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Amazons Kindle Voyage im Test - Der beste eBook Reader ?

Amazons Kindle Voyage im Test - Der beste eBook Reader ?

Heute haben wir uns Amazons High-End eBook Reader, den Kindle Voyage, einmal näher angeschaut. Normalerweise bekommt man für um die 100 Euro schon einen recht guten eBook Reader. Beim Kindle Voyage muss man allerdings etwas tiefer in die Tasche greifen: 189 Euro kostet die Version mit W-LAN, die Version mit 3G Modem kostet gar 249 Euro.

Wir haben uns die W-LAN Version angeschaut und wollen klären wo die Stärken und Schwächen des Kindle Voyage liegen und ob der hohe Preis gerechtfertigt ist. Getestet haben wir die Kindle Version 5.6.1.



Erster Eindruck

Der erste Eindruck ist positiv. Das Kindle ist erwachsen geworden und nun auch technisch aufgewertet worden. Von den 4GB versprochenen Speicherplatz sind allerdings nur knapp über 3GB benutzbar - dies langt allerdings immer noch für tausende eBooks.

Der eingebaute Browser trägt scheinbar nicht umsonst den Namen "Beta Browser". Zum Surfen eignet sich auch das Kindle Voyage nicht. Zwar könnten wir Suchanfragen an Google schicken, auch die Ergebnisse wurden uns angezeigt. Das war es leider auch schon, Links konnten wir nicht folgen zudem nervt das E-Ink Display mit deutlichen Verzögerungen bei der Darstellung.

Anschließend haben wir unsere Seite "technikaffe.de" direkt in den Browser eingeben. Die Darstellung war - neben der Tatsache, dass das E-Ink Display keine Farben anzeigen kann - ausreichend. CSS beherrscht der Browser scheinbar, allerdings nur in der Version 2. Schatten und neuere Funktionen wie runde Ecken bleiben auf der Strecke. Hier konnten wir Links auch folgen und Artikel lesen.

Das Kindle verfügt wie Android und iOS Geräte auch über einen "Lesemodus", den Amazon schlicht "Artikelmodus" nennt. In diesem erkennt das Kindle Artikel auf Webseiten automatisch und formatiert diese recht gut. Hier werden dann nur Bilder und Text angezeigt und der Rest der Webseite ausgeblendet. Das gefällt uns.

Im Browser selbst lässt sich übrigens per Touchscreen scrollen. Auch Zoomen ist möglich und funktioniert recht gut. Auf Wunsch lassen sich Javascript und Bilder im Browser deaktivieren, der Verlauf und die Cookies können zudem gelöscht werden.



Verarbeitung

Die Verarbeitungsqualität ist gut, ebenso die Haptik - diese ist allerdings noch ausbaufähig. Das plane Display sieht schon im ausgeschalteten Zustand schön aus. Den Ein/Aus-Knopf hat Amazon auf die Rückseite verfrachtet. Was sich erstmal komisch anhört funktioniert in der Praxis gut: uns gefällt die neue Position des Ein/Aus-Knopfes.

Amazons Kindle Voyage im Test - Der beste eBook Reader ?

An der Verarbeitung des Kindle Voyage ist sonst nichts auszusetzen, es gibt weder unerwartete Geräusche von sich noch gibt das Gehäuse nach.



Bedienung

Die Bedienung fällt Kindle typisch recht einfach aus. Dafür ist das Gerät aber auch sehr gut intuitiv zu bedienen - eine Anleitung wird eigentlich nicht benötigt. Scrollen (von Oben nach Unten) lässt der Kindle in Büchern leider immer noch nicht zu, mit Wischgesten oder den neuen "PagePress" Schaltflächen ist das Blättern aber relativ komfortabel gestaltet.

Die PagePress Schaltflächen sind berührungsempfindliche Stellen Rechts und Links neben dem Display und geben beim Umblättern ein Feedback (Vibration). Dabei kann auf beiden Seiten des Kindle Voyages die nächste und die vorherige Seite erreicht werden - eine 1 Hand Bedienung ist also möglich.

