ESC oder X
ESC oder X
ESC oder X

OpenMediaVault 4.1.4 Beta ausprobiert inkl. Installationsanleitung

Am 23. August 2017 hat Volker Theile, Projektleiter von des Open-NAS Betriebsystems OpenMediaVault den "Feature-Freeze" für die aktuelle Version 3.x ausgerufen. Die Entwicklung soll sich nun hauptsächlich auf die Folgeversion 4 mit dem Codenamen "Arrakis" konzentrieren, die auf der Debian 9.x Stretch basiert (OMV 3.x basiert auf Debian 8.x Jessie). Die Codenamen der OpenMediaVault Versionen stammen übrigens aus den Dune Science-Fiction-Romanen von Frank Herbert.

OpenMediaVault 4.1.4 Beta ausprobiert inkl. Installationsanleitung

Bis OpenMediaVault 4 final zur Verfügung steht, wird sicherlich noch einige Zeit ins Land gehen, zumindest hat sich die Beta-Phase der Vorgängerversion 3.x ziemlich lange hingezogen.



Methode 1: OpenMediaVault 4.x Beta ISO-Download

Wer die neue Beta-Version ausprobieren möchte, kann diese seit einigen Tagen als ISO-Datei herunterladen. Installiert wird die Version genauso wie die Vorversionen auch, es ist ein sehr kleiner Installer vorhanden, in dem aber so gut wie keine Installationsoptionen zur Verfügung stehen. Die Einstellungen werden im Anschluss einfach über die Weboberfläche vorgenommen.



Methode 2: OpenMediaVault 3.x auf 4.x aktualisieren

Wenn ihr habt bereits OpenMediaVault 3.x installiert habt und dieses System auf die OpenMediaVault 4.x Beta aktualisieren möchtet, könnt ihr dies recht einfach über die Konsole vornehmen. Diese Methode ist die einfachste und gleichzeitig schnellste, sofern ihr bereits über ein System verfügt, auf welchem OpenMediaVault 3.x installiert ist.

apt-get update
apt-get upgrade
omv-release-upgrade
omv-initsystem


OpenMediaVault 4.1.4 Beta ausprobiert inkl. Installationsanleitung

Insgesamt dauert die Installation auf einem neuen System weniger als 15 Minuten. Das ist aber natürlich auch von der Geschwindigkeit des Systems abhängig, wir haben hier einen Intel Pentium G4560 mit 2 Kernen und Hyperthreading benutzt. Die nachfolgend vorgestellte Alternativmethode zur Installation hat mit ca. 60 Minuten deutlich länger gedauert.



Methode 3: Debian 9.2 Installation mit OpenMediaVault

Alternativ kann man auch ein Debian 9.2 System manuell aufsetzen um dann OpenMediaVault 4 manuell nachzuinstallieren. Dabei greifen wir auf die knapp 300 Megabyte kleine NetInst-ISO von Debian zurück, bei der viele Dateien während der Installation nachträglich heruntergeladen werden. Wer nur über eine langsame Internetverbindung verfügt, ist mit einer größeren Variante von Debian 9.2 besser bedient. Wer auf dem Server selbst eine Desktop-Oberfläche benötigt, kann diese während des Installationsverlaufes auswählen.

Am Ende der Debian Installation empfiehlt es sich den SSH (OpenSSH) Server gleich mit zu installieren, damit man sich anschließend aus der Ferne auf das System einwählen kann. Ein physischer Zugang zu dem Server wird dann nicht mehr benötigt, außerdem lassen sich nachfolgende Befehle per SSH einfacher per "Kopieren und Einfügen" ausführen.

