Eigener Cloud Server – mit ownCloud sicher vor Datenklau

Was ist ownCloud ? Wie der Name schon sagt, ist ownCloud ein Programm um seine eigene Cloud (ich hasse dieses Wort langsam) - seinen eigenen Server - zu erstellen, ähnlich wie DropBox oder Google Docs, nur dass die Daten eben nicht bei Drittfirmen gespeichert werden, sondern auf eurem eigenen Webserver oder NAS.

Auf euren eigenen Server könnt ihr dann Dateien aller Art, Musik, Videos, Bilder, Kontakte und euren Kalender speichern und zwischen mehreren Geräten und Personen syncronisieren. Das ganze natürlich auch verschlüsselt über SSL.

ownCloud kann auch im Business Bereich eingesetzt werden und lässt sich z.B. in eine Windows Server Domäne integrieren. Auch die Aufgabenverwaltung, mit der man auch Aufgaben für andere Kontakte hinterlegen kann (z.B. eine bestimmte Präsentation zu erstellen oder) sowie den Fortschritt von Projekten abbilden, ist eine tolle und einfache Sache.

Auch Kalender und Kontakte in Outlook können mit ownCloud problemlos syncronisiert werden (für Outlook wird ein Plugin benötigt). Alternativ schlägt unser Besucher Jochen das Plugin ical4ol für die Syncronisation mit Outlook vor.

Vorraussetzung für ownCloud


- einen Webserver (Empfehlung: All-inkl.com. Hier bekommt ihr 10GB Speicher für 5 Euro/Monat oder 25GB Speicher für 8 Euro/Monat. Eine eigene Domain ist natürlich auch dabei) oder ein eigenes NAS in eurem Heimnetzwerk. Einfacher ist die Einrichtung aber mit einem angemieteten Webserver.

- Das kostenlose Programm ownCloud Server (in PHP geschrieben und sehr einfach zu individualisieren)

- Clients für Android (Play Store), iOS (App Store), Windows, Linux oder Mac OS X

- Gegebenenfalls zusätzliche Apps für Android und iOS (dazu unten mehr)

Vorbereitung der Installation


Egal ob angemieteter Webserver oder eigenes NAS, ihr benötigt erstmal die ownCloud Server Software.

Möchtet ihr ownCloud bei euch im Heimnetz auf ein NAS installieren, muss auf diesem ein HTTP Server mit PHP laufen. MySQL wird nicht benötigt, da ownCloud eine eigene SQLLite Datenbank mitbringt, es wird aber auch MySQL (was natürlich potenter ist) bzw. Postgre SQL unterstützt.

Wer noch keinen HTTP Server und PHP hat, dem empfehle ich XAMPP. Dieses Paket enthält Apache (den wohl verbreitetsten HTTP-Server), PHP und auch MySQL. Das ganze kostet nichts und die Installation (und Konfiguration) ist denkbar einfach. Downloaden könnt ihr XAMPP hier.

Die Installation auf dem eigenen NAS bietet den Vorteil, dass die Daten wirklich auf eurem eigenen Server gespeichert werden und nicht ausgelagert werden.

Installation von ownCloud


So nun haben wir alle Daten und es kann losgehen. Die ZIP oder TAR Datei in der sich ownCloud befindet muss nun entpackt und in das Hauptverzeichnis des HTTP Servers abgelegt werden. Das kann einen Moment dauern, da ownCloud aus ziemlich vielen Dateien besteht.

Die Installation von ownCloud wird gestartet, sobald ihr zum ersten Mal die URL von ownCloud aufruft:
http://www.meinserver.de/owncloud bzw. http://192.168.xxx.xxx/owncloud

ownCloud lässt sich wirklich einfach installieren und benötigt kein Fachwissen. Nach der 1-Schritt Installation wird man dann auch schon direkt als neuer Benutzer angemeldet und begrüßt.

ownCloud sinnvoll mit Server-Apps erweitern


Die Standard-Server-Apps die in ownCloud installiert sind, sind schon sehr zahlreich. Dazu gehört z.B. ein PDF-Reader, Ein Papierkorp (der gelöschte Dateien bis zu 180 Tage lang wiederherstellt), ein Bildbetrachter oder ein Plugin zum schnellen Teilen von Dateien, Kontakten und Kalendereinträgen mit Freunden. Ich habe zusätzlich noch das ClamAV App zum automatischen Virenscannen und User Photo (erweitert die Benutzerkonten um ein persönliches Foto) nachinstalliert.

