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SnapRAID Schritt-für-Schritt Anleitung für OpenMediaVault

SnapRAID Schritt-für-Schritt Anleitung für OpenMediaVault

In dieser Anleitung erklären wir euch was SnapRAID ist, wo die Vor- und Nachteile im Vergleich zu einem Software-Raid liegen und wie ihr SnapRAID unter OpenMediaVault korrekt einrichtet.

Wir hatten vor rund einem Jahr schon einmal einen Artikel zu SnapRAID verfasst, seit dem hat sich allerdings viel verändert. Daher haben wir uns entschieden eine komplett neue Anleitung inklusive AUFS Pooling zu verfassen. Doch der Reihe nach.



Was ist SnapRAID überhaupt ?

SnapRAID gibt es bereits seit knapp 5 Jahren. Die Software wird vom italienischen Entwickler Andrea Mazzoleni entwickelt. SnapRAID funktioniert unter Windows, Linux, Unix, MacOS X, BSD und Solaris. Durch diese breite Unterstützung von Betriebssystemen und der Tatsache das SnapRAID komplett kostenlos ist, hat es sich ziemlich schnell verbreitet.

Entwickelt wurde SnapRAID für die Anforderungen in einem privaten Umfeld, etwa einem Heimserver der viele große Dateien (z.B. Videos) bereitstellt die sich nur sehr selten ändern.

Ähnlich wie bei einem Software Raid bietet auch SnapRAID einen Schutz vor Datenverlust sollte eine (oder mehrere) Festplatten ausfallen. Dieser Ausfallschutz ist allerdings nicht sofort vorhanden, sondern wird durch einen "Sync" Job erzeugt, der regelmäßig ausgeführt werden sollte. Pro 1TB belegter Kapazität benötigt der "Sync" Job je nach System ca. 1 Stunde.

Zusätzlich erstellt SnapRAID ähnlich zu den Dateisystemen ZFS und btrfs eine Prüfsumme der Dateien und kann so die stille Datenkorruption erkennen und beheben. Dazu werden so genannte "Scrub" Jobs benutzt. Wer sich mit ZFS oder btrfs auskennt, wird schnell erkennen, dass alle einer ähnlichen Logik folgen, auch hier gibt es diese regelmäßigen Jobs.

Der größte Unterschied im Vergleich zu einem Raid ist, dass SnapRAID die Dateien immer komplett auf einer Festplatte ablegt und nicht über mehrere Festplatten verteilt.



Funktionsweise

Die Konfiguration bzw. Umsetzung von SnapRAID und einem AUFS Pool in einem NAS mit 3 Festplatten (1x Parität, 2x Daten) sieht so aus:
SnapRAID Schritt-für-Schritt Anleitung für OpenMediaVault



Vorteile von SnapRAID gegenüber einem Software Raid

  • Erkennung von Datenkorruption durch Erstellung von Prüfsummen
  • Alle Dateien werden normal abgelegt, d.h. Zugriff auf alle Daten auch ohne SnapRAID möglich
  • Schutz vor dem gleichzeitigen Ausfall von bis zu 6 Festplatten
  • Die Festplatten in dem SnapRAID Verbund können unterschiedlich groß sein
  • Die Festplatten dürfen schon Daten enthalten
  • Es können jederzeit neue Festplatten hinzugefügt werden um die Kapazität zu erhöhen
  • Irrtümlich gelöschte Dateien können zeitlich befristet (bis zum nächsten "Sync") wiederhergestellt werden
  • Fallen mehr Festplatten aus als es Paritäten gibt, gehen nur die Daten auf den ausgefallenen Festplatten verloren
  • Für den Zugriff auf eine Datei muss immer nur die Festplatte aktiv sein, auf der die Datei gespeichert wurde
  • Betriebs- und Dateisystemunabhängig



Nachteile

  • Schlechtere Performance, die Geschwindigkeit ist abhängig von der aktuell benutzten Festplatte
  • Ausfallschutz ist erst nach einem "Sync" gegeben und nicht sofort
  • Höhere Hardwareanforderungen, es wird mehr Arbeitsspeicher benötigt
  • "Sync" und "Scrub" Jobs benötigen bei großen Datenmengen viel Zeit
  • Nicht so ausgereift wie ZFS oder btrfs
  • Erkennung von Datenkorruption nicht so gut wie in ZFS oder btrfs weil es mehr Ebenen gibt