OpenMediaVault 4.1.4 Beta ausprobiert inkl. Installationsanleitung

echo "deb http://packages.openmediavault.org/public arrakis main" > /etc/apt/sources.list.d/openmediavault.list

apt-get update
apt-get install openmediavault-keyring postfix
apt-get update
apt-get install openmediavault
omv-initsystem




Downloads


Für Methode 1 benötigen wir folgende Dateien:

Für Methode 2 benötigen wir folgende Dateien:

Für Methode 3 benötigen wir folgende Dateien:



Nach der Installation

Nach der Installation ist OpenMediaVault 4 wie gehabt über eine Weboberfläche erreichbar. Es kommt wieder das ExtJS Framework zum Einsatz, diesmal in der aktuellen Version 6.5. Die Bedienung und auch das Featureset sind dabei fast identisch mit OpenMediaVault 3. Der Linux eigene mdadm Software-RAID wird von OpenMediaVault in der aktuellen Version 3.4 mitinstalliert.

OpenMediaVault 4.1.4 Beta ausprobiert inkl. Installationsanleitung

Es stehen folgende RAID-Modi zur Auswahl:
  • RAID 0 / Striping (2 Festplatten)
  • RAID 1 / Spiegelung (2 Festplatten)
  • RAID 5 (min. 3 Festplatten)
  • RAID 6 (min. 4 Festplatten)
  • RAID 10 (min. 4 Festplatten)
  • NORAID / Liniear / JBOD (min. 2 Festplatten)



Btrfs mit OpenMediaVault 4

Btrfs ist ein recht junges Copy-On-Write (CoW) Dateisystem, welches in einigen Jahren sehr wahrscheinlich das schon in die Jahre gekommene ext4 Dateisystem ersetzen könnte. Btrfs ist recht ähnlich zu ZFS, welches im NAS Bereich z.B. bei FreeNAS Verwendung findet. Btrfs ist besonders effizient und kann auch kleinere Dateien platzsparend ablegen. Trotz der Vorteile des Dateisystems gibt es auch zahlreiche kritische Stimmen zu Btrfs. So hat z.B. Red Hat erst im August die zukünftige Unterstützung für das Btrfs Dateisystem ad Acta gelegt. Grund war laut Red Hat die schlechte Docker-Kompatibilität und Fehler im Dateisystem die zeitfressend manuell berichtigt werden mussten. Laut den Btrfs Entwicklern soll es sich allerdings nur um bereits behobene Bugs gehandelt haben.

In OpenMediaVault wird das Btrfs Dateisystem wieder nur rudimentär unterstützt. Festplatten lassen sich über die Benutzeroberfläche formatieren und auch einbinden, Btrfs RAID, Subvolumes oder Snapshots sind aber nur via Linux Befehlzeile auf manuellem Weg möglich. Auch regelmäßige Wartungsaufgaben wie das Scrubing oder das Balancing können nur manuell gestartet und überwacht werden. Immerhin lässt sich ein per Befehlszeile erstelltes Btrfs RAID per OpenMediaVault einbinden und dann ganz normal mit Freigaben usw. benutzen.

Bilder werden geladen ...
  • OpenMediaVault 4.1.4 Beta ausprobiert inkl. Installationsanleitung
  • OpenMediaVault 4.1.4 Beta ausprobiert inkl. Installationsanleitung
  • OpenMediaVault 4.1.4 Beta ausprobiert inkl. Installationsanleitung
  • OpenMediaVault 4.1.4 Beta ausprobiert inkl. Installationsanleitung Thumbnail
  • OpenMediaVault 4.1.4 Beta ausprobiert inkl. Installationsanleitung Thumbnail
  • OpenMediaVault 4.1.4 Beta ausprobiert inkl. Installationsanleitung Thumbnail


Nützliche Links zum Start mit Btrfs:



Verfügbare Erweiterungen / Plugins

Neben den Standard-Erweiterungen, die in OpenMediaVault bereits enthalten sind, empfiehlt sich für die meisten Benutzer die Installation der OMV Extras. Installiert werden die OMV Extras über ein herunterladbares Debian Package (siehe Downloads). Das Package kann in OMV über das Webinterface hochgeladen und installiert werden. Anschließend stehen mehr als 30 zusätzliche Erweiterungen (siehe nachfolgende Auflistung) bereit. Für OpenMediaVault 4.x stehen bereits fast alle Erweiterungen zur Verfügung.

