

@Stefan:

Danke aber diese MB hat leider nur 2xSATA port :(
Warten oder kaufen...hmm muss ich noch uberelegen

Trotzdem danke

Von Jedrek am 29.09.2016
Besucher

Ok danke für den Tipp.

Weiterführende Frage: ;-)
Ich möchte in meinem kleinen Netzwerkschrank meinen Server unterbringen. Hab auch schon ein Gehäuse welches aber durch die 1U (300mm Tiefe) nur Platz für 2 HDDs bietet.
Jetzt muss ich die restlichen HDDs irgendwie anders als direkt intern anbieten.
Als 1. Idee hätte ich einfach eine günstige SATA Backplane verwendet. Problem ist ich finde keine rackmount Versionen.
Ist euch ev. irgendeine 19" Rackmount Lösung bekannt? (die Backplanes über 200€ sind mir bekannt - würde aber etwas günstigeres suchen). Oder irgendeine Lösung wie ich 5.25" als 19" Rackmount verwenden kann?
Alternativ muss ich mir einfach ein 2. Dummygehäuse zulegen, die HDDs einfach reinlegen und über die hinteren Öffnungen verbinden

Beste Grüsse

Von Stefan am 28.09.2016
Technikaffe.de Team

1559 Beiträge
@Jedrek: Ja, 72W Trafo Transformator Netzteil + PicoPSU-90. Wenn Du mehr als 4 Festplatten verwenden möchtest reicht die PicoPSU-90 nicht aus. Für 6-8 Festplatten könntest Du das PicoPSU-160-XT mit einem LEICKE Netzteil 120 Watt 12V 10A benutzen. Getestet habe ich dies aber nicht, weil ich ab 5-6 Festplatten dann eher zu einem normalen Netzteil raten würde weil die Effizienz dort dann nahezu identisch ist und der Preis ist bei einem normalen Netzteil natürlich deutlich geringer.

Von Jedrek am 28.09.2016
Registrierter Benutzer

1 Beitrag
Hi,

Bin jetzt etwas durcheinander.
Also 72W Netzteil 12V6A + PicoPSU 90?

Weiterführende Frage:
Habe geplant insgesamt 6 - 8 HDDs anzuschließen und möchte gerne das PicoPSU verwenden (gerinter Platz im Gehäuse)
Wäre es denkbar eine stärkere PicoPSU zu verwenden oder einfach 2 und ich schließ jeweils 4 und 4 HDDs an?

Grüsse

Von Stefan am 28.09.2016
Technikaffe.de Team

1559 Beiträge
@Dentic: Du hast Recht, Du benötigst eine 12V Quelle.

Von Dentic am 28.09.2016
Besucher

Hi Stefan,

danke für die schnelle Antwort.

Ich dachte die PicoPSU braucht eine 12V DC Quelle? Deswegen habe ich jetzt die 12V 7A Variante bestellt. War das falsch?

Von Stefan am 27.09.2016
Technikaffe.de Team

1559 Beiträge
@David: Ob dir der Unterschied von 10% wirklich 20 Euro wert ist, musst Du entscheiden das kommt darauf an wieviel Leistung Du benötigst. Mit dem ASUS J3455M-E wurde gestern das erste Apollo Lake Mainboard angekündigt (siehe Vorstellung). Verfügbarkeit ? Ende Oktober bis Ende November ?

Von David am 27.09.2016
Besucher

@Stefan:

Danke fur schnelle antwort. NAS als haus server benutzen fur owncloud, filme und torrents + filme schauen KODI.
OVM oder FreeNAS versuchen - was passt mir besser, oder den Synology OS.

Mit VM support kann ich auch VMware da instalieren und haben verschiedene möglichkeiten.
1x VM - NAS
1x VM - Kodi
1x VM - Windows ?

mal sehen wie es lauft ;)

Ich umsteige von Zyxel NAS zu diese PC veil ich brauch mehr als 2x HDD haben und alles im ein system haben, gerade hab ich noch Android TV - Minix x8.

Zwischen N3700 vs. J3710 is nur 10% unterschied so lohnt sich 20e extra zahlen?
Oder ich nehme jetzt n3700 und wann kommt Apollo lake dan wurde ich es wechseln?