Kurzvergleich SnapRAID vs. mdadm Linux Raid

SnapRAIDNormaler Raid
Max. Parität (HDDs)62 (Raid 6)
Laufende Festplattennur die AktiveAlle
RedundanzSnapshotEchtzeit
Festplattengrößekann unterschiedlich seingleich große HDDs
Lässt sich mit gefüllten Festplatten starten ?JaTeilweise
Geschwindigkeit steigt mit Anzahl der FestplattenNeinJa
Benötigter Arbeitsspeicher1GB je 10TB Kapazität1GB




Erstellen eines Verbundes mit AUFS

Die in SnapRAID eingebundenen Festplatten können nur einzeln angesprochen werden. Ein SnapRAID bestehend aus 2 Datenfestplatten würde Clientseitig wie zwei einzelne Festplatten / Freigaben aussehen. Das bedeutet man müsste seine Dateien manuell auf die beiden Festplatten aufteilen.

Für alle die bereits einen Raid benutzen, wäre dies sicherlich ein absolutes No-Go. Durch die Benutzung einer Pooling Software lassen sich die Festplatten aber einfach zusammenfassen. Für OpenMediaVault / Linux benutzen wir in dieser Anleitung die Software AUFS, die sich durch ihre einfache Handhabe und geringe Größe auszeichnet.

Alternativ könnte man die Software "Greyhole" benutzen, welche deutlich mehr Features mitbringt, dafür aber sehr groß ist und z.B. einen MySQL Server benötigt. Da wir die zusätzlichen Features von Greyhole (z.B. eine eigene Parität) gar nicht benötigen (das bietet uns ja schon SnapRAID) raten wir zu AUFS.

Anmerkung: SnapRAID kann mittlerweile einen virtuellen Pool mit symbolischen Links erstellen, diese Methode empfinden wir aber als deutlich unkomfortabler als das Pooling mit AUFS.

AUFS ist nur dafür zuständig die einzelnen Datenfestplatten in einem Pool zusammenzufassen. Clientseitig haben wir damit nur eine Festplatte / Freigabe auf die wir unsere Daten kopieren können. Die Verteilung der Daten auf die Festplatten übernimmt dann AUFS.

Für die Datenverteilung gibt es in AUFS mehrere Möglichkeiten / Richtlinien:

  • mfs (most free space) - Die Datei wird auf die Festplatte kopiert, die über den meisten freien Speicherplatz verfügt
  • pmfs - Mischung aus tdp und mfs, Füllt eine Festplatte nach der anderen. Existiert ein Zweig auf mehreren Festplatten, wird die Festplatte mit dem meisten freien Speicherplatz ausgewählt
  • rr (round robin) - Verteilt die Dateien gleichmäßig nach Dateianzahl (nicht Speicherbedarf) auf die Festplatten
  • tdp (top-down-parent) - Füllt eine Festplatte nach der anderen (Default in OpenMediaVault)



Installation von SnapRAID und AUFS unter OpenMediaVault

Nachdem ihr nun wisst wie SnapRAID funktioniert, zeigen wir euch wie ihr SnapRAID und AUFS in OpenMediaVault installiert und richtig konfiguriert.

1. Ihr habt OpenMediaVault in der aktuellsten Version sowie die OpenMediaVault Extras Erweiterung installiert. Wie das funktioniert haben wir in unserer Installationsanleitung für OpenMediaVault beschrieben.

2. In den OpenMediaVault Erweiterungen installieren wir nun SnapRAID und Unionfilesystems. Seht ihr diese beiden Erweiterungen nicht obwohl ihr das OpenMediaVault Extras Plugin installiert habt, klickt einfach noch einmal auf den "Prüfen" Button.

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3. Unter dem Menüpunkt "Reale Festplatten" sollten alle eure Festplatten zu sehen sein. Sofern das Dateisystem von OpenMediaVault unterstützt wird, dürft ihr auch schon bereits gefüllte Festplatten für SnapRAID verwenden. In dieser Anleitung gehen wir allerdings von leeren Festplatten (Western Digital Red, je 3TB) aus.