OpenMediaVault 4.1.4 Beta ausprobiert inkl. Installationsanleitung


OMV Extras ErweiterungKurzbeschreibungOMV 3.xOMV 4.x
AutoshutdownAutomatisches Herunterfahren / Wechsel in den StandbyJaJa
AnacronZeitgesteuertes Ausführen von Befehlen, auch wenn der Server nicht läuftNeinJa
APTToolPaketverwaltungssystemNeinJa
BackupBackup des OMV SystemsJaJa
CUPSNetzwerkdrucker-ProtokollJaJa
DeveloperUnterstützungstool für OMV Plugin-DeveloperJaJa
DNSMASQDNS und DHCP ServerNeinJa
Docker GUIAnwendungsisolierung in Containern über VirtualisierungJaJa
DomoticzHeim-AutomatisierungssystemJaJa
DownloaderJaJa
DuplicatiErstellung von verschlüsselten, komprimierten, inkrementellen DatensicherungenJaJa
EmbyMediaserverJaNein
FlashmemoryEffizienter Umgang mit USB-Sticks und SpeicherkartenJaJa
HP RAIDHP HW RAID InfoJaNein
JDownloaderDownloaderJaNein
LetsencryptSSL-Zertifikatserstellung und ErneuerungJaJa
LocateLokale DateisucheJaJa
LUKSencryptionLUKS DateiverschlüsselungJaJa
MiniDLNADNLA Server für Musik, Bilder und VideostreamingJaJa
MumbleMumble VoIP ServerJaNein
MySQLMySQL Server und DatenbankverwaltungJaJa
NginxWebserverJaJa
NZBGetBinary NewsgrabberJaNein
PlexmediaserverMedien streamenJaJa
PXEBre-Boot Umgebung zum Booten von Images über das NetzwerkJaJa
Remotedesktopxfce4 Minimal RDP ServerJaJa
RemotemountMounten von entfernten Freigaben anderer ComputerJaJa
ResetpermsZurücksetzen von ZugriffsrechtenJaJa
RSnapshotErstellen von wiederkehrenden, inkrementellen BackupsJaJa
SABnzbdwebbasierter Newsgrabber für NZB-DateienJaNein
SFTPSFTP Server mit Jail SupportJaJa
ShellInABoxWebbasierter SSH-ZugriffJaNein
SickbeardPVR für TVJaNein
SnapRAIDMischlösung aus RAID und BackupJaJa
SymLinksErstellung von SymlinksJaJa
SyncThingDateisynchronisation mit Peer-to-Peer-ÜbertragungJaJa
TeamViewer HostTeamViewer ServerJaJa
TransmissionBtBitTorrent ClientJaNein
UnionfilesystemsUnterstützung für AUFS, mhddfs and mergerfsJaJa
URBackup ServerClient/Server BackuplösungJaJa
VDRVideo Disk RecorderJaNein
VirtualBoxVerwaltung für virtuelle MaschinenJaJa
WakeAlarmAutomatisches, zeitgesteuertes Aufwecken des ServersJaJa
WebDAVNetzwerkprotokoll für den Austausch von DateienJaJa
WOLSenden von WOL PaketenJaJa
ZFSUnterstützung für das ZFS-DateisystemJaJa

Hinweis: Diese Auflistung kann schon in wenigen Tagen nicht mehr aktuell sein, da momentan recht schnell neue Erweiterungen hinzukommen. Ich hoffe euch hilft diese Auflistung trotzdem.



Fazit

Evolution statt Revolution. So lässt sich die neue OpenMediaVault 4.x Beta am besten beschreiben. Mit der neuen Debian 9.2 Basis bringen die OpenMediaVault Entwickler das beliebte NAS-Betriebssystem auf einen aktuellen Stand. Auch das Frontend nutzt nun eine aktuelle Version des ExtJS-Frameworks.

