Angepinnt Leitfaden: Konsole für Einsteiger

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  • Leitfaden: Konsole für Einsteiger

    Es kommt immer wieder vor, das einige Arbeiten in der Console erledigt werden müssen. Wie grade im Thread von Blade Komplettsystem: 4Bay - MySQL - Verschlüsselung.

    Scorp hatte darum gebeten, das zu Trennen, und einem eigenen Thread festzuhalten.

    Ein Tool damit ihr überhaupt Arbeiten könnt, Putty
    In eurer Omv Webgui müßt ihr links SSH aktivieren,


    Danach könnt ihr das Tool Putty starten, gebt eure IP Adresse eures Nas ein, z.b. 192.168.178.100 und drückt enter. Die Meldung von Putty kommt nur beim ersten mal, bestätigen.
    Loggt euch ein mit "root", kleinschreiben^^, und eurem Passwort, was ihr bei der installation festgelegt habt.

    So Scorp^^, dein bereich ;)
    Hardware: Asrock H97 Performance, Intel I3 4160, 2x G.Skill F3-1600C11S-8GNT (16gb Ram), be quiet Pure Power L8 300W, Thermalright LeGrande Macho,
    Nanoxia Deep Silence 5 Rev.b, Kingston SSDNow V300 2,5" SSD 120 GB, Western Digital Red 3x4tb,1x4tb HGST Deskstar Nas

    Software: Openmediavault 3.0.99 Erasmus, 4.9.0-0.bpo.6-amd64, Snapraid mit mergerfs Pool, Minidlna, Plex, MySql, ClaimAV, Powertop und Sonstiges
  • Hallo,
    hier möchte ich nach und nach ein paar Befehle im Linux-Console-Umfeld zum besten geben, damit sich jeder dort ein wenig bewegen und umsehen kann.

    Einloggen
    Artenvielfalt
    Es gibt verschiedene Wege, auf eine Konsole (im weitesten Sinne) zu kommen:

    ArtProtokolleVorraussetzungenAnmerkungen
    TTYnur lokal- Tastatur und Monitor am Gerät (NAS)- Textkonsole
    - begrenzte Anzahl
    - Umschaltung mit STRG + F1,F2,F3,F4
    - können gleichzeitig benutzt werden
    VTYSSH
    Telnet
    - funktionierende LAN-Verbindung inkl. IP
    - Client-PC/Laptop/Tablet mit der SSH-Client-Anwendung
    - virtuelle Konsole (auch Remote Shell)
    - begrenzte Anzahl (aber höher als bei TTY)
    - können gleichzeitig benutzt werden
    - zusätzliche Anwendung nötig (z.B. PuTTY)
    - der Dienst SSH (zusätzlicher Deamon) auf dem NAS erforderlich
    - Standard TCP-Port (für Weiterleitungen): 22
    - Telnet wird aufgrund von Sicherheitsmängeln nicht empfohlen!
    IPMI
    seriell
    IPMI
    seriell
    Managent-LAN
    serielle Schnittstelle
    greifen beide auf TTY's zu, daher siehe oben



    Credentials/Account
    Grundsätzlich kann man sich bei OMV mit user=root und dem bei der Installtion vergebenem Passwort anmelden,
    ABER: HÖCHSTE VORSICHT ist geboten - root darf alles und alle Befehle werden ohne Nachfrage ausgeführt!

    Es gibt im Linux/Ubuntu/Debian-Umfeld aber auch "normale" Benutzer, diese können mittels des Zusatzkommandos "sudo" (SuperUser Do) temporär und nach erneuter Legitimation Befehle mit root-Rechten ausführen, aber auch hier ohne Sicherheitsabfragen!
    <ToDo: Prüfung, wie Benutzer im OMV-Kontext im Debian-Grundsystem eingetragen werden>

    Die Shell
    Die Shell ist unter Linux der Interpreter, welcher zwischen den eingetippten Befehlen und dem Betriebssystem vermittelt. Unter Debian (und damit unter OMV) kommt die BASH zum Einsatz. Diese Shell ist sehr mächtig und universell, kann sehr viel und bietet viele Komfort-Features.
    Wichtigestes Komfort-Feature ist die "Completion"-Funktion, welche ihr mittels Drücken der Taste <TAB> auslöst - sie versucht Euer Eingetipptes zu vervollständigen, und macht das ziemlich gut. Solange es eindeutig ist, wird vollständig vervollstandigt, wenn es uneindeutig ist, kommt eine Auswahl bzw. Auflistung.