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4. Unter "Dateisysteme" erstellen wir für jede Festplatte ein Dateisystem (Ext4) und binden diese ein. In unserem Setup wollen wir ein SnapRAID mit 3 Festplatten (1x Parität und 2x Daten) nutzen. Von den 3x3TB bleiben uns so 6TB für Daten. Damit wir später immer wissen wofür welche Festplatte genutzt wird, benennen wir die Festplatten "Paritaet1" sowie "Daten1" und "Daten2". Das ist vor allem später in AUFS hilfreich.

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5. In SnapRAID binden wir nun zunächst die Paritäts-Festplatte (Paritaet1) ein. Wichtig: die Paritätsfestplatte muss die Größte im Verbund sein bzw. mindestens genauso groß wie die größte Datenfestplatte.

Hier aktivieren wir die Punkte "Inhalt" und "Parität". SnapRAID legt so genannte Inhaltsverzeichnisse an. Diese enthalten Prüfsummen und andere Informationen zu unseren Dateien. Um möglichst flexibel zu sein empfehlen wir diese Inhaltsverzeichnisse auf allen Festplatten abzulegen, mindestens jedoch auf (Anzahl Paritäten + 1). Die Inhaltverzeichnisse werden benötigt um Dateien wiederherzustellen und sind nicht besonders groß (meistens kleiner 1GB).

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6. Anschließend legen wir die beiden Datenfestplatten (Daten1 und Daten2) an. Hier aktivieren wir nun die Punkte "Inhalt" und "Daten".

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Unser SnapRAID aus den 3 Festplatten sieht nun so aus:

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7. Theoretisch ist unser SnapRAID Verbund damit schon fertig. SnapRAID führt in den Standardeinstellungen alle 7 Tage automatisch einen "Sync" und "Scrub" Job durch und überpüft alle Daten. Die Einstellungen hierfür finden sich direkt auf der SnapRAID Startseite.

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8. Sofern noch nicht vorhanden, solltet ihr in OpenMediaVault unbedingt die Benachrichtigungsfunktion per E-Mail aktivieren. Sollte ein Problem bei einem "Sync" oder "Scrub" Job auftreten, informiert euch das NAS dann per E-Mail.

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9. Nun erstellen wir uns einen AUFS-Pool, damit auf dem Client nur eine Freigabe sichtbar ist und nicht jede einzelne Datenfestplatte. Navigiert zu dem Menüpunkt "Union-Dateisysteme" und klickt auf die Schaltfläche "Hinzufügen".

Unseren Pool nennen wir "TechnikaffeShare", bei Typ wählt ihr "aufs" aus. Die Zweige stehen für unsere Festplatten. Wichtig ist, dass ihr hier nur eure Datenfestplatten (Daten1 und Daten2) auswählt und NICHT die Paritätsfestplatte.

Als Richtlinie benutzen wir "mfs", damit die Daten immer auf die Festplatte kopiert werden die aktuell über den meisten freien Speicherplatz verfügt. Die Richtlinien hatten wir oben in dieser Anleitung ausführlich beschrieben.

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10. Nun müssen wir unseren Pool "TechnikaffeShare" noch freigeben. Klickt dazu auf den Menüpunkt "Freigegebene Ordner" und auf "Hinzufügen". Wählt hier den Pool aus (nicht die Festplatten selbst) und setzt die Zugriffsrechte auf "Administrator: lesen/schreiben, Benutzer: lesen/schreiben, Andere: kein Zugriff". Die Berechtigungen könnt ihr jederzeit über den Reiter "Berechtigungen zurücksetzen" ändern.

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11. Jetzt benötigen wir nur noch ein Benutzerkonto was berechtigt ist auf unseren freigegebenen Pool zuzugreifen. Klickt auf den Menüpunkt "Benutzer" und dann auf "Hinzufügen". Nachdem der Benutzer erstellt wurde wählt ihr den Eintrag aus und klickt dann auf "Privilegien". Hier vergeben wir nun Lese- und Schreibrechte auf unseren freigegeben Ordner.

