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OpenMediaVault 3.0.4 Beta im Kurztest mit 4.3.0 Backports Kernel

Die neue Version von OpenMediaVault (3.x) wird wohl nicht mehr lange auf sich warten lassen, als Beta ist immerhin bereits die Version 3.0.4 verfügbar. Wir haben uns die aktuellste Beta-Version angeschaut und möchten euch kurz über das wichtigste informieren.

OpenMediaVault 3 setzt auf das aktuelle Debian 8 "Jessie" Linux, das aktuelle OpenMediaVault 2 basiert noch auf Debian 7 "Wheezy". Debian 8 bietet neben einer großen Menge an Performance- und Sicherheitsoptimierungen folgende neue Features:

  • 12253 neue Packages (43512 total)
  • systmd ist nun das Default init system
  • MariaDB 10.0
  • Erweiterte PHP Anwendungen wie das Horde-Framework
  • OpenJDK 7 als Default Java runtime
  • OpenJDK 8 via jessie-backports

PackageVersion Debian 7Version Debian 8
Apache Webserver2.22.4
Linux Kernel Image3.23.16
OpenSSH6.06.7
Perl5.145.20
PHP5.45.6
Samba3.64.1



Testsystem

Als Testsystem haben wir ein MSI B150M ECO Mainboard mit 8GB DDR4-2133 Arbeitsspeicher (HyperX FURY HX421C14FBK2/16) und einem Intel Pentium G4400 (Skylake) benutzt. Einen ausführlichen Test zum MSI B150M ECO Mainboard findet ihr hier. Als Netzteil kam ein Be quiet! BN140 System Power 7 mit 300W zum Einsatz.

OpenMediaVault 3.0.4 Beta im Kurztest mit 4.3.0 Backports Kernel



Bugfreier Installer

Der Installer für OpenMediaVault 3 (Debian 8) kommt immer noch in der schlichten Optik daher, ist nun aber endlich den GRUB-Bug los, der nur eine Installation des Bootloaders auf dem ersten Laufwerk (/sda) ermöglichte. Der neue Installer installiert nun den Bootloader auch auf jedes andere Laufwerk fehlerfrei. Damit hat endlich das "USB-Stick-Umgestecke" ein Ende!

Auch der Support der Hardware ist deutlich verbessert worden, so funktionieren zum Beispiel alle neuen Intel Netzwerkkarten von Haus aus, inklusive der neuen Intel I219 die mit den Skylake Chipsätzen veröffentlicht wurde.



Kernel

Ausgeliefert wird Debian 8 mit dem Stable-Kernel 3.16.0. Da es sich allerdings um ein aktuelles Debian Linux handelt, lassen sich auch alle neuen Kernel ganz einfach manuell nachinstallieren. Wir haben uns für den aktuellen Backports Kernel in der Version 4.3.0 entschieden.

Um den Backports Kernel zu installieren, muss das Jessie-Backports Repository eingebunden werden. Dazu gibt man im Terminal / SSH folgendes ein:

nano /etc/apt/sources.list

Hier wird nun die Zeile

deb http://ftp.de.debian.org/debian/ jessie-backports main

hinzugefügt. Anschließend muss man das Repository noch aktualisieren:
apt-get update

Um alle verfügbaren Kernel anzuzeigen:
apt-cache search linux-image

Den aktuell neusten BPO Kernel installieren:
apt-get install linux-image-4.3.0-0.bpo.1-amd64

Danach muss das System neu gestartet werden. Weitere Einstellungen sind nicht erforderlich, der Bootloader startet automatisch mit dem neusten Kernel.

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  • OpenMediaVault 3.0.4 Beta im Kurztest mit 4.3.0 Backports Kernel
  • OpenMediaVault 3.0.4 Beta im Kurztest mit 4.3.0 Backports Kernel
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OMV 3.0.4, Kernel 3.16.4OMV 3.0.4, Kernel 4.3.0 BPO
Idle13,0 W12,0 W


Beim Verbrauch im Idle hat sich sehr viel getan, unter OpenMediaVault 2.x (Debian 7) lag der Idle Verbrauch eines vergleichbaren Skylake Systemes noch bei 14-18W. Das sich mit einer PicoPSU-90 und externem Netzteil noch ein geringerer Verbrauch erzielen lässt ist wahrscheinlich, konnte allerdings nicht getestet werden weil das MSI B150M ECO Mainboard nicht mit der PicoPSU-90 booten wollte.



Standby und Wake-On-Lan

Wir haben auch die Fähigkeit des Systemes getestet aus dem Standby durch ein WOL-Paket geweckt zu werden. Dies funktionierte einwandfrei. Dazu haben wir das System 3x in den Standby geschickt und anschließend wieder geweckt. Im Standby liegt der Energieverbrauch bei typischen 1,7W.



