Erfahrung mit Eigenbau-Server und der zugelegten Hardware & Software (2018).

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  • Erfahrung mit Eigenbau-Server und der zugelegten Hardware & Software (2018).

    Momentan wird folgendes System benutzt

    Board, Prozessor: ASRock J5005-ITX MB Intel Gemini Lake

    Ram: 1x Corsair CMSO4GX4M1A2133C15 Value Select 4GB, DDR4, 2133Mhz

    Gehäuse: Thermaltake Core V1 Cube ITX

    Netzteil: PicoPSU-90 mit Salcar 72W Netzteil

    Systemplatte SSD: 60GB 64GB SSD

    Hdd`s: 3x 4Tb WD Red auf “fuse.mergerfs”

    Betriebssystem: OMV 4.1.13-1, installiert über Debian Stretch

    Software: Nextcloud, Wordpress, Mini DLNA, Antivirus, Samba, SSH, SSL, Emby auf Docker, Heimdall auf Docker, Calibre-Web auf Docker inkl. installiertem Calibre-Server, phpMyAdmin, MySql, Maria DB, Apache2

    Backuplösung: für Datenplatten täglich „rsync“ auf Backupserver (automatisiert), und für Systemplatte "Clonezilla" auf ext. Platte nach Bedarf

    Ich schreibe meine Erfahrung zum System, wie es mir grad einfällt. Ist dann doch schon eine Weile her.

    Was war an Grundkenntnissen vorhanden? Eigentlich nicht viel. Linux nutzte ich schon seit längerem aber soweit es ging ohne Konsole. Und das war soweit gut. Aber alles sollte sich ändern J.

    Anfangs nutzte ich, um das System etwas besser kennen zu lernen, die OMV4 und andere Systeme wie z.B. Nas4Free, FreeNas, unRaid usw. auf einen Virtual-PC. Schnell lernte ich gewisse Grundfunktionen kennen und hatte sofort Lust auf mehr von OMV4. Also bestellte ich mir die oben erwähnte Hardware und wollte es installieren. Hier gab es das erste Problem. Dank des UEFI-Bios des Boards verweigerte OMV die Installation. Nach kurzer Information im Forum, wusste ich, dass das so nicht funktioniert und holte mir diesbezüglich Infos. Da ich damit auch 3 Anläufe brauchte, um es zum Laufen zu bringen, schrieb ich einen kurzen Guide, um andere einen schnelleren Einstieg zu gewähren. Übrigens ist dieser Guide (war mein Erster) auch hier im Forum zu finden.

    Nachdem das System lief, als erstes ein Backup. Da ich noch Acronis hatte und auch von der Funktion her kannte, war es für mich einfach. Kurzerhand das erstellte Backup zum Testen wiederhergestellt und es hat funktioniert. Nun kam die wichtigste Überlegung:
    Was will man eigentlich damit machen? Ich weiß – normalerweise überlegt man sich das schon vorher. Gewisse Sachen hatte ich mir auch schon in Gedanken zurechtgelegt. Aber halt nur so lala….

    Ich entschied mich für etwas „Einfaches“ – jedenfalls dachte ich das. Ich installierte Nextcloud im Docker und war schon fast am Verzweifeln. Jetzt, ein halbes Jahr später, kann ich darüber lachen. Aber damals wollte ich schon fast in den Sack hauen und aufgeben. Was war passiert? Ganz einfach. Ich hatte keinen blassen Schimmer, was Docker ist und wie man es zum Laufen bringt. Also wieder Foren durchsucht und nicht so richtig schlau geworden. Was ich eigentlich nicht für möglich gehalten habe, dass ausgerechnet ein Amerikaner namens „Techno Dad“ mir den Horizont erweiterte. Der erste Docker war erstellt und funktionierte. Nur war ich schnell nicht mehr so begeistert, da die Geschwindigkeit des Nextcloud-Systems doch sehr makaber war (ca. 50Mbit waren nicht ganz so meine Vorstellung). Also las ich in Foren weiter und wusste, dass das Problem die eigentliche Anbindung zur „Lite-DB“ war. Also Docker wieder raus, MariaDB und das ganze Gedöns im Linux über Terminal dazu installiert (wieder mit Hilfe von Foren) und Nextcloud als normale Linux-Installation installiert. Der Geschwindigkeitszuwachs nach Einrichtung des Ganzen war enorm (ca. 112 Mbit) und die erste Zusätzliche Software war drauf. Das sich jetzt meine Systemplatte schnell zumüllte, weil ich damals nicht wusste, dass ich das Datenverzeichnis von Nextcloud nicht auf meine Nas-Platte legte, sondern alles auf der Systemplatte gespeichert wurde, erwähne ich jetzt nicht. Das wurde aber relativ schnell behoben.

    Eines habe ich als Anfänger lernen müssen – „Irgendwas is immer“ - …

    Was alles so schön bisher beschrieben wurde, nahm dann doch schon eine Zeit von 2 oder 3 Wochen in Anspruch. So Kleinigkeiten wie gefühlte 100-mal Backup-Restore und Unwissenheit mit einem Linux-System übers Terminal umzugehen, Linux-Befehle erlernen etc… erfordern dann doch schon so einiges an Tribut. Doch dann, muss ich sagen, war der eigentliche „Wurm“ raus. Schnell ging alles automatisierter, über gewisse Befehle im Terminal wurde gar nicht mehr groß nachgedacht und der Linux-Konsolen-Einstieg war so nebenbei auch geschafft. Viele Communities bieten auch mega Unterstützung.

