Tech Startup gründen: von der Idee über günstige Ausstattung bis zur erfolgreichen Umsetzung

unternehmerinnen im buero

Was ist ein Startup?

Nicht jedes neu gegründete Unternehmen ist automatisch ein Startup. Ein Startup zeichnet sich dadurch aus, dass es eine Marktlücke füllt und es in seiner Form einzigartig ist.


Wer kann ein Startup gründen?

Im Prinzip kann jeder ab einem Alter von 18 Jahren Startup Gründer werden. Erfahrungen im Bereich Recht und Finanzen sind jedoch von Vorteil.


Was sind die Voraussetzungen zum Gründen eines Startups?

Eine einzigartige Geschäftsidee ist das Kernstück eines jeden Startups. Darüber hinaus ist die Finanzierung des Vorhabens ausschlaggebend für dessen Erfolg. Denn die Ausstattung mit Hardware und Software bringt hohe Kosten mit sich.


Dank des Internets ist es heute so einfach wie noch nie, ein eigenes Startup zu gründen. Besonders die sogenannten Tech-Startups sind sehr erfolgreich, denn mittlerweile kann fast jeder Lebensbereich durch Technologie optimiert werden.
Allerdings bedarf die Gründung eines Startups neben einer einzigartigen Geschäftsidee, Motivation und Gründergeist, auch einer gründlichen Planung und Kalkulation.

Erfahren Sie in diesem Ratgeberartikel, welche unterschiedlichen Tech-Startup Branchen existieren, was Sie für eine Startup Gründung benötigen, sowie weitere hilfreiche Informationen rund um das Thema Gründung und Finanzierung.

1. Was benötige ich für die Gründung eines Startups?

Ganz gleich für welche Startup Branche Sie sich entscheiden, die ersten Schritte in die Selbstständigkeit sind für Gründer im Wesentlichen immer die Gleichen. Erfahren Sie in unserer Checkliste, was Sie alles beachten müssen.

  1. 1.1. Der Businessplan:

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    Zu einem vollständigen Businessplan gehört neben der Ausformulierung Ihrer Geschäftsidee auch eine realistische Kalkulation der Kosten.

    Der Businessplan ist vorerst die Visitenkarte Ihrer Geschäftsidee.
    Zum einen ist der Businessplan für Sie als Gründer bzw. für Ihr Gründerteam unerlässlich, um sich auf gemeinsame Ziele zu verständigen.

    Zum anderen dient der Businessplan inklusive Finanzplan als Grundlage, mit der Sie potenzielle Investoren oder Banken überzeugen können, Ihre Idee finanziell zu unterstützen.

    1.2. Ausstattung und Kosten für Hardware bzw. Software:

    Für Tech-Startups ist eine moderne und gute Ausstattung mit Hard- und Software, sowie eine gute Internetverbindung unerlässlich. Die Anschaffung von Arbeitsmitteln und Tools kostet aber viel Geld. Mittlerweile gibt es daher eine große Auswahl an gebrauchter Hard-und Software für Unternehmensgründungen. Bevor Sie also über die Neuanschaffungspreise staunen und Ihr Vorhaben infrage stellen, sollten Sie sich geeignete Gebrauchtware als Alternative anschauen.

  2. Besonders wenn Sie Software gebraucht kaufen, können Sie Kosten sparen und erhalten trotzdem ein neuwertiges Produkt. Leistungsstarke Software haben in der Regel hohe Lizenzkosten und auch Folgekosten. Das gilt insbesondere für Programme aus den Bereichen Bild- und Videobearbeitung, Grafik sowie Produktdesign und 3D Visualisierungen.

    Beim Gründen eines Internet Startups ist die Location in der Regel weniger wichtig, als in einem konventionellen Startup. In letzterem Fall, sollte der Standort am besten in der Region der Zielgruppe ansässig sein.

    1.3. Die Rechtsform:

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    Mit etwas Geduld und Gründlichkeit sind die formalen Schritte der Anmeldungen schnell und ohne hohe Kosten erledigt.

    Beim Gründen eines Startups müssen sich die Unternehmer auf eine Rechtsform einigen. In Konstellationen mit mehreren Unternehmern kann es sinnvoll sein, sich Hilfe zu holen, d.h. sich juristisch beraten zu lassen, um Haftungs- und Steuer-Fragen zu klären.

    1.4. Formalia:

    Je nach Art des Startups sind einige formale Anmeldungen bspw. beim Finanzamt, Gewerbeamt und der Industrie- und Handelskammer notwendig. Nur so können Sie als Unternehmen seriös und legal auftreten.

    1.5. Versicherung:

    In vielen Fällen macht es Sinn, Versicherungen abzuschließen, die speziell auf die Bedürfnisse von Startups zugeschnitten sind. So können Sie unternehmerische Risiken, aber auch unvorhersehbare Probleme wie z.B. Lieferschwierigkeiten oder Rechtsstreit mit Kunden oder Partnern etwas abfedern.

    1.6. Marketing:

    Nachdem Sie den Grundstein für Ihr Startup gelegt haben, beginnt die Phase der Kundenakquise.
    Effizientes Marketing ist hierbei das A und O.
    Besonders für Internet Startups ist eine professionelle Online-Präsenz unerlässlich.