Empfohlende Android Apps für ownCloud


Zuerst sollte man die originale ownCloud App (0,79 Euro) installieren. Über die App können Dateien, wie z.B. Fotos auf den Server hochgeladen werden. Bei Bedarf geht dies auch vollautomatisch (z.B. nach dem Schießen eines neuen Fotos mit der Smartphone Kamera). Zusätzlich können in der App auch neue Benutzer für den ownCloud Server angelegt werden. Hauptaufgabe der App ist aber die Dateiverwaltung auf dem Server.

Für die Syncronisation von Kalendern (unbegrenzt viele) eignet sich am besten die App CalDAV-Sync (2,59 Euro). Die App läuft im Hintergrund und stellt in allen Android Kalendern die Daten zur Verfügung. Dies funktioniert sehr zuverlässig (getestet mit dem Samsung Kalender und dem Android eigenen Kalender). Es steht auch eine Aufgabenplanung zur Verfügung.

Um Kontakte in Android zu syncronisieren empfehle ich die App CardDAV-Sync (1,90 Euro). Auch diese App (übrigens vom selben Entwickler) lässt sich nahtlos in Android integrieren und kann dann für die normale Kontaktverwaltung benutzt werden.

Für die 3 Android Apps werden zusammen 5,28 Euro fällig - ich finde dies ist noch im Rahmen - die Sicherheit seiner Daten hat eben seinen Preis und dies ist auch ein schönes Beispiel warum die vielen Social Netzwerke eure Daten verkaufen müssen um zu überleben - auch deren Server kosten Geld.

Empfohlende iOS Apps für ownCloud


Zuerst sollte man die originale ownCloud App (0,89 Euro) installieren. Die App ist identisch mit der Android App, es können Dateien, wie z.B. Fotos auf den Server hochgeladen werden. Dies geht bei Bedarf auch automatisch (z.B. nach dem Schießen eines neuen Fotos mit der Smartphone Kamera). Zusätzlich können in der App auch neue Benutzer für den ownCloud Server angelegt werden. Hauptaufgabe der App ist aber die Dateiverwaltung auf dem Server.

CalDAV und CardDAV kann iOS schon von Haus aus, so dass diese beiden Apps unter iOS nicht installiert werden müssen.

Android und iOS in the Mix


Die oben genannten Apps sind meiner Meinung das beste um verschiedene Android Geräte untereinander zu syncronisieren. Es gibt zudem noch die Möglichkeit Android Geräte mit dem Apple Kalender und der Apple Cloud zu syncronisieren, z.B. wenn man ein Android Smartphone und ein Apple iPad besitzt. Dafür sind die Apps SmoothSync for Cloud Calendar (2,55 Euro) und SmoothSync for Cloud Contacts (3,59 Euro) zu empfehlen.

Probleme während der ownCloud Installation


Möchtet Ihr ownCloud auf eurem eigenen NAS installieren, auf dem z.B. XAMPP läuft, könnten folgende Probleme auftauchen:

Die OpenSSL Erweiterung in PHP ist nicht aktiviert. Diese kann durch bearbeiten der php.ini Datei nachträglich aktiviert werden.

Die zweite Erweiterung die in XAMPP standardmässig deaktiviert ist, ist die FileInfo. Diese kann ebenfalls in der php.ini aktiviert werden. Nach den Änderungen muss der Apache Webserver neugestartet werden.

Zudem existiert leider in ownCloud 5.x ein kleiner Bug (ist bereits im Bugtracker gelistet), der nur bei XAMPP Installationen auftritt. Woran das liegt weiß ich nicht, aber wie man den Fehler beheben kann. Der Fehler macht sich sofort nach der Installation mit folgender Meldung bemerkbar:

Den Fehler kann man durch das hinzufügen der Zeile

$this->mapper = new OCFilesMapper($this->datadir)###

in der Datei owncloud/lib/files/storage/mappedlocal.php - Funktion buildpath (bei mir Zeile ~314) beheben.