    Ohne Probleme installierte ich dann Wordpress. Jetzt waren die Kinder beschäftigt. Die eine fing an, Blogs zu schreiben und die andere Füllte Nextcloud mit allem, was sie so auf ihrem Handy hatte. Ich habe ihr dann die Sache automatisiert, dass die Bilder und Videos automatisch hochgeladen werden, sobald sie in unserem WLAN-Bereich ist. Somit hatten alle erst mal zu tun. Jedenfalls fast alle. An meiner Frau ging die neue Technik natürlich auch nicht spurlos vorbei und schon sollte ich mir Gedanken machen über das Abspielen der ganzen Familienvideos am TV ohne dass die DVDs überall rumliegen. Wir hatten das ja schon vorher am Zyxel Server. Aber da war alles nicht ganz so das Gelbe vom Ei. Der Twonky lief nicht so gut, ständiges Abschalten mitten beim Schauen, versetzte Bild-Ton Wiedergabe und Dateiformatsprobleme trübten sie Sache damals sehr.

    Mit MiniDLNA und den nötigen Freigaben war das im OMV schnell erledigt und etwas später dann mit EMBY auch ein Traum. Diesen installierte ich übrigens auch über Docker. Einfach so – ohne dass etwas nicht funktionierte. Auch Freigabeordner für die ganze Familie wurden leicht erstellt. Das Ganze mit den nötigen Zugriffsrechten, dass der eine nicht beim anderen reinschauen kann und einen gemeinsamen Ordner für alle Familienmitglieder. Einfach toll.

    Also schon eine Menge gelernt. Des Weiteren wollte Sie eine Möglichkeit ihre E-Books zentral zu verwalten. Mit Calibre fand ich dann das ideale Werkzeug. Calibre auf einem Rechner installiert, Datenbank am Server angelegt und mittels Calibre-Web (auch Docker) den Zugriff über den Browser ermöglicht. Bücher noch abgelegt und fertig. Jetzt war meine Frau auch beschäftigt. Alles soweit richtig gemacht :rofl: .

    Als Spielerei installierte ich dann noch Heimdall und Watchtower im Docker, experimentierte dann noch viel mit verschiedenen Dockern und habe es dann nicht weiterverfolgt, weil alles einfach funktionierte. Klar gab es auch zwischendurch mal wieder Probleme. Meistens auf Unwissenheit basiert und einmal, weil ein Update mir den Spaß nahm. Aber dank fürsorglicher Backuplösung (mittlerweile wechselte ich zu CloneZilla) alles kein Problem…

    Insgesamt vergingen von Anfang an (Virtual-PC-Tests) bis zum jetzigen Zeitpunkt doch schon 6 Monate. Und ich muss sagen, ohne die Community wäre ich beizeiten wieder abgesprungen. Zurückdenkend würde ich fast alles genau so machen, wenn ich nochmal die Möglichkeit bekommen würde. Warum fast? Nun ja……

    Ein wirklich tolles System, welches ich mir zusammenbaute. Stromsparend, nicht ganz so teuer und Geschwindigkeitstechnisch auch schon mehr als gut. Anschlusstechnisch auch für den Anfang nicht schlecht aber fast keine Möglichkeit zu Erweitern. Und da liegt das Problem. Weitere Festplatten sind nur über PCIE möglich, Ram Erweiterung brauche ich persönlich nicht, aber andere vielleicht, die es mit z.B. unRaid versuchen wollen. Und ohne Emby wäre ich nie und nimmer auf die Idee gekommen irgendwas ändern zu wollen. Aber der Emby, mit seiner Möglichkeit zu Transcodieren, zwingt das System dann doch in die Knie, wenn es benutzt wird. Nicht dass es jetzt stört. Aber mit über 90% Auslastung geht mir das dann schon sehr an die Substanz des Systems. Warum eigentlich Transcodieren? Ich habe selbstgedrehte Filme, die zwischendurch mit einem Format erstellt wurden, die kein direktes Abspielen ermöglichen. Der Emby greift dann ein und regelt. Demnächst experimentiere ich mit einem Xeon. Also es wird bestimmt nicht langweilig….

    Hier und da würde ich mir für die Zukunft und Weiterentwicklung des OMV ein paar mehr Möglichkeiten wünschen, wie z.B. eine direkte Einbindung von Nextcloud und Emby über die OMV-Extras, wie das jetzt schon für Plex oder die ganzen anderen Features aus den OMV-Extras gelöst wird. Oder als Zukunftsvision vielleicht sich selbst installierende Docker (anklicken, Pfad auswählen, fertig), so dass Anfänger keine oder weniger Probleme haben. Ist aber nur so eine Idee…

    Nun das war’s. Habe ich auch mal meinen Senf dazu gegeben. Ich möchte jeden ermutigen, der selbst vor hat sich ein System aufzubauen, einfach mal in den Foren zu schauen und zu fragen bzw. sich zu informieren. Ist alles keine Hexerei. Bitte erst schauen, ob es das Problem nicht schon mal gegeben hat und sogar gelöst wurde. Das erleichtert Euch als Suchenden und auch den Hilfestellenden so einiges an Arbeit.

    Nachtrag:

    Auch wenn ich demnächst mit dem Xeon experimentiere (der liegt halt noch rum), werde ich wohl das System, wie es momentan läuft, für mich nicht so schnell ersetzen. Zum einem brauche ich derzeit keine Erweiterung, da das System mehr als „Rund“ läuft und zum anderen habe ich eine Möglichkeit gefunden, meine Filme in ein anderes Format zu konvertieren, so dass keine Transcodierung von Nöten ist. Wie das später mal aussieht, wenn ich doch mal von unterwegs aus darauf zugreife, kann ich noch nicht sagen. Wird halt so noch nicht benötigt.

    LG Berti