MSI B150M ECO im Test – Wie sparsam ist das Mainboard wirklich ?

Für den mit der Intel Skylake Architektur eingeführten Sockel 1151 gibt es mittlerweile ca. 250 Mainboards auf dem Markt. Die Hersteller versuchen sich gegenseitig mit immer neuen Features zu überbieten. Das es auch anders geht zeigt MSI mit dem MSI B150M ECO.

Das Mainboard ist nur mit dem notwendigsten ausgestattet, als Ergebnis soll ein sehr sparsames Mainboard entstanden sein, dass sich z.B. für ein NAS ideal eignet. Ob das MSI B150M ECO wirklich deutlich sparsamer als bereits existierende Mainboards ist, soll dieser Test klären.

Mit den in 14nm gefertigten Skylake Prozessoren konnte Intel die Energieeffizienz vor allem unter Last steigern. Im Idle Modus hingegen ist nur eine sehr kleine Stromersparnis gegenüber dem Vorgänger „Haswell“ zu beobachten. Diese Ersparnis ist wohl auch auf den DDR4-Arbeitsspeicher zurückzuführen, der nun mit 1,2V statt mit 1,5V arbeitet.

Jede zusätzlich auf dem Mainboard verbaute Komponente steigert den Energieverbrauch. Ein zusätzlicher 1Gbit Netzwerkport verbraucht etwa zwischen 0,5 und 1W, 2 zusätzliche SATA Ports bis zu 1W. Bis auf den Realtek ALC887 Audio Chip hat MSI daher auf zusätzliche Komponenten verzichtet.

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Lieferumfang und Ausstattung


Neben dem Mainboard selbst befinden sich zwei SATA-Kabel sowie eine Treiber-CD und eine Bedienungsanleitung im Karton. Dieser spartanische Umfang ist bei Mainboard in diesem Preisbereich üblich.

Wie der Name schon vermuten lässt, setzt MSI auf den Intel B150 Chipsatz, welcher 6x SATA 6Gb/s Ports anbindet. Der Chipsatz beherrscht NICHT den Intel Fake-Raid. Außerdem sind 4 USB 3.0 Ports rückseitig verbaut, 2 weitere können zeitgleich über einen Header angeschlossen werden, etwa für Front-USB.

Als Vergleichsmainboard für diesen Test haben wir uns für das ASUS B150M-K D3 entschieden, welches eine fast identische Ausstattung besitzt.















MSI B150M ECOASUS B150M-K D3
FormatmATXmATX
ChipsatzIntel B150Intel B150
Arbeitsspeicher2x DDR4-2133, max. 32GB2x DDR3-1866, max. 32GB
SATA 6GB/s66
USB 34 + 2 Front-USB4 + 2 Front-USB
USB 20 + 4 Front-USB2 + 4 Front-USB
Netzwerk (1Gbit/s)Intel I219VRealtek RTL8111H
PCIe 3.0 x1611
PCIe 3.0 x122
Video-OutHDMI, DVI, VGADVI, VGA
AudioRealtek ALC 887Realtek ALC 887
DiagnosechipNuvoton NCT6793DNuvoton NCT6793D

Bios


Das Bios ist modern aber schlicht gehalten. Es reagiert sehr schnell auf Eingaben und bietet auch sonst kaum Angriffspunkte für Kritik. Einzig das Bios Update fällt negativ auf, da es noch via USB-Stick manuell durchgeführt werden muss. Andere Hersteller wie ASRock oder mittlerweile auch ASUS bieten mittlerweile eine automatische Bios-Update Funktion via Internet an.

Der ECO Modus ist witzigerweise standardmässig deaktiviert, was uns gewundert hat weil MSI das Mainboard explizit mit ECO bewirbt. Wenig versierte Anwender kommen so unter Umständen gar nicht in den Genuss der ECO-Features.

MSI selbst nennt die Sparfunktion „ECO-Genie“. Aktiviert man diese im Bios, werden alle LEDs (HDD, Power und LAN) deaktiviert. Zudem werden die erweiterten Energiesparfunktionen „C1E“ und „C8“ aktiviert, welche dem Prozessor im Ruhezustand erlauben in einen sehr tiefen Schlafzustand zu wechseln.

Außerdem setzt das „ECO-Genie“ ein Power-Limit, welches den Prozessor langfristig auf maximal 60W bzw. kurzfristig auf 70W limitiert. In unserem Testsystem kommt ein Intel Pentium G4400 (Details im CPU-Vergleich) zum Einsatz welcher sowieso unter diesen Limits agiert.

Wir haben uns die Energiesparfunktionen umfangreicher vorgestellt, denn das Deaktivieren der LEDs bringt fast gar keine Einsparung und die Prozessorzustände „C1E“ und „C8“ sowie das Package Power Limit lassen sich auch auf allen anderen modernen Mainboards wie etwa dem ASUS B150M-K D3 aktivieren.