Danke

Von Stefan am 27.09.2016
Technikaffe.de Team

1559 Beiträge
@David: Kommt immer drauf an was Du mit dem NAS machen möchtest. Der N3700 hat neben den Virtualisierungsfeatures auch die größere Grafikeinheit.

Von David am 27.09.2016
Besucher

Hallo,

Ich uberlege grad welche MB soll ich kaufen.

ASRock J3160-ITX (80e) oder ASRock N3700-ITX (diese seht im test bischen schneller) auch preisunterschied ist 7-10e (90e)
ASRock J3710-ITX - ist noch bischen schneller aber kostet um 110e

Bei Celeron J3160 ist kein vitrualisation support , so ich denke Pentium wurde besser

Oder soll ich noch warten fur Apollo lake MB?

----
Ich hab schon alle komponenten gekauft picoPSU 120w, Fractal Design Core 500 tower und ich mochte mein Zyxel NSA 325v2 umtauchen - zu haben NAS + Media PC

Danke

Von Stefan am 27.09.2016
Technikaffe.de Team

1559 Beiträge
@Dentic: Das 72W Netzteil ist nach wie vor erhältlich. Du musst die 12V 6A Variante wählen.

Von Dentic am 26.09.2016
Registrierter Benutzer

1 Beitrag
Hi,

vielen Dank für den super Artikel!

Kann es sein, dass sich beim Netzteil was verändert hat? Im Artikel steht ein 72W Netzteil. Bei Amazon finde ich aber nur 36W. Habe ich da einen Denkfehler?


Viele Grüße
Alex

Von Daniel am 19.09.2016
Besucher

Vielen Dank für deine schnelle Antwort Stefan! Ich denke ich werde dann tatsächlich lieber zu einer etwas potenteren Hardware greifen. Schade ist dann nur, dass ich diese Traum-Verbrauchswerte sicher nicht hinbekommen werde und bei einem System das 24h pro Tag läuft macht sich das dann schon bemerkbar. Ein i3 ist da sicher ein guter Vorschlag von dir aber auch ein Xeon D (z. B. Intel Xeon D-1520 bzw. ASRock Rack D1520D4I) könnte ich mir gut vorstellen, ist dann aber natürlich weit entfernt von einem 250 Euro System ;). Doch daran sollte es sicher nicht scheitern.

Besten Dank und Viele Grüße,
Daniel

Von Stefan am 19.09.2016
Technikaffe.de Team

1559 Beiträge
@Daniel: Ich habe hier die PicoPSU drin, weil der Vorteil meiner Meinung nach ist, dass man diese zukünftig auch für ein anderes Mainboard weiterbenutzen kann. Ansonsten kannst Du natürlich auch zur DC-Version des Mainboards greifen, die DC-Variante ist im Verbrauch identisch zu einer PicoPSU.

Für einen Windows 2012 Server würde ich beim Mainboard mindestens zu einem ASRock J3710-ITX greifen, besser ist aber sicherlich ein Skylake System mit Core i3.

Von Daniel am 18.09.2016
Besucher

Hallo Technikaffe.de-Team,

vielen Dank für den tollen Artikel und auch das letzte Update. Ich habe mir zugegebenermaßen nicht die letzten 325 Kommentare durchgelesen, also vielleicht wurde das Thema (beim Vorgänger-Mainboard) bereits behandelt, doch ich hätte da noch folgende Frage bzw. Verbesserungsvorschlag: Würde es nicht mehr Sinn machen statt dem ASRock J3160-ITX, der PicoPSU-90 und dem externen 72W Netzteil direkt zum ASRock J3160DC-ITX zu greifen? In Summe ist der Aufpreis geringer als die Kosten für ein externes Netzteil plus Spannungswandler, der Innenraum des Gehäuses ist nochmals aufgeräumter und der Stromverbrauch mit etwas Glück sogar nochmal etwas geringer (wobei ich von letzterem erstmal nicht unbedingt ausgehen würde).