Auch Zoom-Gesten mit 2 Fingern zum Vergrößern und Verkleinern des Textes beherrscht das Kindle. Dabei kann der Nutzer aus insgesamt 9 Stufen wählen. Die Menüleiste kann jederzeit mit einem Wischen von der oberen Kante des Kindles angezeigt werden. Die Bedienung ähnelt hier Tablets mit Android oder iOS.

Insgesamt gefällt uns die Bedienung gut. Der 180g leichte eBook Reader liegt gut in der Hand und lässt sich bequem mit einer Hand bedienen. Durch das geringe Gewicht stört das Kindle Voyage auch nach längerer Zeit beim Lesen nicht. Hier ist das Kindle normalen Tablets überlegen.



Darstellung

Das matte E-Ink Display mit einer Auflösung von 300 ppi stellt Text gut lesbar dar - eine so hohe Auflösung war bisher nur IPS und LED Displays vorbehalten. Diese sind qualitativ allerdings E-Ink Displays immer noch überlegen - verbrauchen dafür aber deutlich mehr Energie.

Der Akku des Kindle Voyage hält bis zu mehreren Wochen - ein normales Tablet mit IPS / LED Display muss hingegen je nach Nutzung schon nach 6-10 Stunden an die Steckdose. Es ist also verständlich, dass Amazon sich hier wieder für ein E-Ink Display entschieden hat, welches zudem sehr Augenschonend ist.

Die Displayhelligkeit lässt sich manuell oder auch automatisch anpassen. In der automatischen Einstellung passt sich der Kindle Voyage der Umgebungshelligkeit an.



Features

Das Kindle verbindet sich per W-LAN mit dem Internet. Facebook, Twitter sowie ein Browser stehen neben dem Amazon Angebot zur Verfügung. Das Kindle Voyage verfügt zudem über einen Flugmodus in welchem das W-LAN deaktiviert wird.

Neben einer Kindersicherung lässt sich das Kindle Voyage auch komplett per Passwort schützen. Im Kindermodus lassen sich bestimmte Features wie etwa der Webbrowser abschalten oder etwa der Kindle eigene Shop. Ansonsten hat Amazon die Einstellungen des Kindles aber auf einem Minimum belassen - was wir positiv finden.



Angebot

Hier kann Amazon punkten wie kein anderer Anbieter. Egal ob Deutsch- oder Englischsprache Bücher - es gibt eine schier unbegrenzte Anzahl an Büchern. So sind aktuell rund 3,2 Millionen Deutsche Bücher sowie 2,4 Millionen Englische E-Books verfügbar.

Auch Zeitschriften wie etwa der Focus, die Wirtschaftswoche, die Zeit, die Welt, die Frankfurter Allgemeine oder die Süddeutsche Zeitung sind verfügbar. Für den Focus werden etwa 10 Euro im Monat oder 2,50 Euro pro Ausgabe fällig. Allerdings ist die Auswahl bei den Zeitschriften noch ziemlich begrenzt und nicht mit dem Angebot bei Büchern vergleichbar.



Lieferumfang

Neben dem Kindle Voyage selbst legt Amazon eine Kurzanleitung und ein USB-Kabel bei. Ein Ladegerät ist - wie bei allen Kindle Geräten - auch beim teuren Voyage nicht dabei. Während wir dies bei den billigen Kindle Geräten nachvollziehen können, fehlt uns das Ladegerät bei dem 189 Euro teuren Kindle Voyage.

Amazons Kindle Voyage im Test - Der beste eBook Reader ?



Technische Daten

Kindle VoyageKindle PaperwhiteKindle
Display6 Zoll (15cm)6 Zoll (15cm)6 Zoll (15cm)
Auflösung300 ppi212 ppi167 ppi
BeleuchtungDisplay + FrontlichtDisplayNein
Abmessungen16,2 x 11,5 x 0,8 cm16,9 x 11,7 x 0,9 cm16,9 x 11,9 x 1 cm
Gewicht180g206g191g
Preisab 189 Euroab 99 Euroab 49 Euro




Fazit

Beim Kindle Voyage gibt es viel Licht und wenig Schatten. Positiv ist das brillante 300 ppi Display, welches einen guten Kontrast besitzt und das Lesen zu einem Augenschmaus macht. Auch die Drucksensoren und die Displaybeleuchtung sind auf Premium-Niveau. Die Verarbeitung ist gut, die Spaltmasse einwandfrei und Dank der leicht gummierten Rückseite liegt das Kindle Voyage super in der Hand - auch durch das geringe Gewicht von nur 180g.

