Umstieg von FreeNAS 11.2 auf OpenMediaVault 5 ... oder aller guten Dinge sind 20 oder was?

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  • Umstieg von FreeNAS 11.2 auf OpenMediaVault 5 ... oder aller guten Dinge sind 20 oder was?

    Nachdem ich schon seit längerem nicht mehr mit FreeNAS zufrieden war, hatte ich mich aber bisher davor gescheut den Umstieg auf ein anderes System zu wagen. Vor ein paar Tagen konnte ich mich dann aber doch dazu durchringen, den Plan in die Tat umzusetzen.

    Mein System hatte ich vor einiger Zeit hier vorgestellt:
    technikaffe.de/forum/index.php…ome-entertainment-system/

    Ich dachte, dass meine Erfahrungen damit vielleicht auch für andere interessant sein könnten, daher möchte ich sie gerne hier mit euch teilen.

    Warum wechseln?
    1. FreeNAS unterstützt seit Version 10 nur noch bhyve als VM-Lösung und nicht mehr VirtualBox. Die VM-Lösung bhyve ist meiner Erfahrung nach eher bescheiden und leider auch verbuggt. Wenn man eine oder mehrere VMs laufen hat, dann "fressen" die nach einiger Zeit den kompletten Arbeitsspeicher auf. Da ich keine Lust hatte, alle paar Tage den kompletten Server neu starten zu müssen, weil nichts mehr ging, habe ich seitdem komplett auf VMs verzichtet. Nervt!
    2. Plex Media Server kann man in FreeNAS als Plugin installieren und das funktioniert auch. Nur war es mir nie möglich ein Update des Servers über die FreeNAS UI durchzuführen. Updates mussten also immer manuell durchgeführt werden. Nervt!

    Vorüberlegungen
    Meine insgesamt 10 Festplatten sind in zwei ZFS-RAIDs mit jeweils 5 Platten organisiert. Ziel war es, dass die Daten erhalten bleiben und der Zugriff darauf weiterhin über Freigaben möglich sein soll. Dann war da natürlich noch der Plex Media Server mit einer nicht gerade kleinen Medienbibliothek. Diese sollte auch 1:1 im neuen System weiterlaufen. Nach meinen Recherchen kam ich zu der Erkenntnis, dass das theoretisch alles machbar ist mit OpenMediaVault.

    Von der Theorie zur Praxis
    Ohne jegliche Erfahrung mit OMV wollte ich mich natürlich nicht einfach an meinen Server wagen und hoffen, dass das schon alles klappen wird. Daher habe ich die komplette Vorgehensweise vorher in einer VM auf meinem lokalen Rechner simuliert. Dabei habe ich die folgenden Punkte abgearbeitet:

    1. FreeNAS-System aufgesetzt
    2. ZFS-RAID eingerichtet aus 5 virtuellen Laufwerken
    3. FreeNAS-Bootmedium entfernt und durch ein neues leeres Laufwerk ersetzt
    4. OMV installiert
    5. OMV-Extras installiert
    6. Proxmox-Kernel installiert und auf diesen gewechselt
    7. ZFS-Plugin installiert
    8. ZFS-RAID von FreeNAS eingebunden
    9. Docker und Portainer installiert
    10. Plex Container mit Portainer erstellt
    11. in OMV die Medien-Freigaben von meinem echten FreeNAS-System gemountet
    12. diese an den Plex Container mit passenden Pfaden durchgereicht
    13. die Sicherung meiner Plex Bibliothek eingespielt und Plex gestartet



    ... und voila! :D Plex lief auf der OMV-VM im Docker-Container und die komplette Konfiguration wurde korrekt übernommen, so dass ich meine Medien darüber wie gewohnt wiedergeben konnte.

    Ok, dermaßen gut vorbereitet, dachte ich, was soll da noch schiefgehen... also allen Mut zusammengenommen und mir mein reales FreeNAS System vor die Brust genommen.


    Theorie und Praxis
    Mein FreeNAS System wurde bisher von einem USB-Stick gebootet. Den wollte ich durch eine kleine SSD ersetzen, auf die OMV installiert werden sollte. Dazu habe ich mir zunächst einmal das aktuelle ISO von OMV auf einen USB-Stick gezogen und das System davon gestartet.