Abschließend noch andere Frage: Glaubt ihr das Mainboard (mit 16GB Ram) ist für einen Windows Server (Windows Server 2012 R2) unterdimensioniert? Hängt natürlich auch immer davon ab was man damit machen will ;). Am Anfang würde ich tatsächlich das Teil nur als Domain Controller und NAS verwenden. Langfristig könnte ich mir allerdings vorstellen vielleicht mal einen Wiki Server, FTP Server, SVN Server oder ähnliches drauf laufen zu lassen, natürlich alles immer nur für den privaten Gebrauch, d. h. mit nur sehr wenigen gleichzeitigen Zugriffen. Ich muss zugeben da noch etwas Bauchschmerzen bezüglich des Einsatzes mit Windows Server zu haben.

Vielen Dank im Voraus!

Von Stefan am 18.09.2016
Technikaffe.de Team

1559 Beiträge
@Dominik: Ich habe den Artikel aktualisiert. Das ASRock N3150-ITX habe ich durch das neuere ASRock J3160-ITX ersetzt, welches bis auf den neueren Prozessor identisch ist. Der Prozessor selbst ist Dank höherem Turbo (2,24 GHz statt 2,08 GHz) geringfügig schneller.

Von Dominik am 17.09.2016
Besucher

Hi,

das im Artikel vorgeschlagende Mainboard ist kaum noch zu bekommen. Welche alternative Mainboards gibt es?

Gruß
Dominik

Von Stefan am 15.09.2016
Technikaffe.de Team

1559 Beiträge
@Frank: Die meisten Braswell Boards arbeiten einwandfrei mit bis zu 16GB Ram. Die "max 8GB" Angabe von Intel ist reines Marketing um die teureren Systeme von Braswell zu trennen. Die Synology Systeme unterstützen aber meist nur max. 6GB (theoretisch 8GB aber dann musst Du das halbe Gehäuse auseinande rnehmen um an die erste Ram-Bank zu kommen. Da Du dich scheinbar schon ein bisschen schlau gemacht hast, würde ich dir ein Braswell Board empfehlen. Als Gehäuse dann ein Standard Mini-ITX, alles andere ist meist zu teuer.

Von Frank am 15.09.2016
Besucher

Huhu
ich lese mich seit einigen Tagen intensiv in das Thema ein, und schwanke immer wieder zwischen dem Microserver Gen8 (ECC, aber lahmes Booten, was bei mir schlecht ist, da ich nur bei Bedarf statt 24/7 laufen lassen will) und einem Selbstbau mit einem Board wie diesem.

Meine konkrete Frage:
Das Gigabyte FGA-N3150N-D3V hat 2 NICs, unterstützt aber lt. Hersteller nur 8 GB RAM. Dieselbe Beschränkung fand ich auch beim Asrock J3160DC-ITX genannt. Selbst auf Intel ARK sieht man diese Angabe. Dennoch stehe auf vielen Händerleiten zu diversen Braswell-Boards, dass sie 16 GB unterstützen. Wer weiß, wer da bei wem abschreibt. Kann mir jemand Klarheit verschaffen?

Ich bin auch noch unschlüssig bezüglich der Stromversorgung. Edle Gehäuse wie das In Win IW-MS04 (http://geizhals.de/in-win-iw-ms04-iw-pf052-a1244918.html) haben ein Flex-ATX eingebaut, das für Braswell überdimensioniert ist, dafür haben sie eine ordentliche Backplane eingebaut. Das Asrock-DC-Board mit 65-W-Netzteil wäre für 4 WD Reds ausreichend, denn die kann man per Jumper versetzt starten lassen. Aber ich kenne kein ansehnliches Gehäuse für Flex-ATX-Netzteil ohne vorinstalliertes NT, sodass man doppelt kaufen würde.
Ich glaube, hardwaretechnisch wäre mir ein Gerät à la Synology & co. am liebsten, die gibt es ja mittlerweile auch mit Braswell, aber dann ohne vorinstalliertes OS und mit 16 Gig RAM ausrüstbar, damit man da ein "ordentliches Linux mit ZFS draufziehen kann.

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Stefan ist 33 Jahre alt, wohnt bei Hamburg und arbeitet als IT-Administrator in einer japanischen Firma. Stefan ist eines der drei Gründungsmitglieder von Technikaffe und schreibt seit April 2013 rund um die Themen Server, Netzwerk und Programmierung.