Die Software wirkt schon jetzt erstaunlich stabil und Bugfrei, kein Vergleich mit der Beta-Phase der Vorgängerversion. Diese war über viele Zwischenversionen problematisch und zickig. OpenMediaVault 4.0.14 kann bereits jetzt für ausführliche Tests empfohlen werden.



5 Kommentare

Von no_Legend am 21.12.2017
Registrierter Benutzer

1 Beitrag
Habe Probiert bei mir das Update zu machen.
Hatte OMV3.0 drauf, leider ging das Update nicht sauber durch.
Problem war hier unter anderem die Abhängigkeiten von OMV_Extra.
Wer also die OMV-Extras drin hat, sollte anderst updaten.
Hier wäre eine Warnung im Artikel angebracht.

Dadurch musste ich neu installieren.
Nach deiner Anleitung muss man leider Postfix konfigurieren, was ja über OMV passieren soll.

Für einen Installation auf einem "leeren" Debian sollte man hier nach vorgehen:
http://forum.openmediavault.org/index.php/Thread/16833-Install-OMV3-on-Debian-Jessie/

Mit dem Script im Unteren Teil funktioniert die Installation ohne Probleme.
Getestet auf einem Dell T20 Mod und Debian netinstall.

Gruß Robert

Von Robert am 17.12.2017
Besucher

Bei Methode 1 und 2 installiert man ja "direkt" OpenMediaVault und fertig. Welche Unterschiede (Vorteile/Nachteile) ergeben sich, wenn man mit Methode 3 zunächst ein vollständiges, komplettes Debian installiert und erst danach OMV "drüberbügelt".
Sieht das Betriebssystem eigentlich bei allen Methoden nach der Installation identisch aus? Hat man mit der Methode 3 per default mehr (Server-)Flexibilität und/oder lässt sich mit den Methoden 1 und 2 auch später noch ein komplettes Debian bei Bedarf jederzeit problemlos nachinstallieren?

Von pischuma am 17.12.2017
Registrierter Benutzer

2 Beiträge
....die auf der Debian 9.x Sqeeze basiert.

Ist Debian 9 nicht Stretch. Ansonsten wie immer guter und informativer Artikel.

Gruß Pischuma

Schöne Weihnachtstage an alle und ein gute neues Jahr.

Von Till am 17.12.2017
Besucher

Hey Stefan,

ich habe OMV 4 auch vor kanpp zwei Wochen installiert. Soweit kann ich deinen Bericht bestätigen. Habe zuvor auf OMV2 gearbeitet. RAID wurde problemlos übernommen und ansonsten habe ich keinerlei Negativerfahrungen gemacht bis jetzt. Ich kann das Update auch empfehlen.

Grüße

Von pischuma am 15.12.2017
Besucher

Debian 9 ist "Stretch" oder?

Diesen Artikel kommentieren:



  • Feedback
  • kurze, artikelbezogene Fragen





  • Hilfestellung bei Problemen
  • Fragen zu ähnlichen Themen




Ähnliche Artikel
Mit der Unterstützung von bis zu 32GB DDR4-2133/2400 ECC-Arbeitsspeicher und bis zu 6x SATA richtet sich dieses NAS an fortgeschrittene Benutzer mit hohen Anforder..
Mit der WD Red 10 TB stellt Western Digital die bisher größte Ausbaustufe der NAS-Festplattenserie vor. Um 10 TB in das 3,5 Zoll Gehäuse zu quetschen, nutzt West..
Seit Ende 2015 bastelt die FreeNAS Community am Nachfolger zur schon etwas in die Jahre gekommenen 9er Version. FreeNAS 10 erhält neben der Unterstützung von aktueller Hardware w..
Über den Autor
Stefan ist 33 Jahre alt, wohnt bei Hamburg und arbeitet als IT-Administrator in einer japanischen Firma. Stefan ist eines der drei Gründungsmitglieder von Technikaffe und schreibt seit April 2013 rund um die Themen Server, Netzwerk und Programmierung.