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12. Um eine Samba (SMB) Freigabe z.B. für einen Windows PC zu erstellen, klickt ihr nun auf den Menüpunkt "SMB/CIFS". Eventuell müsst ihr diesen Dienst noch aktivieren. Anschließend klickt ihr auf den Reiter "Freigaben" und dann auf "Hinzufügen".

Wählt den freigegebenen Ordner aus und erstellt die Freigabe. Damit sind auf dem NAS alle erforderlichen Schritte erledigt.

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13. Einbinden der Samba Freigabe unter Windows 7/8/10. Im Arbeitsplatz / Explorer wählt ihr nun "Netzlaufwerk verbinden" aus. Wichtig ist hier, dass ihr "Verbindung bei der Anmeldung wiederherstellen" und "Verbindung mit anderen Anmeldeinformationen herstellen" anhakt.

Im nächsten Fenster gebt ihr dann den Namen eures NAS (bei uns "omvn3700") ein, gefolgt von einem Backslash und eurem Benutzernamen den ihr zuvor auf dem NAS erstellt hab. Hakt nun noch "Anmeldedaten speichern" an und gebt euer Passwort ein.

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Überprüfen ob SnapRAID korrekt arbeitet

Neben den diversen Werkzeugen die SnapRAID zur Überprüfung anbietet (Erklärung weiter unten), kann man selbst sehr leicht prüfen ob die Daten korrekt auf den Festplatten verteilt werden und ob SnapRAID die Paritätsdaten ordnungsgemäß anlegt.

Dazu navigiert ihr wieder zu "Dateisysteme". Hier überprüft ihr, ob die Datenfestplatten gleichmässig gefüllt sind (sofern ihr bei AUFS die "mfs" Richtlinie verwendet) und ob die Paritätsfestplatte exakt so viel gefüllt ist wie die am meisten gefüllteste Datenfestplatte.

In unserem Fall (1 Paritäts und 2 Datenfestplatten) ist außerdem der Füllstand des AUFS-Pools identisch mit der Summe der Datenfestplatten.

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SnapRAID smart

Auch wenn euch SnapRAID nun vor dem Ausfall einer (oder bei mehreren Paritäten von mehreren) Festplatten schützt, solltet ihr euch regelmäßig über den Zustand eurer Festplatten informieren. Das geht in OpenMediaVault vollautomatisch. Dazu wählt ihr den Menüpunkt "S.M.A.R.T." aus und aktiviert die Smart-Überwachung. Da wir zuvor bereits die Benachrichtigungsfunktion aktiviert haben, schickt und OpenMediaVault im Falle eines S.M.A.R.T. Fehlers eine E-Mail.

Zusätzlich könnt ihr ab und zu in die SnapRAID smart Einstellungen schauen. Dort wird nochmal der Zustand jeder Festplatte inklusive dem Ausfallrisiko der Festplatte angezeigt. Bei unseren Western Digital Red Festplatten berechnet SnapRAID die Auswahlwahrscheinlichkeit in den nächsten 365 Tagen mit 5% pro Festplatte.

Da die Wahrscheinlichkeit eines Ausfalls mit der Anzahl der verwendeten Festplatten zunimmt, beträgt die Wahrscheinlichkeit auf einen Ausfall bei 3 Festplatten in unserem Fall 13%. Gut das wir unsere Daten durch eine Paritätsfestplatte schützen!

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SnapRAID Werkzeuge

In SnapRAID könnt ihr auch manuell auf die Werkzeuge zugreifen:

  • Synchronisierung - führt sofort einen "Sync" aus um die Parität zu erzeugen
  • Bereinigung - führt sofort einen "Scrub" aus und prüft die Datenintegrität
  • Prüfen - Vergleicht alle Daten mit dem letzten Sync Snapshot und listet diese auf. Es werden aber keine Änderungen vorgenommen (dazu wird "Festlegen" (Reparieren) benutzt)
  • Diff - Listet alle neue Dateien seit dem letzten Sync auf
  • Festlegen (Reparieren) - Vergleicht alle Daten mit dem letzten Sync Snapshot und nimmt ggf. eine Wiederherstellung vor. Im Original heißt der Befehl "Fix", übersetzt also eigentlich "Reparieren" und nicht "Festlegen".
  • Fix Silent
  • Laufwerkpool - Erstellt bzw. aktualisiert den virtuellen Pool (benötigen wir nicht weil wir AUFS benutzen)
  • Undelete - Stellt eine zuvor gelöschte Datei oder ein Verzeichnis wieder her