    1. 2. Welche unterschiedlichen Tech-Startup Branchen gibt es?

    2. Tech-Startups findet man in vielen verschiedenen Branchen. In der folgenden Tabelle haben wir die derzeit wichtigsten Tech-Startup Branchen, sowie deren Beschreibung für Sie aufgelistet.
    Startup Branche Beschreibung
    FinTechs
    • Kombination aus Finanzdienstleistungen und Technologie
    • bekanntestes Beispiel: Paypal
    • kontaktloses Bezahlen
    PropTechs
    • Kombination aus Immobilien (Property) und Technologie
    • z.B. Vergleichsportale von Immobilien
    • virtuelle Hausbesichtigungen
    • Planungstools für Neubauten
    • Digitalisierung für Hausverwaltungen
    LegalTechs
    • Dienstleistungen in den Bereichen Recht und Verwaltung
    • technologische Lösungen für Juristen
    • Automatisierung administrativer Prozesse
    GreenTechs
    • Kombination aus Nachhaltigkeit und Technologie
    • z.B. Ideen zur innovativen Energiegewinnung, CO2-Reduktion etc.
    GovTechs
    • Technologische Lösungen für die Optimierung des Staatsapparats
    • smarte Lösungen für Behörden
    • Digitalisierung von Akten und Prozessen
    HealthTechs
    • Digitalisierung des Gesundheitssektors
    • Entwicklung von ‚Wearables‘ ( z.B. Healthwatch)
    • Digitalisierung von Krankenhausakten
    • Einrichtung von Tele-Kliniken
    FoodTechs
    • z.B. Online-Lieferdienste
    • Reservierungsplattformen für Restaurants
    • Apps für Landwirte zur Optimierung der Lieferkette und Vertriebswege

    3. Welche Möglichkeiten der Finanzierung gibt es?

    Als bessere Alternative zur klassischen Bankkredit gibt es mittlerweile viele Möglichkeiten, wie Sie Ihr Startup in der Anfangsphase finanzieren können. Denn Banken und traditionelle Kreditinstitute verleihen jungen Unternehmen in den meisten Fällen kein Geld. Das liegt daran, dass die sehr kurze Unternehmenshistorie keine vernünftiges Rating der Kreditwürdigkeit zulässt und die Bonität von Unternehmen erst erhöht wird, nachdem einige Jahre erfolgreiches Wachstum und im Idealfall Gewinne mit Nachweis vorgelegt werden kann.

  3. Wir stellen Ihnen daher nachfolgend drei gängige Methoden zur Finanzierung trotz fehlender Bonität sowie ihre Vor-und Nachteile vor.

    3.1. Eigenkapital

    Wie der Name schon suggeriert, wird bei dieser Variante ausschließlich mit eignen Geldmitteln hantiert. Diese Methode wird im Fachjargon auch als „Bootstrapping“ bezeichnet.

    • geringer Arbeitsaufwand im Vergleich zu Investorensuche
    • keine Verschuldung
    • unabhängige Arbeitsweise möglich
    • kein soziales und professionelles Netzwerk für Feedback
    • hoher psychischer Druck, alles alleine zu bewältigen

    Eine gute Alternative kann es sein, sich privat Hilfe zu holen. Leihen Sie sich von Familienmitgliedern und Freunden die entsprechenden Mittel, fallen i.d.R. keine Zinsen an und der psychische Druck hält sich auch in Grenzen.

    3.2. Staatliche Förderungen

    Förderkredite sind besonders attraktiv für Gründer, denn die Mittel stammen aus öffentlichen Töpfen. Diese bieten sehr günstige Bedingungen, da sie nicht nur wirtschaftliche Ziele verfolgen, sondern auch das politische Ziel, das Gründen von Startups in Deutschland zu fördern.

    • niedrigere Zinsen als bei einem Bankkredit
    • ersten Jahre oft tilgungsfrei
    • quasi maßgeschneiderte Förderung für Ihr Startup
    • Fördermittelbeschaffung ist relativ zeitaufwändig

    3.3. Gründungszuschuss

    startup-crowdfunding

    Crowdfunding ist eine relativ risikoarme Möglichkeit, Ihre Idee oder Ihr Produkt auf dem Markt zu testen.

    Neben den staatlichen Förderkrediten besteht auch die Möglichkeit, einen reinen Zuschuss aus öffentlichen Mitteln zu beantragen. Dies hat offensichtlich den Vorteil, dass Sie das Geld nicht zurückzahlen müssen und somit theoretisch ganz ohne eigenes Kapital ein Startup gründen können.

    Die Vergabe von Zuschüssen ist allerdings oft an strenge Auflagen und an spezielle politische Ziele und Zwecke gebunden, sodass die Beantragung sehr aufwändig sein kann.

    3.4. Förderung durch Crowdfunding

    Beim Crowdfunding wird das benötigte Kapital von einer Vielzahl verschiedener Geldgeber eingesammelt und bereitgestellt.

    • Risiko wird auf viele Schultern verteilt
    • Möglichkeit, die Marktfähigkeit eines Prototypen oder einer Idee zu testen
    • erster Marketingschritt
    • sehr zeitaufwändig
    • hohe Kosten für Plattform und Transaktionen (ca. 4-12 Prozent der Finanzierungssumme)

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