Noch kein OMV Extras

Bisher ist noch kein OMV Extras für die neue OpenMediaVault Version verfügbar. Die Anzahl an Erweiterungen aber schon recht ansehlich:

  • USBBackup
  • iSCSI-Target
  • LVM2
  • Forked-daap
  • shairport (AirPlay receiver)
  • LDAP
  • Route
  • nettalk / AppleTalk
  • ClamAV Antivirus
  • NUT / UPS Tools




Fazit

OpenMediaVault 3.x auf Debian 8 macht technisch einen sehr guten Eindruck, ist allerdings in der aktuellen Beta-Version noch nicht zu empfehlen. Beim Testen mussten wir desöfteren den Debian Package Manager mit einem "dpkg --configure -a" aus der Shell reparieren. Nach der Installation einer Erweiterung war diese des öfteren nicht wirklich benutzbar und produzierte zahlreiche Fehlermeldungen.

Mit einer finalen Version von OpenMediaVault 3.x ist allerdings in Kürze zu rechnen. Dann empfiehlt sich das Update auch aus Stromspargründen für die meisten Benutzer. Neue Funktionen konnten wir in unserem Kurztest allerdings nicht entdecken, die Oberfläche ist identisch mit OpenMediaVault 2.x.

Einen ausführlichen Testbericht zum MSI B150M ECO findet ihr auch bei uns.



14 Kommentare

Von Kirdan am 01.04.2016
Besucher

Mein MSI B150M ECO Mainboard mit G4400 und 16GB RAM lässt sich mit einem PicoPSU-90 booten. Vielleicht liegt es an einem neueren Bios.

Von Stefan am 25.01.2016
Technikaffe.de Team

1717 Beiträge
@DearBrother: Gleiches Problem habe ich mit der 3.0.5 auch. Müssen wir wohl auf die 3.0.6 warten. Ist eben noch mitten in der Beta :(

Von DearBrother am 25.01.2016
Registrierter Benutzer

4 Beiträge
Update: Per Konsole erreiche ich das NAS auch nicht. Kann nur über Monitor und Tastatur zugreifen :-(

Von DearBrother am 25.01.2016
Registrierter Benutzer

4 Beiträge
Nachdem ich die Updates installiert habe und eine feste IP vergeben habe, erhalte ich folgende Fehlermeldung wenn ich die Weboberfläche aufrufe:

502 Bad Gateway
nginx

Da ich ein ziemlicher LinuxNeuling bin, habe ich keine Ahnung was ich tun kann. Internetsuche hat mir auch nicht weitergeholfen.

Per Konsole kann ich noch auf das NAS zugreifen.

MfG Stefan

Von Dorni am 20.01.2016
Besucher

hab mir mal zum testen ein System installiert mit 3.0.4 beta und 4.3.0 Backport Kernel.
Läuft soweit ganz gut den Fehler mit dpkg --configure -a hab ich auch.

Was ich jedoch gar nicht hinbekomme ist es einen aufs Pool zu erstellen.
Dort bekomme ich immer die Meldung:
Fehler
Failed to mount e075bd91-21d0-483a-9fc3-7bc85300c0f0: mount: unknown filesystem type aufs

Hat jemand eine Idee? Aufs-tools sind installiert

Von pumuckel am 10.01.2016
Besucher

was evtl interessant wird mit dem wechsel zu deb8

kodi als frontend und omv im Hintergrund (war mit deb7 noch nicht der bringer)

Von Stefan am 08.01.2016
Technikaffe.de Team

1717 Beiträge
@DoXer: Ja läuft einwandfrei und von Haus aus ohne zusätzliche Treiber.

Von DoXer am 08.01.2016
Besucher

Der Intel I219V wird auch einwandfrei unter Debian Jessy erkannt? Das wäre toll...

Von Stefan am 08.01.2016
Technikaffe.de Team

1717 Beiträge
@Michael: Du kannst dich oben rechts registrieren :)

Von Michael am 08.01.2016
Besucher

Super vielen dank für die beiden Infos.


Weil mir das gerade so kommt, kann man sich bei den Kommentaren hier, auch einloggen so wie im Forum?

Michael

Von Stefan am 08.01.2016
Technikaffe.de Team

1717 Beiträge
@Michael: Ja die Fehler sind auch mit dem normalen Kernel vorhanden. Die 3.0.2 Beta (Update auf 3.0.4 dann aus OMV heraus möglich) kannst Du hier herunterladen.

Von Michael am 08.01.2016
Besucher

Mich würde Interessieren ob "Shell reparieren" auch mit dem Originalen Kernel 3.16.0 vorkommen würde.

Ach ja, wo kann man den OMV3 Beta laden, oder ist die geschlossen?

Michael

Von Stefan am 08.01.2016
Technikaffe.de Team

1717 Beiträge
@Marcus: Für unseren Test haben wir eine frische Neuinstallation vorgenommen, es wird später aber sehr wahrscheinlich möglich sein zu updaten. In dem Fall muss ja auch ein release-upgrade von Debian durchgeführt werden, daher weiß ich nicht ob dies aus der Weboberfläche oder nur aus der Shell möglich sein wird.

Von Marcus am 07.01.2016
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Kann man "einfach" Updaten oder ist eine Neuinstallation erforderlich?

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Über den Autor
Stefan ist 33 Jahre alt, wohnt bei Hamburg und arbeitet als IT-Administrator in einer japanischen Firma. Stefan ist eines der drei Gründungsmitglieder von Technikaffe und schreibt seit April 2013 rund um die Themen Server, Netzwerk und Programmierung.