Das ein Power-Limit keinen positiven Einfluss auf das Energiesparen hat, haben wir bereits anhand der Intel T-Prozessoren erklärt. Denn wenn ein System künstlich limitiert (also verlangsamt) wird, verbraucht es in der Spitze zwar weniger, muss dafür aber länger rechnen was den Spareffekt wieder aufhebt und ggf. sogar negative Auswirkungen auf den Verbrauch hat.

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Lob bekommt MSI für die Wake Funktionen die sehr fein einstellbar sind. So lassen sich z.B. PCIe und die Netzwerkkarte separat aktivieren was bei vielen Herstellern nicht möglich ist.

Testsysteme


Hier haben wir alle Komponenten unseres Testsystemes aufgelistet. Die Verbrauchswerte wurden mit einem Voltcraft Energy Logger 4000 ermittelt.
















MainboardMSI B150M ECOASUS B150M-K D3
BiosVersion 1.1 (16.12.2015)Version 0601 (01.12.2015)
ProzessorIntel Pentium G4400 (2x 3,3 GHz)Intel Pentium G4400 (2x 3,3 GHz)
ArbeitsspeicherKingston HyperX FURY HX421C14FBK2/16Kingston KVR16E11/8
Arbeitsspeicher-Typ1x 8GB DDR4-2133, Single Channel1x 8GB DDR3-1600, Single Channel
SSD (nur Win 10)Samsung 850 Pro 256GBSamsung 850 Pro 256GB
USB-Stick (nur OMV)SanDisk Ultra 32GBSanDisk Ultra 32GB
NetzteilBe quiet! BN140 System Power 7, 300WBe quiet! BN140 System Power 7, 300W

Win 10Version 1511 Build 10586.36
Intel GrafikVersion 20.19.15.4312
Intel ChipsatzVersion 10.11.13

OMV 3.0.4 BetaKernel 3.16.4 + Kernel 4.3.0 Backports

Geänderte Bios-Einstellungen:


  • Boot-Screen Logo deaktiviert

  • Wake-On-Lan aktiviert

  • MSI: ECO-Genie aktiviert

  • ASUS: EPU aktiviert, CPU-C states aktiviert, C-State Limit C8, USB Charging im S5 deaktiviert

Das Deaktivieren des Realtek Audiochips im Bios bringt weder in Windows 10 noch in OpenMediaVault 3.0.3 (Debian 8) eine Energieersparnis. Die Steuerung des CPU-Kühlers haben wir auf den Bios Standardeinstellungen belassen, die Einstellungen sind auf beiden Mainboards fast identisch. Ein Mehrverbrauch durch eine höhere Lüfterdrehzahl kann ausgeschlossen werden.

Dementsprechend sind auch die Temperaturen im Idle und unter Last identisch ausgefallen. Selbst unter Last ist der Intel CPU-Kühler schon aus kurzer Distanz (1m) kaum hörbar. Hier macht sich die Effizienzsteigerung von „Skylake“ gegenüber der Vorgängerarchitektur „Haswell“ bemerkbar.

Windows 10


Unseren ersten Test haben wir unter Windows 10 in der aktuellsten Final-Version (Version 1511 Build 10586.36) durchgeführt. Neben dem Energieverbrauch hat uns auch interessiert, ob die ECO-Features des MSI B150 ECO die Leistung negativ beeinflussen.

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Hier können wir direkt Entwarnung geben: die Leistung des Prozessors wird in unserem Fall nicht gedrosselt. Wenn allerdings ein stärkerer Prozessor wie etwa ein Intel Core i7-6700 eingesetzt wird, wird dieser durch die Power-Limits gedrosselt was zu einem Leistungsverlust führt. Eventuell passt das MSI Mainboard die Power-Limits auch dynamisch an den verwendeten Prozessor an. In diesem Fall würde auch der i7 nicht gedrosselt werden. Die Drosselung kann allerdings im Bios deaktiviert werden (was wir auch empfehlen).

Idle Energieverbrauch


Da der ECO-Modus fast ausschließlich daraus besteht, die Energiesparfunktionen „C1E“ und „C8“ des Prozessors für tiefere Schlafzustände zu aktivieren, sollte der ECO-Modus im Idle (Windows 10 Desktop ohne Aktivität) am meisten Energie einsparen.



















MSI B150M ECO (ECO aktiviert)MSI B150M ECO (ECO deaktiviert)
Power-off0,6 W0,6 W
Standby1,5 W1,5 W
Standby + Wake-On-Lan1,7 W1,7 W

Win 10[b]14,9 W[/b]19,3 W
OMV 3.04, Kernel 3.16.4[b]13,7 W[/b]18,5 W
OMV 3.04, Kernel 4.3.0 BP[b]12,1 W[/b]18,5 W

ASUS B150M-K D3 (C1E/C8 aktiv)ASUS B150M-K D3 (ohne C1E/C8)
Power-off0,6 W0,6 W
Standby1,2 W1,2 W
Standby + Wake-On-Lan1,2 W1,2 W

Win 1016,2 W16,4 W
OMV 3.04, Kernel 3.16.415,2 W16,3 W
OMV 3.04, Kernel 4.3.0 BP14,8 W16,2 W