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Wiederherstellung nach Festplattenausfall

Wir haben eine Festplatte (die für Parität) im Betrieb abgezogen um so einen Ausfall zu simulieren. SnapRAID bemerkt die fehlerhafte Festplatte zunächst nicht und arbeitet munter weiter. Spätestens beim nächsten S.M.A.R.T. Intervall bzw. beim nächsten Aufruf dies Diff-Skriptes hätte uns das NAS aber per E-Mail über den Ausfall informiert.

Wir haben Schritt für Schritt notiert wie ihr bei einem Festplattenausfall vorgehen solltet:

  1. NAS herunterfahren und defekte mit neuer Festplatte ersetzen
  2. Neue Festplatte unter "Dateisysteme" einrichten (Ext4), Name = Name der ausgefallenen Festplatte + Zusatz wie "Neu"
  3. Neue Festplatte unter "Dateisysteme" einbinden (siehe Bild1)
  4. Neue Festplatte in SnapRAID hinzufügen, mit "Inhalt" und "Parität" bzw. "Inhalt" und "Daten", je nachdem ob eine Paritäts- oder Datenfestplatte ersetzt wurde (Bild2)
  5. Alte (defekte) Festplatte aus SnapRAID entfernen
  6. In SnapRAID auf den Reiter "Konfiguration" wechseln und den "Aktualisieren" Button klicken um die neue Konfiguration zu laden (siehe Bild4)
  7. In SnapRAID nun auf "Werkzeuge" klicken und "Festlegen/Reparieren" auswählen (dieser Vorgang dauert ca. 2 Stunden pro 1TB Kapazität des Verbundes) (Bild5)
  8. Nach der Wiederherstellung können alle Dateien nochmal mit "Prüfen" überprüft werden. Dies ist nicht unbedingt notwendig aber ratsam
  9. Abschließend muss ein neuer "Sync" Job ausgeführt werden um den Verbund zu aktualisieren. Dieser Sync sollte maximal 1 Minute dauern, da alle Dateien nach der Wiederherstellung aktuell sind
  10. Über "Status" kann man sich noch einmal vergewissern ob alles in Ordnung ist (Bild6)
  11. Unter "Dateisysteme" könnt ihr nun die alte Festplatte löschen
  12. Wurde eine Paritätsfestplatte ersetzt, ist die Wiederherstellung hier abgeschlossen. Handelte es sich um eine Datenfestplatte, müsst ihr diese nun eurem AUFS-Pool hinzufügen und die alte Festplatte aus dem Pool entfernen


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Fazit

SnapRAID ist für Privatanwender eine gute Alternative zu einem klassischen Software Raid. In einem Heim-NAS bietet es zudem kaum Nachteile, da der Performancegewinn eines normalen Raids in einem 1Gbit Netzwerk nicht ausgespielt werden kann.

Wer auf etwas Ausfallsicherheit verzichten kann und überwiegend große Dateien sichert, den können wir SnapRAID empfehlen. In den vergangenen Jahren hat sich viel getan und die Bedienung ist nun einfacher und schlüssiger als zuvor. Auch das AUFS-Plugin in OpenMediaVault ist einfacher geworden: ein Pool ist mit nur 2 Klicks erstellt.

In Kombination mit dem OpenMediaVault Autoshutdown, Wake-On-Lan und SnapRAID lässt sich eine Menge an Energie einsparen, weil alle Komponenten nur dann aktiv sind wenn sie auch gebraucht werden. Das kann bei 3 Festplatten schon 50 Euro im Jahr ausmachen.

Wer jetzt Lust bekommen hat ein NAS mit OpenMediaVault und SnapRAID aufzubauen, dem möchten wir noch unsere NAS Bauanleitungen ans Herz legen.