Doch nicht alles ist perfekt. So nervt es, dass das Kindle immer noch keine Silbentrennung beherrscht, die Haptik ist gut aber noch ausbaufähig. Der Browser ist eigentlich eine gute Idee, kann aber ein normales Tablet zumindest beim Surfen nicht ersetzen. Hier könnte Amazon aber noch per Software-Update nachbessern.

Ein Tablet Ersatz ist der Kindle Voyage also nicht - will es aber auch nicht sein, sondern richtet sich an Vielleser mit gehobenem Anspruch.

Ja, das Kindle Voyage ist der aktuell beste eBook Reader auf dem Markt. Dafür muss man allerdings auch 189 Euro investieren. Display-Probleme hatte unser Testgerät (Anfang Dezember 2014) zum Glück nicht mehr - die scheint Amazon nun im Griff zu haben (die ersten Modelle waren noch von einem Gelb-Blau-Verlauf betroffen).



3 Kommentare

Von ted am 23.02.2015
Besucher

Nein - er ist nicht der beste.
a) kein epub Unterstützung - dafür ein einschränkendes Format
b) damit zusammenhängend: schlechte Transfermöglichkeiten (such allein mal danach, wieviel Fragen a la "wie kriege ich meine alten Bücher auf meinen neuen Kindle" du findest
c) Onleihe (soweit ich weiß) nicht möglich
d) kaum Einstellungsmöglichkeiten, vergleichsweise schlechte Software (Optionen für Schriftgröße etc.)

Es ist zwar gut, daß Amazon den Ebook-Reader-Markt etwas bekannter macht - aber im Gesamtpaket sind die eher unbekannten Hersteller wie Pocketbook, Onyx klar besser.
Anschauen sollte man sich auch noch Tolino oder Kobo.

Das es die auch noch gibt, geht meist unter - man findet halt keine dicken Werbeplakate wie die von Amazon.

Von Dennis am 17.12.2014
Technikaffe.de Team

1045 Beiträge
@M@tze:

Ein Test / Vergleich zum Kindle Paperwhite folgt in den nächsten Tagen.

Gruß
Dennis

Von M@tze am 17.12.2014
Besucher

Was mir im Test noch fehlt, aber vielleicht hattet ihr auch einfach nicht die Möglichkeit dazu, ist ein Vergleich mit dem Kindle Paperwhite, welchen man ~100 Euro billiger bekommt (ist ja immer wieder mal für 84-99 Euro bei Amazon im Angebot). Ich hatte den Voyage noch nicht in der Hand, kenne aber einige Leute die den Wechsel im Nachhinein etwas bereut haben. Gutes Gerät, aber der Aufpreis ist nicht gerechtfertigt...

Ich habe dieses Jahr vom Kindle Touch auf den Paperwhite gewechselt und der Unterschied war beachtlich. Vor allem wegen der Hintergrundbeleuchtung, weniger wegen des (etwas) besseren Displays. Ich würde auch jedem Käufer ans Herz legen, die originale Kindle Lederhülle dazu zu kaufen. Für meinen Touch habe ich mir das Geld erst "gespart" und später war diese nicht mehr verfügbar. Vor allem das automatische Einschalten, sobald man den Deckel öffnet ist toll, da der kleine Ein/Aus-Schalter schlecht zu drücken ist.

Das Amazon keine Ladegeräte mehr beilegt finde ich gut, auch wenn das Gerät 189 Euro kostet. Man hat normalerweise einfach schon zu viele dieser USB Teile zu Hause liegen, als das man noch eins extra bräuchte. Ich habe mir erst vor 2 Wochen ein iPad Air gekauft und war über das extra Ladegerät etwas angenervt - zu viel Elektromüll... ;)

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Über den Autor
Stefan ist 33 Jahre alt, wohnt bei Hamburg und arbeitet als IT-Administrator in einer japanischen Firma. Stefan ist eines der drei Gründungsmitglieder von Technikaffe und schreibt seit April 2013 rund um die Themen Server, Netzwerk und Programmierung.