    Die Installation verlief problemlos bis zu dem Punkt als OMV den GRUB-Bootloader installieren wollte. Das war nicht möglich und wurde mit einer Fehlermeldung abgebrochen.
    Hmm ok, man soll die anderen Festplatten, die man zur Installation nicht benötigt, nicht anschließen. Also bei allen 10 RAID-Platten den Stecker gezogen und neu versucht.
    Diesmal konnte OMV den GRUB-Bootloader installieren und ich wurde dazu aufgefordert, das Installationsmedium, also den USB-Stick zu entfernen und neu zu starten.
    Naja, zumindest hat der Rechner das versucht. Leider kam er nicht hoch, sondern blieb bei Initramfs stehen, da er die Festplatten-Partitionen auf der SSD nicht mehr finden konnte.
    Hmm, was läuft hier schief... ok, bei der Installation wird der USB-Stick als erste Festplatte von Linux eingebunden und die SSD ist die zweite. Sobald man den USB-Stick nun entfernt, wird die SSD zur ersten Festplatte und der Bootloader findet die Partitionen nicht mehr. Na toll.

    Alle USB-Ports durchprobiert, immer das gleiche. OMV inzwischen schon mind. 10 mal installiert, ohne Erfolg. Leider erfährt man immer erst ganz am Ende, ob die Installation geklappt hat. ;(
    Ende Tag 1: Erstmal wieder alles zurückgebaut und FreeNAS wieder gestartet, damit zumindest der Server erreichbar ist.

    Tag 2
    Irgendwie muss das doch gehen. Moment, das OMV ISO muss ja nicht auf einen USB-Stick, sondern man kann es ja auch z.B. auf eine DVD brennen. Gesagt getan. Also DVD-Laufwerk mit der OMV-DVD an den letzten freien SATA-Port angeschlossen und gestartet. Bootloader kann nicht installiert werden... Mist, die RAID-Platten dürfen ja nicht am System angeschlossen sein, sonst kann der Bootloader nicht installiert werden. Die hatte ich am Abend zuvor natürlich wieder angeschlossen, damit ich FreeNAS erstmal wieder starten konnte.

    Ok, wieder alle Platten abgezogen und nochmal von vorne, diesmal nur mit DVD und SSD. OMV wird installiert und bootet sogar. Sehr schön. Also erstmal wieder heruntergefahren, alle Platten wieder angesteckt und auf ein neues. Und ihr könnt es euch schon denken.. oh, nein. Ich lande wieder bei Initramfs, weil die Festplattenreihenfolge sich durch die ganzen RAID-Platten wieder geändert hat.

    Hmm, die Platte von der OMV startet, muss also immer als Nr. 1 erkannt werden. Also rausfinden, welcher meiner 12 SATA-Ports das denn nun ist. Nach einigem Try-and-Error herausgefunden, dass es einer der SATA-Ports auf dem nachgerüsteten Controller ist. Also SSD dort angeschlossen und tatsächlich: startet OMV nach "nur" ca. 20 Installationsversuchen mit allen Platten und findet auch seine Partitionen auf dem Bootlaufwerk.

    Ende gut, alles gut :thumbsup:
    So, nachdem die Installationshürde einmal genommen war, lief der Rest tatsächlich genauso wie in meiner VM-Simulation und inzwischen habe ich OMV komplett eingerichtet, auch wenn es einiges an Nerven gekostet hat. Also ich kann nur jedem empfehlen, einfach nicht aufgeben!
    Gaming-PC: GIGABYTE Z68X-UD5-B3 mit Core i7-3770S, 32 GB DDR3-1600, GeForce GTX 1050 Ti und 1 TB Samsung SSD
    HTPC: ASRock Beebox N3150 mit 8 GB DDR3-1600 und 120 GB Samsung SSD
    Server: ASRock H77 Pro4-M mit Xeon E3-1265L V2, 32 GB DDR3-1600 und 35 TB WD Red HDDs
    Software: OpenMediaVault 5, Docker & Portainer mit Plex Media Server, openHAB2, Homegear, DeCONZ, RaspberryMatic, Node-Red

    Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Nelson ()

  • Re,

    Danke, das du deine Erfahrungen mit uns teilst!

    Man kann OMV auf zwei Arten installieren: OMV-DVD-ISO und Debian NetInstall + OMV-Aufsatz ... ich rate jedem vom Ersteren ab, weil man dort nicht alle Optionen (gerade die Festplattenaufteilung und Booteinstellungen) benutzt werden können ... ich installiere mittlerweile so ziemlich alle Betriebssystem via externem DVD-Laufwerk - Das macht am wenigsten Probleme und läuft auf Servern, Client-PCs und anderen Boxen ;)

    Sc0rp