67 Kommentare

Von Stefan am 22.02.2017
Technikaffe.de Team

1789 Beiträge
@SlimDNS: Du kannst dann die komplette Festplatte nutzen.

Von SlimDNS am 22.02.2017
Besucher

Hallo,

bei Verwendung von Festplatten mit identischer Größe für die Daten (4x 3TB) und die Parität (1x 3TB):
um wieviel GB sollte die Partition auf den Daten-Platten kleiner sein, als die der Paritäts-Platte?

Vielen Dank!

Von Rutscht am 16.01.2017
Besucher

Hallo..

Ich benutze OMV in der hier vorgestellten config schon einige Zeit. Nun möchte ich eigentlich alles auf eine SSD bringen und meine HDD austauschen.
Mich würde eine Neuinstallation nicht stören, vorausgesetzt, ich kann meinen befüllten Platten ohne gr. Tamtam einbinden.Hat das schon jemand gemacht? Gibt es etwas was ich unbedingt beachten muss?!

Von Stefan am 05.12.2016
Technikaffe.de Team

1789 Beiträge
@Janek: Frag mal bei uns im Forum nach dem einfachsten Weg, ich bin noch klassischer Raid-Nutzer und kann da wenig Erfahrung zu beisteuern.

Von Janek am 05.12.2016
Besucher

Hallo,
gern möchte ich auf die aktuelle beta von OMV3 umsteigen. Dazu will ich gern OMV neu aufsetzen und nicht "upgraden". Aktuell verwende ich OMV2 mit AUFS und Snapraid. Wie übertrage ich mein, mit Daten gefüllten, Snapraid-Verbund am einfachsten in ein neu aufgesetztes System? Muss/ soll ich vorher bspw. den Verbund auflösen und alles ausbinden? ...oder einfach Boot-Stick mit OMV3 bestücken und nach der Erst-Einrichtung die Platten einfach wieder anschließen und so verfahren als würde ich die Platten das erste mal einbinden (natürlich ohne neue Formatierung/ Partitionierung?
Danke im Voraus!

Von Stefan am 29.08.2016
Technikaffe.de Team

1789 Beiträge
@stifman2k: Ja steht auf meiner To-Do Liste, weiß nur leider noch nicht genau wann ich dazu komme ..

Von stifman2k am 29.08.2016
Registrierter Benutzer

2 Beiträge
vielen Dank für Eure Arbeit! Da ich auch noch nicht wirklich tief in der Materie drin bin, würde ich mich freuen wenn der Artikel ein kleines Update erhalten könnte wie die Einrichtung mit mergerfs aussehen sollte :-).

Von Ruschi am 01.08.2016
Besucher

Hallo Leute.

Gestern habe ich die Einrichtung von Snapraid und mergerfs unter OMV 3.0.30 mal komplett durchgespielt. AUFS wird ja irgendwann nicht mehr unterstützt. Sogar mit identischen WD RED Festplatten.
Das lies sich einwandfrei einrichten.. ABER: ich kriege weder auf NFS noch auf SMB/CIFS Freigaben einen Zugriff.

Ist euch was Ähnliches bekannt?

Von murphy am 30.07.2016
Besucher

Antwort @Oliver am 09.01.2016 (auch wenn er diese mangels notifications leider wohl nie lesen wird):

Ist absolut NICHT egal!

Auf die Paritätsplatte wird (primär beim sync) JEDES MAL geschrieben, wenn auf IRGENDEINE der Datenplatten geschrieben wurde. Daher ist die Belastung der Paritätsplatte ungleich höher als die der Datenplatten.

Im gegebenen Beispiel mit 2x Seagate und 1x WD Red wäre damit für mich persönlich sonnenklar, welche der drei Platten zur Paritätsplatte auserkoren würde ... ;)

Auch die (Zugriffs-)Geschwindigkeit kann vor diesem Hintergrund eine Rolle spielen. Daher ist die Zuordnung bei meinen Platten, 3x WD Purple und 1x WD Red = IMO die ideale SnapRAID-Konstellation, ebenfalls offensichtlich.