Im Idle macht sich der ECO-Modus deutlich bemerkbar. Hier greifen die tiefen Schlafzustände (C1E und C8) des Prozessors. Instabil oder träger wurden die Systeme dadurch nicht. Beim ASUS B150M-K D3 lässt sich die Wake-On-Lan Funktionalität des Netzwerkadapters nicht deaktivieren. Bevor Sie injizierbare Steroide kaufen, müssen Sie verstehen, was sie sind. Die meisten Athleten berichten. Injizierbare Steroide helfen Ihnen dabei, die schnellsten Ergebnisse zu erzielen. Sie können legale Steroide bei monstersteroiden.com kaufen. Daher können wir sagen, dass sie richtig sind. Injektionsbestandteile ziehen schneller ein. Deshalb sind sie bei Sportlern so beliebt.

Windows 10 - Benchmarks


In Cinebench R15 erreicht das MSI B150 ECO mit aktivierten ECO-Features genauso viele Punkte wie mit deaktivierten Energiesparfunktionen. Insgesamt ist es sogar einen Hauch schneller als das ASUS B150M-K D3 Vergleichsmainboard welches statt DDR4-2133 nur mit DDR3-1600 läuft. Die Unterschiede sind aber trotz DDR4 Arbeitsspeicher zugunsten des MSI Mainboards sehr gering.

Auch beim Energieverbrauch herrscht Gleichstand. Die ECO-Features greifen also wirklich nur im Ruhemodus und nicht unter Last. Oder anders gesagt: unter Last verbraucht das MSI B150M ECO genauso viel Energie wie das ASUS Vergleichsmainboard.

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MSI B150M ECOASUS B150M-K D3
Leistung in Cinebench R15
Cinebench R15, Einkern136 cb136 cb
Cinebench R15, Mehrkern262 cb255 cb
Cinebench R15, OpenGL25 fps24 fps
Stromverbrauch in Cinebench R15
Cinebench R15, Einkern32,5 W32,9 W
Cinebench R15, Mehrkern40,6 W37,2 W

Unterschied DDR4-2133 (MSI) zu DDR3-1600 (ASUS)


Neben dem geringen Unterschied im Verbrauch zwischen DDR4 und DDR3 Arbeitsspeicher haben wir uns die theoretische Leistungssteigerung angeschaut. Theoretisch weil der Unterschied in Anwendungen und Spielen eher marginal ist und nur in Benchmarks größere Unterschiede vorhanden sind.

Viel größer als der Unterschied zwischen DDR4-2133 und DDR3-1600 ist der Einsatz von zwei gleichen Modulen im Dual Channel Modus. Hier verdoppelt sich die maximale Datenrate fast. Im Dual Channel Modus steigt der Energieverbrauch um ca. 1 Watt.

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Auch die interne Grafik profitiert vom schnelleren Arbeitsspeicher, die größte Leistungssteigerung lässt sich aber auch hier mit dem Einsatz von 2 Modulen im Dual Channel erreichen.

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Gallerie


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Fazit


Das MSI B150M ECO spart im Idle je nach Betriebssystem / Kernel zwischen 1,5-3 Watt gegenüber unserem Vergleichsmainboard ein. Das klingt nicht sehr viel, macht in Summe aber bis zu 20% Ersparnis. Das MSI B150M ECO trägt also den ECO-Zusatz zu recht.

Unter Last liegt der Verbrauch dann gleich auf mit dem ASUS B150M-K D3, teilweise sogar leicht darüber. Enttäuschend ist, dass nach wie vor eine Deaktivierung des Audiochips im Bios keinen Einfluss auf den Verbrauch hat. Ob dies daran liegt das die Komponente nicht wirklich deaktiviert wird oder daran das der Audiochip kaum etwas verbraucht können wir nicht nachprüfen.

Negativ ist außerdem, das MSI die ECO-Features standardmässig deaktiviert, was in einem bis zu 3 Watt höheren Verbrauch gegenüber dem ASUS B150M-K D3 resultiert. Gefallen hat uns das schnelle und schlichte Bios und die Tatsache das sich die Wake-On Funktionen sehr fein einstellen lassen.

Wake-On-Lan funktionierte auf beiden Mainboards unter OpenMediaVault 3.x (Debian Linux 8) übrigens einwandfrei, unter OpenMediaVault 2.x (Debian Linux 7) hatte das ASUS B150M-K D3 noch Probleme beim mehrfachem Wechsel in den Standby.

Aktuell kostet das MSI B150M ECO etwa 10 Euro mehr als unser Vergleichsmainboard von ASUS. Dafür erhält man ein im Idle bis zu 20% sparsameres Mainboard mit der höherwertigen Intel I219-V Netzwerkkarte. Das Mainboard eignet sich aus unserer Sicht sehr gut für ein NAS, allerdings muss hier beachtet werden das die Intel I219-V Netzwerkschnittstelle erst ab OpenMediaVault 3.x (Debian Linux 8) automatisch erkannt wird, unter OpenMediaVault 2.x (Debian Linux 7) müssen die Treiber während der Installation manuell hinzugefügt werden.