    Navigation
    Im Linux gibt es den sogenannten FHS, welcher beschreibt, welche Dateien in welchem Verzeichnis abgelegt werden (sollten).
    Der zentrale Befehl heisst "cd" (change directory), folgende Schalter sind gebräuchlich:

    KommandoBeschreibungAnmerkung
    cd <Verzeichnisname>wechselt in das mit <Verzeichnisname> eindeutig beschriebe Verzeichnis- der Verzeichnistrenner ist unter Linux der einfach Slash "/" (über der Taste "7") und nicht wie unter Windows üblich der Backslash "\" (über die Alternative Gruppen-Tast zu erreichen)
    - hier kann man ruhig exzessiv die <TAB>-Tase benutzen ;)
    cd ..wechselt ein Verzeichnis höher
    cd ~ (Tilde!)wechselt in das dem Benutzer gehörende Verzeichniss- für root wäre das /root
    - für normale Benutzer wäre das /home/<Benutzername>
    cd /wechselt in die höchste Ebene- auch als root bezeichnet, hier ist aber die Wurzel des Dateisystems gemeint, und nicht der Benutzer



    Weitere Befehle:


    KommandoBeschreibungAnmerkung
    pwdgibt das Verzeichnis aus, in dem man sich aktuell befindet"path working dir"
    dirgibt eine Liste alle vorhandener Einträge im aktuelle Verzeichnis aus"directory listing"
    - ist i.d.R. ein Alias für "ls" mit voreingestellten Schaltern
    lsdas Standard-Kommando - zeigt die Verzeichnissliste an"list"
    - hat viele Schalter
    ls -lameine Empfehlung (langes Format und zeige Alles)- wer sich für alle möglichen Schalter interessiert: "man ls" oder "ls --help"
    ls -la | grep <Suchtext>sucht in der langen und ausführlichen Liste nach <Suchtext>ein Kommando zum Aufspüren von Dateien innerhalb eines Verzeichnisses



    Befehlsübersicht
    Hier kommt nach und nach eine Auflistung von bestimmten Befehlen, je nach Nachfragen wird das erweitert.

    KommandoBeschreibungAnmerkung
    ps -efzeigt den "process stack" an, also eine Liste aller Prozessehilfreich um Prozesstati für alle Dienste in Erfahrung zu bringen
    ps -ef | grep omvzeigt alle Prozesse, welche "omv" im Namen haben- Groß-/Kleinschreibung beachten (die meisten werden Klein geschrieben)
    - "omv" kann man natürlich gegen was Anderes ersetzen
    lsmodzeigt alle geladenen Kernelmodule an (Treiber)- auch hier kann mit "grep" gefiltert werden
    chmod -R <Maske> <Objekt>ändert die Rechte am <Objekt>- <Objekt> kann Verzeichniss oder Datei sein
    - <Maske> ist üblicherweise "755"
    chown -R user:gruppe <Objekt>ändert den Besitzer vom <Objekt>- "user" ist der zukünftige Benutzer (Benutzername)
    - "gruppe" ist dessen Benutzergruppe
    cat <Pfad/Datei>zeigt die "Datei" anwie überall, kann zu Sicherheit der gesamte Pfad mit angegeben werden
    dmesgzeigt die Bootmeldungen ankann auch mit einer "Pipe" versehen werden: dmesk | less
    lessist ein Anzeigeprogramm ähnlich "cat" mit deutlich mehr Komfort"less" > "more" > "cat", was den Funktionsumfang angeht (in "less" kann man vorwärts und rückwärts blättern!)



    Wichtige Dateien/Verzeichnisse (inkl. Befehle)
    Hier möchte ich die oft genutzten/wichtigsten Dateien und deren Ablageorte nennen, zusätzlich möchte ich an dieser Stelle noch ein paar Befehle zu diesem Subthema loswerden.
    Basis des Linux-Dateisystem-Systems ist der FHS (früher HFS, wegen namensgleichheit mit dem Apple-FS umbenannt) (Lesen!)


    Wichtige Logdateien: (siehe auch Leitartikel)
    /var/log/messages (allgemeine Logdatei des Systems)
    /var/log/syslog (Logdatei des syslogd oder syslog-ng)

    Beispielbefehle:
    more /var/log/messages | grep <suchtext> (zeigt den Inhalt von "messages" gefiltert auf <Suchtext> an)
    less /var/log/syslog (ermöglich das Vor- und Zurückblättern innerhalb des syslogd-Logs)
    tail /var/log/messages (zeigt das Ende der Logdatei)
    tail -f /var/log/[b][/b]auth.log (zeigt Einloggversuche, aber auch Versuche via sudo root-Rechte zu erlangen)
    Achtung: der Schalter "-f" bedeutet "follow" - tail bleibt also geöffnet und man kann "live" mitverfolgen, was ins Log geschrieben wird!


    Anmerkungen
    - Hilfe kann unter Linux mittels "man" (Manual) aufgerufen werden: "man <Befehl>", ist sehr ausführlich, inkl. Beispiele am Ende
    - Hilfe kann aber auch mittels "<Befehl> -h", "<Befehl> --help", manchmal auch mit "<Befehl> -?" direkt abgerufen werden
    - wenn man ein Befehl absetzt sollte man nach Möglichkeit immer die Schalter "-v" oder besser "-vv" benutzen, damit werden zusätzliche Ausgaben angezeigt ("-v" = verbose, "-vv" = be more verbose)
    - GIDF!

    Dieser Beitrag wurde bereits 5 mal editiert, zuletzt von Sc0rp ()