Über allem steht natürlich die Maßgabe, dass die Paritätsplatte mindestens so groß sein muss wie die größte Datenplatte.

Von Stefan am 14.07.2016
Technikaffe.de Team

1789 Beiträge
@Ruschi: Danke für die Info, gucke ich mir in den nächsten Tagen mal an!

Von Ruschi am 13.07.2016
Besucher

Ich habe aus dem OMV-Forum erfahren das AUFS nach Version 3.0.24 nicht mehr implementiert wird.
Es wird auf mergerFS gesetzt..

Artikelupdate wäre cool.. passt ja auch zur Beta-- ^^

Von Stefan am 09.06.2016
Technikaffe.de Team

1789 Beiträge
@Ruschi: Ja AUFS funktioniert auch ohne SnapRAID. Du kannst mit bereits gefüllten Festplatten starten. Wenn dir das zu unsicher ist, lager deine Filme vorsichtshalber wo anders aus.

Von Ruschi am 09.06.2016
Besucher

Hallo..

Wird für mich jetzt auch interessant.. Möchte mein OMV neu aufsetzen.

Ich benötige für meine Daten nur eine geringe Ausfallsicherheit.. Bilder und Programme sind mir wichtiger als Filme. da reicht schon ein großer stick..Von daher würde ich auf eine Paritätsplatte verzichten und diese lieber normal einbinden..

Aufs funktioniert auch ohne snapraid, richtig.. ?!
wenn ich nun schon Daten auf den Platten habe, und neu aufsetzte, muss ich irgendwas beachten? oder lieber die Filme auf eine andere Platte auslagern?

Von Kai Uwe am 01.06.2016
Besucher

@ Stefan
Danke für die schnellen Antworten ;-)

zu 1. na klar

zu 4. auf 100% plane ich bestimmt nicht, ich würde dann von Beginn an für das doppelte Volumne planen. So gehe ich mal von 75% Belegung aus. Die Datenmenge wächst ja langsam.

Von Stefan am 01.06.2016
Technikaffe.de Team

1789 Beiträge
@Kai Uwe:

zu 1: Bei 2 (oder mehr) Paritäten gilt immer >= größte Datenfestplatte. Alles andere wäre auch unlogisch, weil ja die Parität für sich alleine gesehen werden muss (fällt die 1 Parität aus muss ja die 2 Parität auch noch alle Daten rekonstruieren können).

zu 2: Den Systemdatenträger kann man sofern ich weiß nicht benutzen, würde ich auch nicht empfehlen weil ich versuche Daten und OS wenn möglich physikalisch zu trennen.

zu 3: mfs bedeutet ja most FREE space. Zu Deutsch: es zählt der momentan verfügbare, freie Speicherplatz. Die Gesamtkapazität ist unbedeutend.

zu 4: kann ich dir leider keine Erfahrungswerte zu nennen, habe dazu allerdings bisher nichts negatives gelesen. Meine Vermutung also: keine Einbrüche. Wie in einem RAID ist es aber sicher sinnvoll nicht auf 100% Füllung zu planen.

Von Kai Uwe am 01.06.2016
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Hallo Stefan,
vorab erstmal ein großes Lob für diese Seite, hab hier viele Artikel von Dir/Euch mit großem Intresse gelesen und z.T. umgesetzt.

SnapRaid scheint ja auch ein gute Möglichkeit zu sein die alten aber zu kleinen und unterschiedlich großen HDDs als Heim-NAS (für Daten die sich wenig verändern) noch sinnvoll weiter zu nutzen.

Mir ist klar, dass gleich große HDDs optimal sind. Zur Zeit nutze ich einen Drobo 5N mit 4x 3TB + 1x 750GB, der funktioniert gut, vierteljählich mach ich da zusätzlich ein Backup manuell auf 8TB + 3TB. Wenn mir SnapRaid gefällt werde ich die Kapazitäten hochschrauben und umsteigen, den Drobo nehme ich dann für das manuelle Backup.

1. Frage:
Wenn mehr als eine Parität zum Einsatz kommen soll, welche Bedingungen bzgl. der Plattengrößen sind dann zu beachten?
1. Paritär >= größter Datenplatte und
2. Parität >= größter Datenplatte oder zweitgrößter Datenplatte?
3. Parität interessiert mich nicht, soviel alte HDDs liegen bei mir nicht rum ;-).

2. Frage:
Wenn der Systemdatenträger OMV auf 4-8GB geschrumpft wurde, kann der freie Platz der Systemplatte als Datenplatte im SnapRaid-Verbund eingebunden werden? Wird mir in Deinem Artikel nicht ganz klar.

3. Frage:
zu
"mfs (most free space) - Die Datei wird auf die Festplatte kopiert, die über den meisten freien Speicherplatz verfügt"
Ist hier der Absolutwert des freien Speicherplatzes gemeint oder die relative Befüllung der Platte?
Extremes Beispiel auf einer 8TB-Platte sind 500GB frei und eine 250GB-Platte ist leer. Wird bei mfs jetzt die 8TB oder 250GB Platte befüllt? Bei Platten gleicher größe ist das ja egal.

4. Frage
Wenn der Speicherplatz der Datenplatten fast zu 100% befüllt ist, ist dann mit ähnlichen Geschindigkeitseinbrüchen zu rechnen wie bei einer normal angeschlossen HDD oder gleicht OMV/SnapRaid das aus?

Von Stefan am 30.05.2016
Technikaffe.de Team

1789 Beiträge
@Robert: Danke für die Infos, werde ich mir mal durchlesen.

Von Robert am 29.05.2016
Besucher

1. UPDATE: Obwohl auf der Homepage noch von Version 10.0 die Rede ist: http://www.snapraid.it/download finden sich im ChangeLog bereits Hinweise auf eine Version 11.0 https://github.com/amadvance/snapraid/blob/master/HISTORY

Anscheinend ist die neue Version aber noch nicht öffentlich zugängig. Frage: Kann jemand sagen wie der Update-Vorgang/-Mechanismus in OMV via SnapRAID-Plugin funktioniert? Muss man immer auf ein neues Update des Plugins warten oder kann man auch vorbei an OMV (ist ja Debian) ggf. einfach SnapRAID manual aktualisieren... oder hat das dann evtl. negative Auswirkungen in OMV und/oder der Plugin-GUI?

2. MERGERFS: Zwischenzeitlich sind schon einige sehr erfolgreich auf "MergerFS" als Ersatz für AUFS gewechselt. Vielleicht könntet Ihr das ja mal bei einem Artikelupdate zu SnapRAID und/oder OMV berücksichtigen. Scheint wohl eine etwas bessere und vor allen Dingen einfachere Alternative fürs Drive-Pooling zu sein, die trotzdem über die gleiche Funktionalität verfügt:

http://zackreed.me/articles/92-mergerfs-another-good-option-to-pool-your-snapraid-disks
https://www.linuxserver.io/index.php/2016/02/06/snapraid-mergerfs-docker-the-perfect-home-media-server-2016/

Das Paket gibt es hier: https://github.com/trapexit/mergerfs

Why not AUFS?
AUFS is kernel based and any updates require updating the kernel modules which isnt trivial for the average user. It also is less flexible with regard to the policies it offers and leaves whiteout files around which can be annoying. Throughput will most likely be higher versus a FUSE solution but new features which may be coming to FUSE should minimize AUFSs advantage.

Von Stefan am 17.04.2016
Technikaffe.de Team

1789 Beiträge
@JoJo: Ich würde sicherheitshalber "Festlegen". Der anschließende Sync dauert dann eh nur kurze Zeit.

Von JoJo am 16.04.2016
Besucher

Hallo,

wenn ich später eine zusätzliche Paritäts Platte hinzufügen will, muß ich dann auch die ganze Prozedur wie beim wechseln einer Platte durchführen, also mit Festlegen/Reparieren? Oder reicht nach dem Einbinden der "Sync" Job?

Danke JoJo

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Über den Autor
Stefan ist 33 Jahre alt, wohnt bei Hamburg und arbeitet als IT-Administrator in einer japanischen Firma. Stefan ist eines der drei Gründungsmitglieder von Technikaffe und schreibt seit April 2013 rund um die Themen Server, Netzwerk und Programmierung.